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Hacker-Angriff

04.01.2019

Daten gehackt: Auch Augsburger Abgeordnete betroffen

Auch Claudia Roth ist von dem Hacker-Angriff betroffen.
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Auch Claudia Roth ist von dem Hacker-Angriff betroffen.
Bild: Maurizio Gambarini, dpa (Archiv)

Unbekannte haben private Informationen von Prominenten und Politikern ins Internet gestellt, auch aus Augsburg. Claudia Roth will nun Strafanzeige stellen.

Am Donnerstagabend ging es los. Da klingelte das private Handy von Claudia Roth, kurze Anrufe von ihr völlig unbekannten Nummern. Sie habe gerade auf dem Plärrergelände mit Freunden Chris Kolonkos Dinnershow „Winter Wonderland“ besucht, berichtet die Grünen-Politikerin. Und sich über die vielen Anrufe gewundert. Ihre private Handynummer, sagt die Bundestagsabgeordnete, sei eigentlich nur einem kleinen Kreis bekannt, ebenso wie ihre private E-Mail-Adresse.

Nun bekomme sie darüber viele Anrufe und Nachrichten, Beschimpfungen darunter. Seit Dezember haben Unbekannte über Twitter sensible und private Daten von Politikern und Prominenten im Internet veröffentlicht – und das im erheblichen Umfang. Seit Donnerstagabend ist dies bekannt geworden. Betroffen sind von den Internet-Hacks auch Abgeordnete aus Augsburg, konkret der SPD-Landtagsabgeordnete Harald Güller, die SPD-Bundesabgeordnete Ulrike Bahr und eben Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth. Andere Abgeordnete aus dem Raum Augsburg sind nach bisherigen Recherchen nicht betroffen.

Sowohl für Bahr als auch für Güller dürfte sich der Schaden nach jetzigem Stand in Grenzen halten: Veröffentlicht wurden zwar Handynummern der Politiker, die allerdings waren unter ihrem Namen ohnehin schon im Internet zu finden, auf Seiten der bayerischen SPD. „Ärgerlich“ sei die Angelegenheit für ihn dennoch, sagt Güller, aber bedrohlich sehe er seine Lage nicht, auch wenn die Situation zeige, dass der Umgang mit Daten in Deutschland verbesserungswürdig sei. Ähnlich empfindet es Ulrike Bahr. Sie sei „nicht sonderlich beunruhigt“ was ihre Situation angehe, die angegebene Nummer sei ohnehin bekannt, „wilde Anrufe“ habe sie noch nicht erhalten. Für andere Politiker sind die Konsequenzen der Veröffentlichungen unangenehmer. Und Bahr sagt auch: "Der demokratische Wettbewerb sollte auf legalem Wege erfolgen."

Hacker-Angriff: Claudia Roth will Strafanzeige stellen

Von Claudia Roth wurden neben privaten Daten unter anderem auch eine E-Mail an den stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bundestag, Konstantin von Notz veröffentlicht. Der ist ähnlich wie der Parteivorsitzende Robert Habeck im besonderen Maße vom Datendiebstahl betroffen ist. Habeck hat Strafanzeige gegen Unbekannt gestellt. Dies will auch Claudia Roth tun. Es handele sich um einen „Angriff auf unsere Grundfreiheiten“, sagt sie. Einschüchtern lassen wolle sie sich nicht. Ihre Handynummer allerdings müsse sie wohl ändern.

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