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Wetter

22.02.2018

Dauerfrost und Kältebus: Der Winter hat Augsburg fest im Griff

Das Wetter bleibt kalt. Zudem sollte man sich vor Dachlawinen in Acht nehmen.
Bild: Silvio Wyszengrad

Kommende Woche sinken die Temperaturen weiter. Mensch und Tier haben darunter zu leiden. Wer nicht aufpasst, kann bei diesem Wetter böse Überraschungen erleben.

Vorfreude soll bekanntlich die schönste sein. Daher die gute Nachricht: Wir können uns noch lange auf den Frühling freuen. Der Winter hat Augsburg fest im Griff und seine frostige Umklammerung wird noch fester, prognostiziert ein Wetterexperte. Für manche Menschen kann das gefährlich werden. Ein Überblick über Kälte in Augsburg.

Dauerfrost und ein eisiger Ostwind

„Frühling gibt es frühestens am 21. März. Und es ist nicht von der Hand zu weisen, dass selbst an Ostern noch Schnee liegen könnte“, sagt Klaus Hager. Der Meteorologe macht mit nüchternen Zahlen sämtliche Hoffnungen auf bald wärmere Zeiten zunichte. „Bis Samstag hat es tagsüber minus eins bis null Grad, ab Sonntag sinken die Temperaturen tagsüber auf minus fünf Grad. Die nächtlichen Werte liegen bei minus zwölf bis minus 19 Grad.“ Dienstag und Mittwoch nächster Woche sollen laut Hager die kältesten Tage werden. Zudem komme noch ein scharfer Ostwind dazu. „Dann können es am Tag gefühlte minus 20 Grad werden.“ Schnee ist bei der bevorstehenden Hochdruckwetterlage nicht mehr in Aussicht.

Kältebus ist im Einsatz

Der angekündigte Dauerfrost trifft besonders obdachlose Menschen. Für sie kann eine eiskalte Nacht unter Umständen lebensgefährlich werden. Hans Stecker vom Sozialdienst Katholischer Männer (SKM) erinnert sich an einen Mann, der vor ein paar Jahren an einer Parkbank festgefroren aufgefunden wurde. Sein Leben wurde im Klinikum gerettet. Der SKM-Kältebus fährt in klirrend kalten Nächten ab minus fünf Grad wieder durch Augsburg.

Ehrenamtliche Helfer und Sozialarbeiter versorgen dann Obdachlose mit heißen Getränken, Decken und Schlafsäcken „Am dankbarsten sind die Menschen für heißen Tee“, sagt Sozialarbeiterin Carina Filser. „Der wärmt von innen.“ Andrang herrscht gerade in der Wärmestube des SKM. „Wenn es richtig kalt wird, kann es passieren, dass die Menschen bis draußen auf die Straße anstehen“, weiß Stecker aus Erfahrung.

Lawinen und Rohrbrüche

Wenn Friedhelm Bechtel in diesen Tagen draußen unterwegs ist, sieht er oft nach oben. Denn von dort kommt nicht immer Gutes. „Noch rutschen Dachlawinen nicht unbedingt ab, aber wenn es dann taut, kann eine Dachlawine heftig weh tun“, warnt der Sprecher der Berufsfeuerwehr.

Nasser Pappschnee kann bis zu 20 Kilo pro Quadratmeter auf die Waage bringen. Rutscht ein Schneeberg vom Dach und beschädigt ein Auto, zahlt im Normalfall die Vollkasko-Versicherung. Auch im Wald lohnt derzeit der Blick nach oben: Äste könnten unter der Schneelast brechen. Bechtel rät zudem, derzeit zuhause nicht an Heizkosten zu sparen. Sonst drohen Wasserrohre einzufrieren. Wer vergessen haben sollte, die Außenwasserhähne abzusperren, dem empfiehlt Bechtel, diese mit einer Wärmflasche oder einem Föhn aufzutauen. „Jetzt, solange das Wasser gefroren ist, passiert noch nichts. Aber wenn es taut, kann es zu großen Schäden kommen.“

Ein Kaffee im Freien? Derzeit wohl etwas ungemütlich.
Bild: Silvio Wyszengrad

Loipen und Eisflächen

Gaudi bieten gerade die Rodelhänge in der Stadt, wie etwa der Hügel an der Spickelwiese. Zudem sind vier Langlauf-Loipen gespurt: Sportanlage Süd, wo das Flutlicht derzeit defekt ist, am Lechdamm vom Hochablass bis zur Staustufe 23, sowie auf den Golfplätzen in Stadtbergen und Burgwalden. Aktuelle Informationen gibt es unter der Nummer 0821/324-9779.

Ruft man dort an, erzählt die Dame am anderen Ende der Leitung, dass es in diesen Tagen oft klingele. „Die Leute wollen meist wissen, in welchem Zustand die Loipen sind.“ Und, wie sind sie? „Bei der Loipe am Lechdamm gab es schon einige Beschwerden, dass die Bedingungen schlecht seien, die anderen sind wohl in Ordnung.“ Was gar nicht geht, ist Schlittschuhlaufen auf den Seen. „Kuh- und Autobahnsee sind teilweise zugefroren, aber es gibt keine tragfähigen Eisflächen“, warnt Marco Greiner von der Wasserwacht.

Gurken gibt es nur drinnen

Für die Affen im Zoo gilt derzeit das Motto „Gurken nur drinnen“. Ihr geliebtes Gemüse bekommen die Paviane im Zoo an Frosttagen nur im Affenhaus gereicht. Laut Zoo-Chefin Barbara Jantschke müssen die Tierpfleger aufpassen, dass das Futter nicht einfriert. Auch an den Besucherzahlen macht sich die Kälte bemerkbar. Im Januar sei man zufrieden gewesen, jetzt im eisigen Februar bricht die Besucherzahl ein, sagt Jantschke.

Den Pinguinen im Zoo macht die Kälte nichts aus: Sie tummeln sich im Freien.
Bild: Silvio Wyszengrad

Nicht nur die Besucher schrecken die kalten Temperaturen ab, auch die Tiere seien nicht begeistert. Schließlich dürfen sie nicht so lange im Freien bleiben. Manche würden mit Futter wieder ins Warme gelockt. „Tiere können sich auch erkälten, wie wir Menschen – so richtig mit Schnupfen und Fieber.“ Da mag man sich nicht vorstellen, wie einem Elefanten die Nase läuft. Wenigstens fühlen sich die Pinguine draußen wohl.

Auf was Jogger jetzt achten sollten

Der Kälte kann man nicht davonlaufen, aber man kann trotz Kälte laufen. „Wenn jemand gesund ist, ist Joggen bei diesen Temperaturen durchaus möglich“, sagt Jakob Berger, Hausarzt und stellvertretender Vorsitzender des Bayerischen Hausärzteverbandes. Aber der Mediziner rät, weniger intensiv zu trainieren. „Kalte Luft kann die Atemwege reizen und sich auf das Herz-Kreislaufsystem auswirken.“

Berger empfiehlt auch jungen und gesunden Menschen, derzeit langsamer zu tun und nicht so lange wie gewohnt zu joggen. Ein Schal oder ein Tuch vor Mund und Nase seien außerdem gut, weil die Luft wärmer werde. „Man sollte sowieso durch die Nase atmen, weil die Luft dann angewärmt wird.“ Wichtig sei auch Handschuhe und warme Socken in den Schuhe zu tragen. „Anschließend erst heiß, dann kalt duschen.“

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