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Bildung

07.07.2018

Das sind die Wissenschaftler der Zukunft

Die beiden Sieger des Wissenschaftspreises (von links): Sebastian Schuster und Michel Weith.
Bild: Philipp Kiehl

Schüler erforschen das Verhalten von Hühnern und die Sprache von Politikern. Dafür gibt es Lob und Preise

Wer versteht hier eigentlich was? Diese Frage stellte sich Sebastian Schuster, 20, vom Maria-Theresia-Gymnasium in seiner Arbeit „Kauderwelsch, kryptische Aussagen und Fachvokabular – Wirkung des Politikerdeutsch auf Jugendliche und Jungwähler“. Dafür wurde der Gymnasiast jetzt mit dem Wissenschaftspreis Augsburger Schulen im Bereich Geisteswissenschaften ausgezeichnet.

Anliegen dieses Preises ist es, Jugendliche aus Augsburger Schulen an die Wissenschaft heranzuführen. Teilnehmen können alle Schüler, unabhängig vom Alter und von der Schulart, die sie besuchen. Dotiert ist der Preis mit 2500 Euro. Der Stifter will anonym bleiben.

In Schusters Untersuchung, in der er Reden, Interviews sowie Parteiprogramme mit sprachphilosophischen und linguistischen Methoden analysierte, stellt er Politikern ein schlechtes Zeugnis aus. Ihre Sprache weise durch die Verwendung von Euphemismen (also Beschönigungen), Fremdwörtern, Umdeutungen, Manipulations- und Ausweichmanövern einen hohen Grad an Unverständlichkeit auf, wie Schusters Laudatorin Petra Zanker von der Universität Augsburg zusammenfasst. Diesem Umstand sieht Schuster mit Besorgnis entgegen: Das Politik-Interesse und die Wahlbeteiligung bei Jugendlichen blieben dramatisch niedrig, wenn die Politiker ihre Sprache nicht vereinfachten.

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Sieger auf dem naturwissenschaftlichen Gebiet ist der 19-jährige Michel Weith vom Jakob-Fugger-Gymnasium. In seiner Arbeit versuchte er herauszufinden, inwiefern geistiges und körperliches Wohlbefinden miteinander in Verbindung stehen. In der Kleinstudie mit 271 Einzeldaten von 45 Patienten einer allgemeinmedizinischen Praxis kommt Weith zum Schluss: „Ein gesunder Geist in einem gesunden Körper.“

Bildungsreferent Hermann Köhler lobte die Kreativität, wissenschaftliche Leidenschaft und die große Bandbreite der Bewerbungen. Prof. Dirk Vollmer, Dekan der Mathematisch-Naturwissenschaftlich-Technischen Fakultät der Universität Augsburg machte er augenzwinkernd Hoffnung: „Ich glaube, Sie müssen sich keine Sorgen um den Nachwuchs machen.“ Vier weitere Auszeichnungen gingen an:

Julian Johann, 18, vom St.-Anna-Gymnasium. Er beschäftigte sich mit der Frage, ob sich das Verhalten von Haushühnern konditionieren lässt.

Timo Amman, 18, spürte dem Wirken des katholischen Priesters, Pazifisten und NS-Widerstandskämpfer Max Josef Metzger nach. Dafür erhielt der Schüler vom Jakob-Fugger-Gymnasium den zweiten Preis in der Kategorie Geisteswissenschaft.

Sabrina Niederöcker, 17, vom Gymnasium bei St. Anna erforschte, wie optische Täuschungen neuronal zu erklären sind, und wurde für ihre Arbeit mit dem zweiten Preis in der Naturwissenschaft geehrt.

Philip Müller, 18, geht ethisch kritischen Aspekten der genetischen Veränderung des Erbguts zum Zweck der Lebensverlängerung nach. Für den Gymnasiasten des Rudolf-Diesel-Gymnasiums gab es den dritten Preis im Bereich Geisteswissenschaften.

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