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Wohnen

14.10.2015

Der Aufzug fürs Einfamilienhaus

Lifte gibt es auch für Privathäuser – ob außen oder innen. Unser Bild zeigt eine Lösung des Unternehmens Lifttec aus Donaueschingen.
Bild: Lifftec/Studio Schiele

Treppenlifte sind vielen Hausbesitzern ein Begriff. Möglich ist auch, einen richtigen Aufzug einzubauen - wie es sie in Hochhäusern gibt, mit Kabine und Tür, aus Glas und Metall.

Als „Homelift“ bezeichnen Fachleute diese Aufzüge, die in normalen Wohnhäusern außen, aber auch innen angebracht werden können. Lösungen dafür sind derzeit auf der Interlift zu sehen – einer der weltgrößten Messen für Aufzugstechnik, die noch bis morgen in Augsburg stattfindet. 541 Aussteller sind dieses Jahr vertreten. Das Thema der Privataufzüge für das Zuhause gilt als Wachstumsmarkt.

Alternde Bevölkerung: Lifte für Privathäuser sind ein Wachstumsmarkt

Einen Lift speziell für Privathäuser hat das Unternehmen Vestner aus Dornach bei München entwickelt. Knopf drücken, die Tür schiebt sich auf. Ein Schritt nach vorn – und man steht in der Kabine. Drei Personen haben hier Platz. Oder ein Rollstuhlfahrer. Innen nochmals einen Knopf gedrückt, dann fährt der Lift los. Mit 15 Zentimetern pro Sekunde geht’s nach oben. Das ist gemächlich. Allerdings fährt man im Eigenheim ja meist nicht höher als in den ersten oder zweiten Stock.

Aufzüge für das eigene Haus, darin sieht das Unternehmen Vestner großes Potenzial. „Die Bevölkerung wird älter“, sagt Marcus Groth, zuständig für den Vertrieb des Privataufzugs. „Die meisten Senioren wollen bis ins hohe Alter in ihrer gewohnten Umgebung bleiben.“ Ein Großteil der Bundesbürger wohnt aber in Einfamilienhäusern. Wer später auf eine Gehhilfe oder einen Rollstuhl angewiesen ist, für den werden Treppen schnell zum Hindernis. Hier setzt der Privatlift an.

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Anbieter versuchen, den baulichen Aufwand zu begrenzen

1 Meter auf 1,25 Meter ist die Fläche im Vestner-Privataufzug groß. Dieser sei behindertengerecht ausgelegt, erklärt Vertriebsfachmann Groth. Eine Lichtschranke erkennt Passagiere in der Türe. Eingequetscht wird niemand. Auch der Hund kann sicher in den Lift flitzen. Die meisten Privataufzüge habe die Firma bisher in Neubauten installiert – erstaunlicherweise bei jüngeren Leuten. „Es ist die junge Generation, die heute für die Zeit in 20 Jahren vorsorgt“, sagt Groth.

Aufzüge für Privathäuser sieht auch das Unternehmen Lifttec aus Donaueschingen als Zukunftsthema an. Die Firma ist seit fast 18 Jahren am Markt und legt Wert darauf, dass sich der bauliche Aufwand bei bestehenden Gebäuden in Grenzen hält.

Als „Aufzugsschacht“ reicht eine sechs bis acht Zentimeter tiefe Grube. „Es genügt also, an der Stelle im Gebäude den Estrich zu entfernen“, sagt Lifttec-Experte Hermann Degen. „Im Idealfall kann man den Aufzug ins Treppenhaus stellen.“ Gegebenenfalls muss eine Decke durchbrochen werden – oder man bringt den Aufzug gleich außen an. Bis zu fünf Stockwerke lassen sich anbinden.

Wie kostenintensiv sind Aufzüge für Privathäuser?

Aber sind solche privaten Aufzüge bezahlbar? Je nach Unternehmen fallen zwischen 20.000 Euro bis 23.000 Euro für das Basismodell an, berichten Vertreter. Beim spanischen Unternehmen Hidral aus Sevilla spricht man von 6000 bis 7000 Euro pro Haltestelle oder Stockwerk für ein hydraulisches Modell, und von 12.000 Euro pro Stockwerk bei einem elektrischen.

Die Interlift ist eine internationale Messe. Hier treffen Aussteller aus Deutschland, Italien, Spanien, China und anderen Ländern aufeinander. Vertreten sind Unternehmen mit Lösungen für Hochhäuser, aber auch für die Industrie. Aufzüge des Unternehmens Geda aus Asbach-Bäumenheim (Kreis Donau-Ries) eignen sich zum Beispiel für Ölraffinerien, Offshore-Plattformen oder Zementwerke. Die Interlift erreicht dieses Jahr eine Rekordgröße.

Die Veranstalter erwarten, dass auch die Zahl der Besucher getoppt wird. Die vergangene Interlift 2013 zählte rund 18.900 Gäste. Als Fachmesse widmet sich die Interlift speziellen Themen der Aufzugbrache. Es geht zum Beispiel auch um Antriebe, edle Kabinen mit Marmor und Chrom oder um elektronische Unterhaltung und Werbung im Aufzug. Ein großes Thema ist dieses Jahr die neue EU-Aufzugrichtlinie.

Messe Die Interlift (Messe Augsburg) ist noch bis Freitag, 16. Oktober, von 9 bis 18 Uhr für Fachbesucher geöffnet.

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