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Verkehr in Augsburg

05.08.2011

Der Ruf nach Bahnhalt am Stadion wird lauter

Ökologisch: Das FIFA Frauen-WM-Stadion in Augsburg wird klimaneutral betrieben.
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Das Stadion in Augsburg. dpa

Mit einem Bahnhalt am FCA-Stadion sieht die heimische Wirtschaft die Chance, Firmen besser anzubinden. Die SPD verweist zudem auf die Auswirkungen des Kö-Umbaus ab 2012.

Die Debatte über einen Bahnhalt auf Höhe des Augsburger Fußballstadions nimmt an Fahrt auf. Der Stadionbahnhalt entlang der Strecke Augsburg-Buchloe müsse ins Gesamtkonzept passen und bezahlbar sein, hieß es gestern von Seiten der Industrie- und Handelskammer. Für die heimischen Betriebe sei ein Bahnhalt durchaus interessant.

Die SPD-Politiker Heinz Paula und Linus Förster fordern dagegen schnellstmöglich einen Bedarfshalt. Ihr Argument: Wenn der Königsplatz ab Februar 2012 umgebaut wird, könnte bei Fußballspielen des FCA in der Innenstadt aus verkehrlicher Sicht ein Kollaps drohen, weil die Straßenbahnen nicht mehr vom Kö in Richtung Stadion starten.

Paula, der sich bereits in der Vergangenheit mehrfach für den Bahnhalt eingesetzt hat, sorgt sich um den Sicherheitsaspekt: „Wenn wegen des Kö-Umbaus keine Straßenbahnen im Innenstadtbereich mehr fahren, wird es für Polizei und Fans an FCA-Spieltagen sehr anstrengend, für den geordneten Gang ins Stadion zu sorgen bzw. den einfachen Weg ins Stadion zu finden.“

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Bei der Polizei hieß es gestern, dass die Ausgangslage bekannt sei. Konkrete Lösungsansätze, wie dann mit den Fans verfahren werde, gebe es noch nicht. In der Diskussion sind gegenwärtig Sondertransfers mit Bussen.

Die Wirtschaft will die Diskussion über den Bahnhalt nicht ausschließlich auf den Fußball beschränken. Dies sagt Ernst Holme, Vorsitzender der IHK Regionalversammlung Augsburg Stadt und Vizepräsident der IHK Schwaben. Eine kontinuierliche Auslastung des Bahnhalts allein durch den Fußball lasse sich nicht erreichen. Neben einer weiteren Wohnbebauung könnte die Wirtschaft ein zusätzlicher Fahrgastbringer sein, so Holme. Fußläufig oder mit dem Fahrrad erreichbar sei nicht nur Premium Aerotec, sondern auch Fujitsu. Auch der Innovationspark liege in der Nähe.

Aus Sicht der Wirtschaft liegt die finanzielle Verantwortung für einen möglichen Bahnhalt primär beim Freistaat, der entsprechende Bundesmittel für den Schienenpersonennahverkehr einsetzen kann. Einer möglichen Kofinanzierung der erwarteten 10,5 Millionen Euro Kosten setzt die angespannte Haushaltslage der Stadt sehr enge Grenzen. Holme: „Nur wenn sich der Freistaat massiv ins Zeug legt, ist dieses Projekt aus unserer Sicht finanziell zu stemmen.“

Wirtschaftsreferentin Eva Weber hatte angekündigt, dass sich die Stadt nochmals mit einem Vorstoß an den Freistaat wenden werde. Dazu sagt Holme: „Eine moderne ÖPNV-Infrastruktur ist ein wesentlicher Standortfaktor. Die Verhandlungen mit dem Freistaat sind damit genauso wichtig wie die enge Abstimmung mit den Unternehmen im Umfeld der SGL Arena.“

Nahverkehrsexperte macht sich für Provisorium stark

Auch der Augsburger Nahverkehrsexperte Johann Groll hat sich zu Wort gemeldet. Ein fester Bahnhalt sei nicht zwingend nötig. Ein Bahnsteig aus Holz („Den gab es auch in Hochzoll“) könnte laut Groll eine Variante für eine Übergangszeit sein. Züge, die an Spieltagen mit Fußballfans besetzt sind, könnten in die Taktzeiten des regulären Verkehrs eingebunden werden. Wendemöglichkeiten gebe es in Bobingen. Groll: „Wenn man es will, kann man es auch organisieren.“

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