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Augsburg

31.01.2019

Das sind die neuen Ideen für die Jakobervorstadt

Der Platz bei der Jakobskirche zählt zu den Bereichen in der Jakobervorstadt Nord, die attraktiver gestaltet werden könnten.
Bild: Annette Zoepf

Es gibt viele Vorschläge, angefangen von einer Promenade bei der Kahnfahrt bis zur Umgestaltung des Areals rund um die Jakobskirche.

Die Bürgerbeteiligung an der geplanten Sanierung der nördlichen Jakobervorstadt im Rahmen des Förderprogramms „Soziale Stadt“ von Bund und Land ist abgeschlossen. Jetzt wurden die Bürger im voll besetzten Pfarrsaal von St. Max über die bisherigen Ergebnisse informiert. Sie sollten vor allem festlegen, welche der geplanten Sanierungsmaßnahmen ihnen am wichtigsten sind und zuerst angegangen werden sollten. Nach einer Offenlegung der Pläne bis zum 22. Februar im Baureferat soll das Programm dann im Stadtrat beraten werden.

Umgestaltung der Jakober- und Pilgerhausstraße ist umstritten

Den meisten Zuspruch innerhalb der Maßnahmenliste fanden folgende Projekte: Schaffung einer parkähnlichen Promenade am Stadtgraben zwischen Jakobertor und Kahnfahrt mit Aufwertung der hier gelegenen Straßen und Plätze, Öffnung der dortigen Bastion für die Öffentlichkeit sowie Neugestaltung des Platzes an der St.-Jakobs-Kirche. Umstritten ist die Umgestaltung der Jakober- und der Pilgerhausstraße. Hier könnten die Fußgängerzonen verbreitert werden; Autos müssten sich dann ihre Fahrbahn mit der Straßenbahn teilen, wie auch die Augsburger Straße in Pfersee und Teile der Ulmer Straße in Kriegshaber gestaltet sind. Davon waren nicht alle begeistert.

Ein Teilnehmer erinnerte nachdrücklich daran, dass die Straße zwischen Jakobertor und Altem Einlass die einzige verbliebene Ost-West-Verbindung durch die Innenstadt sei. Stadtbaurat Gerd Merkle antwortete, es handele sich nur um einen Denkansatz. Gleichzeitig denke die Stadt auch darüber nach, das Linksabbiegen vom Hohen Weg in den Leonhardsberg zu ermöglichen, damit man nicht mehr über die Karolinen- und Jakoberstraße fahren muss.

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Nach den Worten von Planer Hans-Henning von Winning soll der Autoverkehr in der Jakober- und Pilgerhausstraße gedämpft, aber nicht unmöglich gemacht werden. Die Verkehrsmenge sei nicht so groß. Nur an den Kreuzungen müsse es nach wie vor mehrere Spuren geben.

Grüne Inseln könnten in der Jakobervorstadt geschaffen werden

Zahlreiche weitere Projekte haben sich aus den Bürgerwerkstätten, Stadtteilspaziergängen und Infoveranstaltungen zur „Sozialen Stadt“ Jakobervorstadt Nord ergeben. So soll die Achse am Lauterlech zwischen Vincentinum und Jakobsplatz betont und dort mehr Aufenthaltsqualität geschaffen werden. Auch hier sehen die Planer die Möglichkeit, den Straßenraum für Autos zu verschmälern. Es können zahlreiche grüne Inseln im Viertel geschaffen werden – etwa am Gänsbühl oder zwischen Vincentinum und St. Max. Das Gelände der früheren Augusta-Brauerei soll für Wohnungsbau, Kinderbetreuung und Einzelhandel genutzt werden.

Die Passage zwischen Lauterlech und Langem Sachsengässchen, die oft als Angstraum empfunden wird, soll umgestaltet werden. Aus dem alten Zollhäuschen neben dem Jakobertor könnte ein Bürgertreff oder ein Infopunkt für die Jakobervorstadt werden. Beim Vincentinum und beim Heizkraftwerk am Unteren Graben wären Tiefgaragen denkbar. Auch der Parkplatz hinter dem Alten Stadtbad könnte so anders genutzt werden. Am Ölhöfle ist an den Bau von Kreativwerkstätten gedacht. Die Mauern um die Hasengasse könnten entfernt werden, Prostitution spielt dort nicht mehr eine so große Rolle wie früher.

Die Abfrage der am meisten gewünschten Projekte sollte nach Auskunft von Helmut Seibold vom Stadtplanungsamt ermitteln, mit welchen Projekten begonnen wird und welche erst später umgesetzt werden. Zwar muss der Stadtrat die nötigen Mittel immer erst genehmigen, aber aus Sicht von Seibold sind alle Maßnahmen wichtig und haben ihre Berechtigung. Das Sanierungsprogramm dürfte sich über viele Jahre hinziehen.

Höhere Fördermittel

Tobias Häberle vom Stadtplanungsamt sagte, die Stadt wolle in der Jakobervorstadt Nord ein Sanierungsgebiet im vereinfachten Verfahren ausweisen. So gebe es höhere Fördermittel von Land und Bund. Privatleute, die Sanierungsmaßnahmen angehen, hätten attraktive Steuerabschreibungs-Möglichkeiten. Die Stadt kann dadurch zudem unerwünschte Entwicklungen wie etwa weitere Glücksspielstätten in der Jakoberstraße unterbinden.

Merkle rief Haus- und Grundstückseigentümer dazu auf, das Sanierungsprogramm ebenfalls zu nutzen. Pro eingesetztem Euro könnten sie durch Zuschüsse drei Euro finanzieren. Die öffentliche Hand gehe beim Sanierungsprogramm voran.

Merkle zeigte sich zuversichtlich, dass man gemeinsam Fehlentwicklungen wie der Ausbreitung von Spielhallen und Wettbüros in der Jakoberstraße entgegenwirken könne. Das Projekt „Soziale Stadt Jakobervorstadt Nord“ läuft seit Ende 2017. Der Abschlussbericht zum Planungsprozess mit den Bürgern ist in Kürze im Internet abrufbar: www.stadtplanung.augsburg.de unter „Städtebauliche Projekte“ und „Soziale Stadt Jakobervorstadt Nord“.

Lesen Sie dazu auch: Mit der Jakobervorstadt soll es aufwärts gehen

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