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27.03.2009

Der Airport soll aus der Schuldenfalle

Den Augsburger Flughafen drückt eine Altlast von 20 Millionen Euro. Kein Wunder, dass die Stadt keinerlei Chance hat, aus der Schuldenfalle rauszukommen. Jährlich muss sie einen Minusbetrag von rund 1,5 Millionen Euro ausgleichen. Nun versucht man die Kehrtwende: Gewerbeareale im Airport-Umfeld sollen im großen Umfang verkauft werden und der Flughafen will seine Geschäftsfliegerei durch die Optimerung der Landebahn ("Grooving") deutlich ausbauen.

Befürchtungen wegen einer ungezügelten Expansion tritt OB Kurt Gribl entgegen: "Alles bleibt im Rahmen der bestehenden Genehmigungen." Niemand brauche sich darum zu sorgen, dass bald übergroße Flugzeuge landen. Eine kritische Bestandsaufnahme zum Thema Airport war die Aufgabe einer internen Flughafen-Konferenz, zu der OB Gribl eigene Spitzenleute, Vertreter beider Kammern sowie des zuständigen Luftamtes geladen hatte.

Ergebnis: Augsburg stehe zu seinem Flughafen. Auch die neue Ausrichtung als "City-Airport" für Geschäftsflieger sei zukunftsweisend und richtig. Der Flughafen sei ein wichtiger Standortfaktor, so Gribl auf Anfrage.

In Zusammenarbeit mit beiden Kammern müsse man aber noch viel tun, um für den Airport zu werben. Angedacht ist eine große Marketingaktion. Gezielt sollen große Unternehmen angesprochen werden. Ziel ist, Firmenflugverkehr nach Augsburg zu holen. Vorbild ist Eurocopter.

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Flugverkehr Für die Hubschrauberfirma Eurocopter will man tägliche Geschäftsflüge nach Frankreich ab Augsburg abwickeln (AZ berichtete). Damit der Firmenjet landen kann, muss die Fahrbahn optimiert werden. Eine Entscheidung ist bei Eurocopter aber noch nicht gefallen. Wie aus Teilnehmerkreisen zu hören war, ist eine Frequenz von bis zu 700 Flügen im Jahr denkbar.

OB Gribl erhofft sich dadurch eine deutliche Verbesserung der Einnahmeseite. Derzeit macht der Airport im operativen Bereich ein Minus von 500 000 Euro. Durch eine Ausweitung der Geschäftsflüge hofft man den Betrag halbieren zu können. Dass der Airport irgendwann kein Zuschussbetrieb mehr sein wird, sei eine Illusion, so Gribl. In Deutschland gebe es so gut wie keinen Flughafen, der schwarze Zahlen schreibt.

Schulden Zins und Tilgung aus der Schuldenlast von 20 Millionen Euro zwingen den Airport finanziell in die Knie. So konnte vergangenes Jahr eine Insolvenz nur knapp verhindert werden. Nun will man großzügig Flächen in dem neu entstehenden Flughafen-Gewerbegebiet, das rund 100 000 Quadratmeter umfasst, verkaufen. Bevorzugt werden sollen Unternehmen, die mit dem Flughafen Berührungspunkte haben. Auch Beechcraft will kräftig erweitern.

Laut OB ist aber auch eine allgemeine Nutzung denkbar. Erste konkrete Anfragen gebe es schon, bestätigt Wirtschaftsreferent Andreas Bubmann. Man hofft auf einen Erlös von rund zehn Millionen Euro. Mit den Kammern werde man jetzt eine offensive Marketingstrategie angehen, um für den Flughafen zu werben.

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