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Weihnachten in Augsburg

24.11.2014

Der Christkindlesmarkt kommt in Japan groß raus

Ein japanisches Filmteam dreht einen einstündigen Film über Augsburg (von links): Masahiro Ito (Regie), Kazuhiro Yonekawa (Ton) und Hideo Sasaki (Kamera).
Bild: Silvio Wyszengrad

Ein Fernsehteam aus Asien dreht einen Weihnachtsfilm über den Augsburger Christkindlesmarkt – schon vor der Eröffnung. Wie Augsburg Nürnberg ausstach.

Ein Filmteam aus Tokio dreht in Augsburg elf Tage lang für eine Sondersendung der Reihe „Sekatoki“, zu Deutsch „Der schönste Augenblick“. Sie wird am 25. Dezember im öffentlich-rechtlichen Programm Nippon Hoso Kyokai ausgestrahlt. Die japanischen Fernsehzuschauer sollen miterleben, wie die Deutschen die Weihnachtszeit feiern – am Beispiel des Christkindlesmarktes. Dort bieten von diesem Montag (Eröffnung um 19 Uhr) bis Heiligabend über 130 Händler ihre Waren feil. Beinahe wäre das Filmteam in Nürnberg gelandet. Dort wird der weltweit bekannteste deutsche Christkindlesmarkt zelebriert. „Japaner lieben Superlative“, erklärt Kathrin Hysky. Die Hessin koordiniert in Deutschland japanische Fernsehproduktionen und kennt die Wünsche ihrer Kunden genau.

Japaner vergleichen deutsche Weihnachtsmärkte

Hysky betreut die Produktion. Und sie war es auch, die Augsburg ins Spiel brachte. „Wir haben im Vorfeld Weihnachtsmärkte von Lübeck bis München recherchiert und Vorschläge gemacht“, erzählt sie. Am Ende sei die Wahl auf Augsburg gefallen. Den Ausschlag habe das Engelesspiel gegeben. Der stimmungsvolle Auftritt der Engel in den Fenstern des Rathauses sei ein ganz tolles Thema, zu dem es viel zu erzählen gebe.

Überhaupt: Engel. Diese christlichen Himmelsboten sind für Japaner erklärungsbedürftig. Dort gehören die meisten Menschen Glaubensrichtungen wie dem Buddhismus oder Shintoismus an. Christliche Traditionen sind kaum verbreitet. „Wenn man in Japan das Thema Weihnachten kennt, dann in der amerikanischen Variante mit Santa Claus“, sagt Hysky. In Augsburg hofft das Filmteam viele Geschichten zu finden, die zum Titel der Sendung „Der schönste Augenblick“ passen. Erklärt wird nicht nur das Engelesspiel, das seit 1977 jedes Jahr im Advent zu sehen ist – heuer an 14 Terminen. Auch der Christkindlesmarkt, dessen Wurzeln in Augsburg rund 500 Jahre zurückreichen, ist ein großes Thema.

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Die Sondersendung soll 60 Minuten dauern

Die Sondersendung im Programm NHK soll 60 Minuten dauern. Deshalb bleibt genug Zeit, um den Japanern auch noch viele andere schöne Seiten Augsburgs zu zeigen. Das Filmteam wirft einen Blick in spannende Kapitel der Stadtgeschichte, von den Römern über die Fugger bis hin zum Zweiten Weltkrieg, aus dessen Bombentrümmern der heutige Rathausplatz entstand. Regisseur Masahiro Ito und sein Team freuen sich, dass sie in Augsburg kompetente Helfer gefunden haben. Einer von ihnen ist Historiker Franz Häußler. Er kennt sich mit der Geschichte der Augsburger Märkte aus und hat darüber ein Buch geschrieben. Auch bei ihm ist das Filmteam zu Besuch.

Regisseur Masahiro Ito hat vor allem ein Anliegen: Er möchte den Fernsehzuschauern in Japan den tieferen Sinn des christlichen Weihnachtsfestes vermitteln. Auch die Harmonie, die im Zusammenspiel des Weihnachtsmarktes im historischen Umfeld und der Engel im Rathaus entsteht, ist im wichtig. „Ich will zeigen, wie die Augsburger Weihnachten leben“, sagt er. Nur ein Wunsch des Teams ist noch offen. „Eigentlich hoffen wir auf Schnee.“

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