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Der Start des Ankerzentrums ist missglückt

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Kommentar Von Michael Hörmann
08.08.2018

Bald werden im Augsburger Stadtteil Inningen 30 Flüchtlinge einquartiert. Die Anwohner wurden überrumpelt, da die Regierung von Schwaben schlecht informiert.

Am Dienstag korrigierte die Regierung von Schwaben schon einmal die Zahl der Flüchtlinge, die ab nächster Woche in der Alten Ziegelei in Inningen untergebracht werden. Hieß es am Montag noch, dass im ersten Schritt 50 Flüchtlinge in die Zweigstelle des Ankerzentrums Donauwörth kommen werden, sind es nun nach aktuellem Stand 30 Personen. Sie kommen vorwiegend aus der Türkei und Gambia.

Die korrigierte Zahl passt zu einer schlechten Informationspolitik, die den Start der Einrichtung begleitet hat. Es ist ein Unding, dass die Stadt Augsburg nahezu vor vollendete Tatsachen gestellt wurde. Gleiches gilt für die Bewohner von Inningen, die praktisch über Nacht erfuhren, dass die Alte Ziegelei zu einem Mini-Ankerzentrum wird. So wird in Reihen der Bürger zunächst wenig Verständnis für die Einrichtung geweckt. Die Inninger müssen sich hier tatsächlich überrumpelt fühlen.

Der Sicherheitsaspekt muss im Vordergrund stehen

Dabei wären die Voraussetzungen vorhanden gewesen, die Bürger transparent einzubinden. Seit Langem war klar, dass die Alte Ziegelei als Flüchtlingsunterkunft dienen soll. Widerstände gab es im Stadtteil nicht. Diese positive Grundhaltung ist noch immer geben, so die ersten Eindrücke.

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Die Relationen sind in der Bewertung der Flüchtlingsunterbringung entsprechend zu betrachten: Maximal 90 Flüchtlingen finden Platz im Gebäude. Da mussten andere Stadtteile auf einen Schlag deutlich mehr Flüchtlinge verkraften. Doch auch dies ist andernorts im Stadtgebiet weitgehend reibungslos gelungen.

Ankerzentren genießen gegenwärtig jedoch einen schlechten Ruf, da die Auseinandersetzungen rund um die Einrichtung in Donauwörth die Bevölkerung verunsichert haben. Zurecht weist Oberbürgermeister Kurt Gribl darauf hin, dass die Regierung von Schwaben als zuständige Behörde die Pflicht hat, die Inninger aufzuklären. Dass der Sicherheitsaspekt hier im Vordergrund stehen muss, ist unbestritten. Noch bleibt Zeit, für Transparenz zu sorgen. Die Informationspolitik der Regierung von Schwaben kann nur besser werden.

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