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Augsburg

20.02.2021

Der Stadtmarkt als urbanes Quartier? Stadt will Sanierung vorantreiben

Der Bauernmarkt auf dem Stadtmarkt bietet bisher ein tristes Bild. Er soll neu gestaltet werden.
Bild: Silvio Wyszengrad (Archivfoto)

Plus Nach Jahren des Stillstands soll der Augsburger Stadtmarkt weiter saniert werden. Doch einen Zeit- und Kostenplan gibt es noch nicht - dafür ambitionierte Ideen.

Vor 13 Jahren wurden auf dem Augsburger Stadtmarkt die neu gestaltete Gemüsegasse und der neue Brunnenplatz fertiggestellt. Dann geriet die geplante Generalsanierung nach den ersten Schritten mächtig ins Stocken. Nun will die Stadt weitermachen.

Im Corona-Winter ist auf dem Stadtmarkt Augsburg nicht ganz so viel los. Treue Stammkunden huschen zielstrebig zu ihren Lieblingshändlern, doch ans Verweilen ist nicht zu denken. Und angesichts des Lockdowns fehlt die Laufkundschaft.

Als Nächstes sollen der Bauernmarkt und die Bäckergasse erneuert werden. Das will Wirtschaftsreferent Wolfgang Hübschle im Wirtschaftsausschuss des Stadtrats am Mittwoch beschließen lassen. Ein konkreter Zeit- und Finanzierungsplan liegt aber noch in weiter Ferne. Mit der guten Million Euro, die im aktuellen Haushalt und aus Haushaltsresten der Vergangenheit zur Verfügung stehen, wird man nicht weit kommen. Man werde auch Fördermöglichkeiten prüfen, so die Stadt, sobald die Gesamtkosten abschätzbar seien.

In einem ersten Schritt sollen jetzt Maßgaben für das Bauernmarkt-Areal, das hinter dem ehemaligen Stadtarchiv liegt, beschlossen werden. Bauern sollen dort weiterhin ihre Waren anbieten können. Möglicherweise werden die Blumenstände erneuert. Vor allem soll der Markt aber die Menschen stärker zum Verweilen einladen, etwa durch Bänke und eine Begrünung des bisher kargen Platzes. Um den Stadtmarkt auch abends für Veranstaltungen öffnen zu können, soll das Bauernmarkt-Areal vom Rest des Stadtmarktes abgetrennt werden können. Mit in die Überlegungen einbezogen werden sollen die Marktgaststätte und ihre Außenbewirtungsfläche. Bauernmarkt und Bäckergasse sollen auch einen neuen Bodenbelag bekommen, etwa ein Pflaster.

Wirtschafsreferent: "Nicht die 20. Cappuccino-Schenke" auf dem Stadtmarkt

Mit den jetzigen Überlegungen versucht die Stadt, eine im vergangenen Jahr vorgestellte Machbarkeitsstudie zur Modernisierung in erste konkrete Schritte zu übersetzen. Das Beratungsunternehmen Cima und das Architekturbüro Kehrbaum hatten im Auftrag der Stadt nach Passantenbefragungen und einem Workshop ihre Ideen entwickelt. Die Finanzierung der Sanierung, so Hübschle, sei nicht einfach, gleichwohl liefen im Umfeld beim ehemaligen Stadtarchiv - jetzt im Besitz von Klassikradio - und beim städtischen Grottenau-Gebäude Sanierungen oder seien abgeschlossen. Der Stadtmarkt könne da nicht als Insel stehen bleiben. "Insofern ist eine gewisse Dringlichkeit gegeben." Bei der Weiterentwicklung zwischen Lebensmittelangebot und Gastronomie müsse man die Balance wahren. "Es geht nicht darum, dass jetzt die 20. Cappuccino-Schenke entsteht."

Cafés und Blumenläden sind geschlossen, Imbiss gibt es nur zum Mitnehmen: Im Corona-Lockdown ist es auf dem Stadtmarkt Augsburg nicht ganz so gesellig wie sonst. Wie empfinden Kunden das? Unser Video-Team hat sich umgehört.
Video: RT1 TV

Grundsätzlich, so Christian Lehmann von Cima, beschleunige Corona den Wandel in manchen Handelsbranchen. Dem Stadtmarkt werde in der Nach-Corona-Zeit in der Innenstadt stärker eine Rolle als Treffpunkt und Ort des Genusses zufallen als bisher. Womöglich werde das für die Innenstadt insgesamt wichtiger werden als die reine Versorgungsfunktion. "Der Stadtmarkt ist ein elementarer Baustein der Innenstadt und einer der Schlüssel zur Attraktivität", so Lehmann. Künftig werde man nicht nur Stammkunden, die ohnehin wissen, was es dort gibt, sondern auch verstärkt Zufallskunden anziehen müssen.

Könnten am Stadtmarkt Wohnungen oder ein Hotel entstehen?

Dafür werde man auch über neue Dienstleistungen nachdenken müssen, etwa Warenlieferung, und eine klarere Angebotsdarstellung, etwa Biowaren. In fernerer Zukunft sei darüber nachzudenken, den Markt zu einem urbanen Quartier umzubauen, etwa mit Wohnungen oder einem Hotel als Aufstockung der beiden Markthallen. Man habe jetzt die "einmalige Chance, den Stadtmarkt in die Zukunft zu denken", so Architekt Klaus Kehrbaum.

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21.02.2021

>> ...den Markt zu einem urbanen Quartier umzubauen, etwa mit Wohnungen oder einem Hotel als Aufstockung der beiden Markthallen. Man habe jetzt die "einmalige Chance, den Stadtmarkt in die Zukunft zu denken", so Architekt Klaus Kehrbaum. <<

Übersetzung:
Der Stadtmarkt hat keine Zukunft und man könnte sich das knappe städtische Geld auch sparen und gleich Wohnungen und Hotels bauen und versilbern.

Man erkennt hier auch schön das Framing mit "zu urbanem Quartier umbauen" - wer will da widersprechen?

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21.02.2021

"das knappe städtische Geld"

Das knappe städtische Geld wird nicht richtig priorisiert ausgegeben. Das Stadttheater gehört nach hinten auf der Liste und die Baumaßnahmen eingestellt.
Dann werden alle anderen städtischen Vorhaben besonders Schulsanierungen nach vorne gesetzt.
Durch den Bau der unterirdischen Straßenbahnhaltestelle wird dem Bahnhofsumfeld noch mehr Kundenfrequenz entzogen.

Warum ist das Stadttheater wichtiger als alles andere?

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