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Augsburg

15.02.2018

Der dienstälteste Seelsorger der Diözese

Pfarrer Anton Schmid, St. Franziskus, Augsburg-Firnhaberau; sportlich mit Walkingstöcken am Lech, 80. Geburtstag
Bild: Annette Zoepf

Anton Schmid ist mit 80 Jahren noch gerne für die Pfarrei St. Franziskus im Einsatz. Einen Ausgleich für die Arbeit erhält er durch Ausflüge in die Natur.

Wer in den Firnhaberauer Lechauen spazieren geht, dem kann es leicht passieren, dass er Pfarrer Anton Schmid begegnet. Wenn es ihm irgendwie möglich ist, schnappt sich der Geistliche seine Wanderstöcke und macht sich zu einem halbstündigen Spaziergang in der Natur auf. „Das tut gut und macht den Kopf frei“, sagt er. Außerdem halte ihn dies fit. Am 24. Februar begeht Pfarrer Anton Schmid seinen 80. Geburtstag.

Seit 47 Jahren ist er Pfarrer der katholischen Pfarrei St. Franziskus. Wie er sagt, war es damals seine erste Stelle als Pfarrer. Inzwischen ist er der dienstälteste leitende Pfarrer in der Diözese Augsburg. An den Ruhestand denkt er nicht. „Ich fühle mich relativ gesund und möchte noch weitere Jahre wirken“, versichert er. Er weiß, dass, sobald er als Pfarrer in den Ruhestand gehen würde, St. Franziskus keine eigenständige Pfarrei mehr bleiben würde. So lange es also geht, möchte Pfarrer Anton Schmid hier seinen Dienst tun.

Die einst „rote Siedlung“

Über 47 Jahre hinweg hat sich Pfarrer Schmid in seine Gemeinde eingewurzelt, hat miterlebt, wie sich der Stadtteil und die Menschen hier gewandelt haben. Drei Generationen von Familien hat Pfarrer Anton Schmid begleitet. Die Kinder, die er einst zur Erstkommunion geführt hat, bringen heute ihre Enkel zur Taufe. Anton Schmid hat den Aufbruch der Kirche nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil erfahren, die Siebziger Jahre, als man Kirchen erweitert und Pfarrheime gebaut hat. Die einst als „rote Siedlung“ bekannte Firnhaberau, wo sich die Arbeiterfamilien gegenseitig beim Bau ihrer Häuser unterstützt hatten, wuchs stetig. Es wurden neue Häuser gebaut, vor allem Familien zogen hierher. Die Pfarrei St. Franziskus antwortete darauf, indem sie in den Siebzigern ihre Kirche um einen Anbau erweiterte und das Begegnungszentrum schuf. „Es waren einfach keine Räume da, wo die Menschen sich treffen konnten“, erinnert sich Pfarrer Schmid. Auch der städtische Kindergarten im Stadtteil sei damals aus allen Nähten geplatzt. 1980/81 baute die Gemeinde deshalb den eigenen Kindergarten. „Die Pfarrei hat sich immer wieder erneuert“, berichtet Pfarrer Schmid. Aktuell wird das Begegnungszentrum umgebaut, das bis vor einigen Jahren auf der Kippe stand, weil Unterhalt und energetische Sanierung nicht mehr zu finanzieren schienen. Inzwischen ist eine Lösung gefunden: Nach dem Umbau, der im Sommer fertiggestellt sein soll, werden dort die Hortgruppen des katholischen Kindergartens St. Franziskus einziehen. Der katholische Kindergarten ist schon wieder zu klein geworden.

Beachtliche Besucherzahl

Die Herausforderungen an Pfarrer Anton Schmid sind nicht weniger geworden. Er sieht auch, dass sich bei den Menschen, die hier leben, manches gewandelt hat. „Natürlich spüren wir hier auch den Schwund an Kirchenbesuchern“, sagt er, um sogleich hinterherzuschieben, dass ein Kirchenbesuch von rund 300 bis 400 Leuten an jedem Sonntag hier ja ganz beachtlich sei. 4600 Katholiken zählen heute zur Pfarrei St. Franziskus.

Wenn man Pfarrer Anton Schmid so reden hört, spürt man, wie sehr er „seine“ Gemeinde mag, wie er an ihr hängt. „Ich hatte hier immer gute Möglichkeiten, als Priester zu wirken, habe mich immer wohlgefühlt, wurde angenommen“, sagt er dankbar. Noch vieles mehr zählt er auf, was diese Pfarrei ausmacht – die rund 100 Jugendlichen in Gruppen, die Vereine und Vereinigungen, den Pfarrgemeinderat, „der alles mitträgt“, die Feste, und dass man beispielsweise nach der Christmette noch auf dem Kirchplatz zusammensteht. „Es ist fast wie eine heile Welt“, meint er mit einem zufriedenen Lächeln auf den Lippen. Da will man doch bleiben?

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