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Augsburg

23.02.2015

Das sind die Geheimtipps der Augsburger Stadtführer

„Mutter aller Menschen“ heißt die Skulptur von Mile Prerad im Wittelsbacher Park. Sie wurde im Jahr 2001 anlässlich des Friedensfestes dort aufgestellt. Die Stele am Teich vor der Kongresshalle ist ein Lieblingsort der Stadtführerin Stefanie Montrone. 
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„Mutter aller Menschen“ heißt die Skulptur von Mile Prerad im Wittelsbacher Park. Sie wurde im Jahr 2001 anlässlich des Friedensfestes dort aufgestellt. Die Stele am Teich vor der Kongresshalle ist ein Lieblingsort der Stadtführerin Stefanie Montrone. 
Bild: Annette Zoepf

Abseits ausgetretener Pfade gibt es in Augsburg viel zu entdecken. Wer weiß schon, was die Skulptur im Wittelsbacher Park bedeutet und was man an der Rückseite des Doms sieht.

Was sind Augsburgs schönste Seiten? Was lässt sich herzeigen? Der Goldene Saal natürlich, die Fuggerei oder der Dom. Die AZ hat Gästeführer nach ihren Lieblingsorten in Augsburg gefragt, die nicht unbedingt auf den offiziellen Stadtführungsrouten liegen und doch eine Menge zu sagen haben. Anlass ist der „Weltgästeführertag 2015“, der am Samstag begangen wurde.

Tipp vom Stadtführer: Die Nordseite des Doms in Augsburg

Gästeführer Xaver Deniffel versteht sich als „Türöffner“. Als einer, der bei den Besuchern ein so großes Interesse für die Stadt wecken will, dass diese gerne wieder kommen. Gefragt nach einem „Geheimtipp“ nennt Deniffel einen etwas ungewöhnlichen Standort: Er führt seine Gäste gerne um den Hohen Dom herum, am Ordinariat vorbei, unter den Bogen hindurch und lässt sie nach ein paar Schritten hinauf zur Nordseite des Domquerschiffes blicken, die sich mächtig erhebt. „Diesen Ort mag ich besonders gerne“, meint Deniffel und lenkt den Blick hinauf zu den Steinen, aus denen diese Dommauer gebaut ist.

 „An diesem Bauwerk sind die Spuren der Geschichte abzulesen – bis hin zu den Römern“, erläutert er. Diese römischen Spuren lassen sich entdecken in vielen Mauersteinen, die sich heller von den Ziegelsteinen abheben. Um die erste Jahrtausendwende haben die Bauleute beim Dombau behauene Natursteine von ehemaligen römischen Bauten verwendet, so genannte Spolien. Beim späteren Einbau des gotischen Spitzbogen-Fensters wurden die Leerstellen mit Ziegeln geschlossen, die viel günstiger vor Ort hergestellt werden konnten. „Hier ist Baugeschichte mit den Augen ablesbar!“ so Deniffel.

Die Gäschen der Jakobervorstadt

Ein Lieblingsort für die Gästeführerin Stefanie Montrone ist der Wittelsbacher Park, genauer gesagt eine Holzskulptur, die sich, wenn die Besucher von der Innenstadt her kommen, rechter Hand im Park befindet. „Ich mag diese Skulptur sehr“, sagt Stefanie Montrone. Es ist eine Baumskulptur des serbischen Bildhauers Mile Prerad mit dem Titel „Mutter aller Menschen“. Sie wurde anlässlich des Augsburger Friedensfestes 2001 im Wittelsbacher Park aufgestellt. Eingearbeitet sind in ihr Symbole aller Weltreligionen. Für Stefanie Montrone ist die Botschaft dieses Kunstwerks hochaktuell: „Die Skulptur steht für das friedliche Miteinander aller Nationen und Religionen“.

Fragt man Gästeführer der Regio Tourismus Augsburg nach ihren Lieblingsorten abseits ausgetretener Pfade, kommen auch diese ins Schwärmen: Da ist Petra Kraft, die mit Besuchern gerne durch die Gäßchen der Jakobervorstadt mit bezaubernden Namen wie Wämstlergäßchen oder Auf dem Plätzchen spaziert. „Hier, hinter der Fuggerei, gibt es so viele idyllische Ecken“, weiß Petra Kraft. Sie kennt auch viele Geschichten von den Häusern, in denen einst Arm und Reich zuhause waren.

Das kleine Galluskirchlein hat eine große Geschichte

Hinter manch Unscheinbarem steckt ein Hauch mit großer Geschichte. So ein Ort ist für Regio-Gästeführerin Regina Thieme das kleine Galluskirchlein hinter dem Kloster St. Stephan. „Es ist ein Kleinod“, sagt Regina Thieme – auch weil sich hier, nah an der Stadtmauer, so schön davon erzählen lässt, wie Martin Luther im Oktober 1518 nachts heimlich aus der Stadt fliehen musste, um seiner Verhaftung zu entgehen. Pferde standen schon bereit. Luther hatte sich geweigert, vor Kardinal Cajetan seine Thesen zu widerrufen. „Da hinab!“, hatte Luther ein Freund zugerufen. Und so heißt auch dieser Ort, wo es steil den Hang hinunter geht.

Die Wassertürme am Roten Tor, ein Spaziergang entlang der ehemaligen Wallanlagen mit ihren Stadttoren, und schließlich eine Rast im Hofgarten – auch das sind Ziele, die die Gästeführer den Besuchern gerne zeigen.

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