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12.03.2009

Der Mensch lebt nicht vom Brot allein

Kriegshaber Mit dem Stolz sei es so eine Sache in der christlichen Religion, meint Pfarrer Martin Dorner. Freude zu empfinden sei vielleicht eher angebracht. Dennoch dürfen der Pfarrer der evangelischen Gemeinde St.Thomas und die rund 30 ehrenamtlichen Mitglieder von "Nicht nur ein Ma(h)l" stolz auf das bisher Geleistete sein.

Seit fünf Jahren gibt es ihn nun schon, diesen Mittagstisch für die Gemeinde und auswärtige Essensgäste. Die Idee entstand bei einer Tagung. Was kann die Kirchengemeinde für andere tun, fragten sich damals Martin Dorner, Hannelore Weber und der Kirchenvorstand.

2005 gewann "Nicht nur ein Ma(h)l" einen mit 4000 Euro dotierten Preis bei einem landeskirchlichen Innovationswettbewerb und konnte mit dem Geld einen zweiten Herd für die Küche und eine Speisekammer anschaffen. Im vergangenen Jahr wurde das Projekt mit dem 1. Seniorenpreis der Stadt Augsburg ausgezeichnet.

Der Großteil der bis zu 90 Menschen, die jeden Mittwoch den großen Gemeindesaal aufsuchen, sind Seniorinnen und Senioren, meist Alleinstehende. "Sie haben die Möglichkeit, wenigstens einmal in der Woche nicht allein essen zu müssen", sagt Dorner. Aber auch Jüngere und Familien nähmen das Angebot gerne an.

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Festliche Tafel ist ein Muss

Für das Jubiläum hat das achtköpfige Küchen- und Service-Team bereits am Vortag die Tische gedeckt, alles weiß mit farbigen Servietten. "Blumenschmuck darf nie fehlen", so Hannelore Weber, die das Mahl seit Anbeginn organisiert. "Es muss immer eine festliche Tafel sein."

Für die 124 Gäste der Feier gibt es noch einmal das Menü des allerersten Mittagessens im März 2004: Appetit anregende Grießnockerlsuppe, einen frischen bunten Salatteller, würziges Putengeschnetzeltes mit Spätzle und zum Dessert eine verführerische Himbeer-Mascarpone-Crème.

Abwechslung im Alltag und gute Gespräche

Das Lob der Gäste ist einhellig - aber nicht nur für die Speisen. "Nicht nur ein Ma(h)l" bedeute ihnen mehr als nur ein leckeres Essen: die Zusammenkunft mit Nachbarn, die Bekanntschaft mit anderen, eine schöne Abwechslung im Alltag, gute Gespräche und gute Unterhaltung.

"Der Mensch lebt nicht vom Brot allein", betont Dekan Fritz Graßmann in seiner Festpredigt beim anschließenden Abendmahls-Gottesdienst. Bei diesem klugen und mustergültigen Beispiel für das Ehrenamt gehe es nicht nur um Nahrungsaufnahme oder eine Entlastung für den Rentner-Geldbeutel. "Nicht nur ein Ma(h)l" sei ebenso eine diakonische Aufgabe. "Das Ziel ist erst erreicht, wenn die Menschen hungrig nach Gottes Nähe weggehen."

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