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Augsburg

08.12.2019

Das schätzen die Künstler an ihren Ateliers im Gaswerkareal

Stefan Rapold hat große Lust, das Potenzial des Gaswerks auszuschöpfen. Er gibt dort Schlagzeug-Unterricht – unter anderem an Vitus Breimeir (links) und Nicolai Bolkenius (rechts).
Bild: Claudia Knieß

Beim Tag der offenen Ateliers zeigen Künstler am Gaskessel Besuchern ihre Räume und erzählen, wie sie sich in dem Kreativquartier eingelebt haben.

„Wenn man nicht hier gewesen wäre, hätte man etwas verpasst,“ resümiert die achtjährige Ella Felicetti und spiegelt damit gut die Stimmung bei den offenen Ateliers im Gaswerk am zweiten Adventswochenende wieder: Viele wollten allen Glühweinverlockungen zum Trotz nicht verpassen, zu sehen und zu hören, wie sich Augsburgs jüngstes Kreativquartier entwickelt. Und so waren die rund 25 zumeist bildenden Künstler und Musiker erstaunt, wie viele Interessierte die Ateliers und Flure füllten. Kunstbegeisterte Besucher wie Regina Edel und Gerhard Willi: „Es ist eine tolle Gelegenheit, das ganze Areal zu sehen und anders als in Kunstausstellungen nicht nur das fertige Werk, sondern dessen Entstehungsprozess am Arbeitsplatz der Kreativen zu erleben.“.

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Christine Grasmann-Feix in ihrem „ersten“ Atelier: Sie fühlt sich rundum wohl.
Bild: Claudia Knieß

Man spüre, dass die Künstler sich wohlfühlten, nach all den Diskussionen und Prozessen rund um den Umzug aus dem Kulturpark West: „Jetzt brauchen die neuen Räume nur noch etwas Patina! Beeindruckend ist aber jetzt schon die Gesamtatmosphäre, und dass man in jedem Raum in eine ganz andere Welt eintaucht“, so das Paar. Beispielsweise in die Welt von Christine Grasmann-Feix: Die Künstlerin experimentiert mit Foto, Film und verschiedenen Materialien wie Stoffen oder Wachs.

Künstler schätzen am Gaswerkareal die kreativen Synergien

Auf sorgfältig beschrifteten Kisten in ihrem Atelier steht „Druck“, „Stempel“ oder „Firlefanz“, 100 kleinformatige, quadratische, zufällig mit einer App doppelbelichtete Fotografien ziehen gespannte Blicke auf sich. „Es ist mein erstes eigenes Atelier“, erklärt Grasmann-Feix, „ich hatte das Glück, nachrücken zu können, und fühle mich total wohl. Wir alle hier im Ofenhaus haben guten Kontakt untereinander und das gibt noch einmal eine andere Energie.“ Die kreativen Synergien hält auch die Malerin Tanja Wasser für einen der großen Pluspunkte des Gaswerks: „Da trifft man mal jemanden vom Ballett im Aufzug und fängt an zu überlegen, ob man gemeinsam ein Projekt zwischen bildender Kunst und Tanz entwickeln könnte. Es ist spannend, von Anfang an dabei zu sein.“

Die kreativen Synergien sind für Malerin Tanja Wasser ein großer Pluspunkt des Gaswerkareals.
Bild: Claudia Knieß

Sie liebt ihren Raum mit dem freien Blick am Parkhaus vorbei und der originellen Möblierung, unter anderem mit einer zum Sofa umgestalteten alten Reisetruhe, und findet es am neuen Ort „einfach anders: Wir hatten viel Freiheit im KuPa West, aber die verlässliche Heizung und die kleine Küche hier im Gaswerk sind gut und kreative Freiheit können wir hier auch leben, das ist ein Prozess.“ Dafür hat sie beispielsweise ihre verkleckste Malerhose an die Tür gehängt, die neben ihren berührenden, großen, expressionistischen Leinwänden das Narrativ der Künstlerin forterzählt.

Gaswerk: "Es ist außerordentlich schön hier"

Wie praktisch alle hier, lobt auch Wasser die Unterstützung durch das Kulturamt als Vermieter während des Umzugs und aktuell. Philip Röltgen vom Regiebetrieb des Gaswerks freut das: „Unser Ansinnen ist es, die Künstler zu vernetzen und gerade auch, solange einiges noch Baustelle ist, Möglichkeiten für Publikumsbetrieb und gemeinsame Aktionen zu finden. Es ist toll und für eine Großstadt in dieser Lage rar, welches Potenzial für Kunst und Kultur auf einem solchen Raum es gibt.“ Große Lust, das Potenzial des Gaswerks auszuschöpfen, hat auch Stefan Rapold vom Studio Drumshower nach zehn Jahren KuPa West: „Die Atmosphäre nach unserem Einzug im Sommer war schon euphorisierend und es haben sich neue Schüler gefunden – gerade auch Erwachsene, die sich vom frischen Wind im Kreativquartier beflügelt sehen, sich jetzt den Kindheitstraum vom Schlagzeug zu erfüllen.“. Sein Schnupperunterricht und Auftritte seiner Schüler waren gut besucht. Auch Ella Felicetti ist mit ihrer Mutter Monique hier, die Ellas begeistertes Resümee ergänzt: „Es ist außerordentlich schön hier und das Konzept scheint zu funktionieren: Die Künstler fühlen sich wohl und betrachten es als großes Glück, hier zu sein. Das macht es auch für Besucher so spannend.“

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