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Augsburg

31.01.2019

Demonstrantin muss nach Protest gegen Baumfällungen vor Gericht

Gegen die Baumfällungen am Herrenbach in Augsburg hatten zahlreiche Bürger protestiert. Ein Demonstrantin ist jetzt angeklagt, weil sie einen Wachmann angegriffen und verletzt haben soll.
Bild: Michael Hochgemuth

Der Protest gegen die Baumfällungen am Herrenbach in Augsburg hat ein Nachspiel. Eine Frau soll einen Wachmann angegriffen und verletzt haben.

Die umfangreichen Baumfällungen am Herrenbach haben im vergangenen Jahr die Gemüter erhitzt. Fast 50 Bäume mussten dort weichen. Eine 39-jährige Frau, die gegen diese Fällungen protestiert hat, muss sich am kommenden Montag vor dem Augsburger Amtsgericht verantworten. Ihr wird vorgeworfen, einen Wachmann mit Pfefferspray verletzt zu haben.

Der Vorfall ereignete sich Ende Mai vorigen Jahres. An diesem Tag wurden die ersten Bäume am Ufer des Kanals umgesägt. Die Stadt begründete das mit der Gefahr von Überschwemmungen für Anwohner. Die Wände des Kanals seien durch die Wurzeln gefährdet. Zahlreiche Menschen protestieren aber dagegen. Sie versuchten auch, die Anfahrt der Forstmaschinen zu behindern.

Insgesamt 47 Bäume am Ufer des Herrenbachs mussten gefällt werden. Die Stadt Augsburg begründete das mit der Gefahr von Überschwemmungen.
Bild: Michael Hochgemuth

Die Stadt allerdings hatte vorsorglich den gesamten Bereich zu einer „Sperrzone“ erklärt. Zäune wurden aufgestellt und ein privater Sicherheitsdienst übernahm die Bewachung. Einer heute 39-Jährigen gelang es aber trotzdem, über eine Kleingartensiedlung in die Sperrzone einzudringen. Dort soll sie dann einem Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes den Tierabwehrspray ins Gesicht gesprüht haben, heißt es in der Anklageschrift. Der Frau wird deshalb nun gefährliche Körperverletzung vorgeworfen.

Der Wachmann gab an, er wollte die Frau daran hindern, in den Bach zu springen

Der damals 37 Jahre alte Wachmann gab an, er habe die Frau aus dem Sperrbereich nur „herausbegleiten“ wollen. Als sie dabei aber in den Herrenbach springen wollte, habe er sie mit einem Arm daran gehindert. Daraufhin habe sie ihm den Spray ins Gesicht gesprüht. Der 37-Jährige wurde vor Ort von einem Notarzt behandelt. Bleibende Schäden, hieß es damals, habe er nicht davon getragen.

Von sechs weiteren Demonstranten, die an diesem Tag in die Sperrzone eingedrungen sind, hatte die Polizei die Personalien aufgenommen. Es lag dann bei der Stadt, darüber zu entscheiden, ob die Protestierenden wegen Hausfriedensbruchs angezeigt werden. Wie sich die Stadt in dieser Frage entschieden hat, war am Donnerstag nicht in Erfahrung zu bringen.

Die Stadt Augsburg will rund 130 Bäume als Ersatz pflanzen

Zunächst hatte die Stadt geplant, am Ufer des Herrenbachs 96 Bäume zu fällen, um den Kanal sicher vor Überschwemmungen zu machen. Vertreter der Stadtregierung stellten das als alternativlos dar. Nach massiven Protesten gab es dann aber doch ein Umdenken. Am Ende sollten deutlich weniger Bäume fallen, insgesamt noch 47. Für die gefällten Bäume sollen rund 130 neue Bäume als Ersatz gepflanzt werden.

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