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Augsburg

11.07.2019

Das sagen Anwohner zum Aus der Boulangerie

Boulogne, 57, schließt seine Filiale im Spickel Ende dieses Monats. Im Jahr 2014 hatte er hier seinen ersten Laden eröffnet.
Bild: Oliver Wolff

Nach fünf Jahren schließt die Bäckerei von Martial Boulogne im Spickel. Hier fing die Geschichte der Boulangerie an. Über eines möchte der Franzose nicht sprechen.

Die Boulangerie in der Elsenbornstraße 3 schließt zum Monatsende. „Der Mietvertrag läuft zum 31. Juli aus“, sagt Bäckermeister Martial Boulogne.

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Der 57-jährige Franzose hat sich vor fünfeinhalb Jahren selbstständig gemacht und im Spickel sein erstes Geschäft samt Backstube eröffnet. Schnell wurde die Boulangerie zur Erfolgsgeschichte. Nicht nur die Anwohner im Spickel standen – vor allem an den Wochenenden – Schlange, um Croissants und Baguettes zu kaufen. „Meine Stammgäste kamen sogar aus Diedorf“, erzählt Boulogne.

Boulangerie in Augsburg: Erfolgsgeschichte im Spickel

Schnell wurde klar: Ein Geschäft alleine reicht nicht aus. Im Mai 2017 eröffnete der Bäckermeister seine zweite Filiale in der Augsburger Straße 40 im Stadtteil Pfersee. Daraufhin hat sich auch der Kundenstamm je nach Wohnort auf die beiden Filialen aufgeteilt, so Boulogne. Auch die Produktion ist seitdem nach Pfersee verlagert.

Warum der Franzose nun sein Geschäft im Spickel schließt, lässt er offen. Boulogne betont: „Es liegt nicht am Umsatz. Wir haben den Schritt lange überlegt.“ Nach Informationen unserer Redaktion wechselte der Eigentümer der Immobilie.

Für die Anwohner tue es ihm sehr leid, sagt Boulogne. Manche Anwohner wollten ihn sogar überreden zu bleiben, erzählt er, doch sein Entschluss stehe fest. „So kann ich mich wieder auf einen Laden konzentrieren und habe mehr Zeit für neue Kreationen.“ Boulogne beliefert sogar das Hotel Steigenberger Drei Mohren mit seinen französischen Backspezialitäten. Er hofft, dass zukünftig der ein oder andere Stammkunde aus dem Spickel nach Pfersee kommt. „Das Geschäft ist größer, es sind auch ausreichend Parkplätze im Hof vorhanden.“

Nur noch kurze Zeit ist die Bäckerei in der Elsenbornstraße 3 geöffnet.
Bild: Oliver Wolff

Was Anwohner über die Schließung der Boulangerie sagen

Für Anwohner Peter März ist die Filialschließung im Spickel ein herber Verlust. „Die Nahversorgung in unserem Stadtteil wird immer schlechter.“ Am Sonntagmorgen Croissants mit dem Rad holen – das kann März bald nicht mehr. „Pfersee ist mir zu weit.“ Er habe von der Schließung über Mundpropaganda erfahren. „Das hat sich bei uns schnell herumgesprochen“, sagt März betrübt.

Auch Rudolf Meier meint: „Es ist wirklich schade, dass die Bäckerei schließt.“ Viele seiner Bekannten holen in der Boulangerie ihr Frühstück. Eine Auswahl an Geschäften haben die Anwohner bald nicht mehr, so Meier. „Ich bin vor drei Jahren hierher gezogen“, erzählt Paul Museal. Seitdem habe sich viel geändert, mehrere Läden haben geschlossen. „Schade, dass die Boulangerie auch geht.“

Bärbel Franz ist Stammkundin und fährt regelmäßig von Kissing aus zur französischen Bäckerei. „Das Angebot ist einzigartig. Aber es gibt immer weniger kleine Läden.“ In der Pferseer Filiale sei sie schon einmal gewesen, als sie in der Nähe gewesen sei. „Von Kissing aus ist mir das aber viel zu weit“, sagt Franz. Als sie kürzlich über die Schließung in der Zeitung gelesen habe, sei sie überrascht gewesen.

Martial Boulogne selbst schließt nicht aus, dass er eines Tages wieder eine Filiale im Augsburger Osten eröffnet. „Erst einmal müssen wir den Auszug managen.“ Der Ofen geht zurück an den Händler. Das Bäckerei-Inventar findet in der Pferseer Filiale Platz, so Boulogne.

Lesen Sie auch: Wie sich die Augsburger Restaurant-Landschaft verändert

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12.07.2019

Sehr, sehr schade, dass der "Französische Flair" im Spickel nicht überleben konnte.

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