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Der Service der Bahn muss besser werden

Der Service der Bahn muss besser werden
Kommentar Von Eva Maria Knab
14.12.2019

Weil die Bahn keine Helfer hat, kann ein Rollstuhlfahrer nicht Zug fahren. Das kann und darf nicht sein.

Es klingt fast unglaublich. Ein Fahrgast mit Rollstuhl muss sich bei der Deutschen Bahn Monate vor einem geplanten Reisetermin anmelden, wenn er eine realistische Chance haben will, an einem festen Tag zu einer festgelegten Uhrzeit im Augsburger Hauptbahnhof in den Zug zu kommen. Beim Service für Behinderte muss wirklich krasser Personalmangel herrschen. Wie ist es sonst zu erklären, dass in einem Großstadtbahnhof wie Augsburg zu bestimmten Zeiten nur ein einziger Mobilitätshelfer zur Verfügung steht?

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So kann und darf es nicht mehr weitergehen. Rund 900000 Fahrgäste jährlich im Rollstuhl sind schließlich auch Kunden. Die Nachfrage nach dem Mobilitätsservice steigt. Und auch behinderte Menschen haben einen Beruf und Verpflichtungen, die sie nicht verschieben können, auch wenn es dem Service nicht in den Terminplan passt.

Gerade hat die Deutsche Bahn angekündigt, dass in einem personellen Kraftakt annähernd 50000 neue Mitarbeiter eingestellt werden sollen. Besonders gesucht werden Lokführer, Fahrdienstleiter, Gleisbauer, aber auch Fachleute für IT und den Elektrobereich. Wenn der Staatskonzern weiter wachsen will, sollte auch dringend der Service für Behinderte verbessert werden. Nicht nur mit Personal, sondern auch mit entsprechenden Zügen. Dass es auch anders geht, sieht man beim französischen TGV. Dort können Rollstuhlfahrer auf Anfrage „ebenerdig“ hineinfahren.

Lesen Sie dazu auch den Artikel: Bahn lässt Rollstuhlfahrer in Augsburg am Bahnsteig stehen

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18.12.2019

Der TGV hält aber auch nur an großen Bahnhöfen. Ich bin selbst Lokführer. Und was hier geschrieben wird stimmt so einfach nicht. Es ist lediglich von Vorteil, wenn ein Rollstuhlfahrer sich vorher anmeldet. Es wird aber niemand stehen gelassen, weil er sich nicht angemeldet hat. Am nördlichen Ende der Bahnsteige gibt es bereits seit längerem Aufzüge und einen Tunnel der barrierefrei zu sämtlichen Bahnsteigen führt. Am Zug angekommen wird jeder Kundenbetreuer und jeder Lokführer mit den in jedem Zug vorhandenen Rollstuhlrampen gerne beim Einsteigen und Aussteigen helfen, und das am Start- und Zielbahnhof. Wir nehmen dafür auch die Verspätungen im Kauf, die durch soetwas zwangsläufig entstehen. Jeder Lokführer und jeder Kundenbetreuer (früher Schaffner genannt) ist hinsichtlich der mobilen Rollstuhlrampen ausgebildet und ich kenne keinen Kollegen der jemals seine Hilfe verweigern würde, denn es gehört zu unserem Job. Also bitte, bevor wieder pauschal und ohne Not auf die Bahn geschimpft wird weil sich ein Fahrgast nicht ausreichend informiert hat, sollte ordentlich recherchiert werden. Aber das scheint den "Journalisten" ein Fremdwort zu sein.

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