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Augsburg

18.11.2016

Der Augsburger Perlachturm muss dringend saniert werden

Der obere, nicht verputzte Teil des Perlachs muss saniert werden.
Bild: Silvio Wyszengrad

Dem Augsburger Wahrzeichen droht sonst aus Sicherheitsgründen die Schließung. Für das Publikum bedeutet es: Es wird eine längere Schließung geben.

In diesem Jahr war das Rathaus monatelang eingerüstet, kommendes Jahr und 2018 wird der danebenstehende Perlachturm hinter Gerüsten verschwinden. Dass der Turm saniert werden muss, ist bereits seit Sommer bekannt, allerdings scheint mehr Eile geboten als zunächst gedacht. Gehe man die Sanierung nicht an, so Baureferent Gerd Merkle, müsste der Turm kommendes Jahr für die Öffentlichkeit gesperrt werden. Die Stadt rechnet mit gut 2,1 Millionen Euro Kosten.

Baufällige Geschosse aus Naturstein

Das Problem ist, dass die obersten Geschosse aus Naturstein baufällig sind. Experten ließen sich vergangenes Jahr in einem Korb von einem Autokran in 70 Meter Höhe hieven, um den Turm detailliert unter die Lupe zu nehmen. Das Ergebnis: Durch Fugen im Naturstein ist Wasser eingedrungen, das die im Inneren verbauten Eisenteile zum Rosten bringt. Diese quellen auf und sorgen dafür, dass Steinteile abgesprengt werden. Eine Steinsäule ist bereits seit Längerem mit einer Manschette gesichert.

Sanierungskonzept erarbeitet

Das Hochbauamt hat inzwischen ein Sanierungskonzept ausgearbeitet. Demnach sollen am Turm kommendes Jahr die beiden oberen Natursteingeschosse für rund 900.000 Euro saniert werden. Der Dachaufbau soll in einem Stück von einem Kran heruntergehoben werden. Die Hoffnung ist, die Kuppel zu erhalten und anschließend wieder auf den Turm setzen zu können. Andernfalls müsste das Kupferdach mit seiner Patina erneuert werden. „In welchem Zustand das Dach wirklich ist, wissen wir erst, wenn es unten steht“, so Merkle.

Laut Hochbauamts-Leiter Günter Billenstein sollen dann die Stützen auseinandergenommen werden, weil man anders nicht an die Metallteile herankommt. Aus diesem Grund verzögert sich auch die Erneuerung des Glockenspiels, für das die Altaugsburggesellschaft Geld gesammelt hatte. Das unter der Plattform liegende Geschoss will die Stadt nach Möglichkeit oben auf dem Turm sanieren. Eine erste Überlegung war, den gesamten Turm oberhalb der Balustrade in etwa 65 Metern Höhe komplett ab- und wieder aufzubauen.

Um in Zukunft nicht wieder Probleme mit rostenden Teilen zu bekommen, soll das Stabilisierungsgerüst im Inneren aus Edelstahl hergestellt werden. Der Turm wurde nach dem Zweiten Weltkrieg wiederhergestellt. Zuletzt waren die oberen Geschosse 1910/11 erneuert worden. Auch hier dürfte die Rostthematik schon eine Rolle gespielt haben.

2018 soll die Fassade erneuert werden

Im Jahr 2018 soll dann die Fassade, die vor 30 Jahren zuletzt verputzt wurde, erneuert werden. Auch durchfeuchtete Fundamente müssen trockengelegt werden. Dafür wird das Gerüst, das im Vorjahr am Turm stand, erneut aufgebaut werden müssen. 2019 wird der Turm dann innen saniert, gleichzeitig soll der bisher versteckte Eingang vom Perlachberg wegverlegt werden. Künftig wäre der Turm dann über einen leer stehenden Laden an der Nordseite zu betreten.

Luftbild Augsburg / Wetter / Bereit für den Frühling! Die nächsten tage soll es ja Temperaturen bis 20 Grad geben. Die Cafes auf dem Augsburger Rathausplatz sind alle bestuhlt und gerüstet für den Ansturm bei schönem Wetter. Bild: Ulrich Wagner
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In jedem Fall, so die Stadt, sei von längerfristigen Sperrungen in den kommenden Jahren auszugehen. Die jährlichen Turamichele-Vorführungen im September seien nicht gefährdet. Der Bauausschuss des Stadtrates beschloss das Konzept gestern. Dass die Sanierung über drei Jahre gestreckt wird und somit teurer wird als in einem oder zwei Zügen, liegt daran, dass sich die finanziellen Belastungen so besser verteilen.

Die Idee, auch die Treppen im Inneren neu zu gestalten, sodass Besucher schon beim Aufstieg durch eine Art Ausstellung geführt werden könnten, wurde verworfen – zu teuer. Denn die Stadt muss auch im danebenstehenden Rathaus Geld investieren. Nach dem Außenputz ist jetzt das Innere dran. Der Sitzungssaal des Rathauses soll neu gestaltet werden. Kurzfristig nötig ist auch ein neues Brandschutzkonzept mit rauchdichten Türen. Dafür werden 1,5 Millionen Euro veranschlagt. Andernfalls könnten keine Veranstaltungen über 200 Personen mehr im historischen Rathaus stattfinden.

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