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Augsburg

28.05.2019

Der Kampf um das Oberbürgermeister-Amt in Augsburg beginnt

Augsburgs Oberbürgermeister Kurt Gribl (CSU) hört auf. Wer wird sein Nachfolger?
Bild: Michael Hochgemuth

Plus Die Parteien bringen ihre OB-Kandidaten in Stellung. Es kommt zum Duell zweier Referenten von CSU und SPD. Und die Grünen sind stärker denn je.

Wenn über den Ausgang der Oberbürgermeister-Wahl am 15. März 2020 in Augsburg diskutiert wurde, sprach mancher lange Zeit von der "gmahden Wiesn". Oberbürgermeister Kurt Gribl (CSU), der seit Mai 2008 regiert, werde mit Sicherheit wiedergewählt, hieß es. Seit 13. März wird in Augsburg anders gedacht. Es war der Tag, an dem Gribl zur Überraschung großer Teile der eigenen Partei verkündete, dass er keine weitere Amtszeit anstrebe. Er werde nicht mehr kandidieren. Es war ein politischer Paukenschlag.

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Die Oberbürgermeister-Wahl in Augsburg wird spannend

Die CSU hatte die personellen Weichen zu diesem Zeitpunkt bereits gestellt. Eva Weber, Finanz- und Wirtschaftsreferentin der Stadt, wurde als CSU-OB-Kandidatin präsentiert. Am Montagabend ist sie nominiert worden. Die 41-Jährige geht aufgrund der politischen Machtverhältnisse in der Stadt als Favoritin in die OB-Wahl. Von einer "gmahden Wiesn" will aber jetzt keiner mehr in der CSU sprechen.

Die Oberbürgermeister-Wahl hat seit dem angekündigten Abschied Gribls an Spannung gewonnen. Die politische Konkurrenz sieht ihre Chance. Die SPD hat am vergangenen Donnerstag ihren Kandidaten vorgestellt. Es ist der 39-jährige Dirk Wurm. Ihn kennt man in Augsburg, da er seit Mai 2014 als Ordnungs- und Sportreferent tätig ist. Es ist ein Job, der ihn mit vielen Bürgern zusammenbringt – keine schlechte Voraussetzung für die anstehende Persönlichkeitswahl.

Reizvoll ist das Duell zwischen Eva Weber und Dirk Wurm auch deshalb, weil beide als Referenten der Stadtregierung angehören. Am Sonntagabend hat Wurm allerdings einen deutlichen Dämpfer bekommen, wobei er mit der Europawahl direkt nichts zu tun hatte. Das Abschneiden der Augsburger SPD nahm ein "erschreckendes" Ausmaß an, wie es selbst die Vorsitzende und Bundestagsabgeordnete Ulrike Bahr konstatierte. Die SPD lag nur noch bei 10,1 Prozent. Die CSU schnitt mit 30,7 Prozent am besten ab.

Die Grünen suchen noch ihren Bewerber für das Augsburger Oberbürgermeisteramt

Die zweitstärkste politische Kraft in der drittgrößten Stadt Bayerns sind mit weitem Abstand die Grünen. Sie erhielten 25,6 Prozent der Stimmen. Bereits bei der Landtagswahl im Herbst 2018 hatten sie die SPD abgehängt. Die Grünen wissen aber noch nicht, wen sie ins Rennen schicken. Es läuft ein parteiinternes Auswahlverfahren mit drei Bewerbern. Die besten Chancen werden dabei der Vorsitzenden der Stadtratsfraktion, Martina Wild, eingeräumt. Die 42-Jährige ist seit vielen Jahren in der Kommunalpolitik verankert.

 

Bei der Wahl 2014 hatte Gribl bereits im ersten Wahlgang gegen acht Herausforderer gewonnen. Im nächsten Jahr wird es nach Stand der Dinge mindestens elf OB-Kandidaten geben. Diese Zahl lässt aus Sicht von politischen Beobachtern darauf schließen, dass es in Augsburg wohl zu einer Stichwahl kommt. CSU-Frau Weber dürfte dabei sein, aber wer schafft es noch?

Unabhängig von den Kandidaten bietet die Oberbürgermeister-Wahl in Augsburg Brisanz. Die Stadt wird seit Mai 2014 von einem Dreierbündnis im Rathaus regiert, das Amtsinhaber Gribl in dieser Form eingefädelt hatte. CSU und SPD sind Koalitionspartner, die Grünen sind Kooperationspartner. Je näher der Wahltermin rückt, desto mehr müssen die Parteien ihr eigenes Profil schärfen.

 

OB Gribl, der mit seinem Rückzug nahezu alle überrascht hat, lässt weiterhin offen, wie es für ihn nach dem Ende der Amtszeit weitergeht.

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