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15.07.2010

Der fehlende Metzger ist alles andere als wurst

Univiertel Überraschendes Ergebnis bei einer kürzlich durchgeführten Analyse zum Einzelhandel im Univiertel: Rund 75 Prozent der insgesamt 11 000 Stadtteilbewohner erledigen ihre Einkäufe zu Fuß. Daran sei die Parkplatzsituation im Univiertel schuld, kam bei der Umfrage ebenfalls raus.

So oder so: Einzelhandel belebt und bringt Vitalität in die Stadtteile, ist sich Wirtschaftskoordinatorin Eva Weber, die derzeit das Wirtschaftsreferat für den erkrankten Andreas Bubmann leitet, sicher. Zusammen mit der Münchner Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung (GMA) nimmt sie derzeit die Einkaufssituation in Augsburgs 17 Stadtteilen genauer unter die Lupe. Jetzt war das Univiertel an der Reihe.

Typisch Großstadt

Im Großen und Ganzen sind die Univiert'ler mit dem Einzelhandelsangebot zufrieden, einzig die Parkplatzsituation ist typisch. Typisch großstädtisch. Ralf Schlund von der Goldschmiede Kolibri weiß: "Wenn die Bürger auf dem Heimweg von der Arbeit schnell noch ihre Einkäufe erledigen wollen, müssen sie sich erst auf eine fast unmögliche Parkplatzsuche begeben." Deshalb würden die meisten lieber zu Fuß gehen. Friseur Karl Mader bestätigte: "Größere Einkäufe fallen dadurch natürlich weg." Gleichzeitig ist die fußläufige Erreichbarkeit der Geschäfte aber auch ein großes Plus und werde laut einer kürzlich durchgeführten Bürgerumfrage von 54 Prozent sehr geschätzt.

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Unzufrieden sind die Stadtteilbewohner mit der fehlenden Auswahl in den kleinen Lebensmittelgeschäften. Ein Metzger geht den Anwohnern besonders ab. Auch das Gastronomieangebot wurde bei der Umfrage bemängelt. Eine gutbürgerliche Küche würden sich die Menschen aus dem Univiertel wünschen. Weber will sich die Anregungen zu Herzen nehmen: "Es ist wichtig, dass sich die Bürger mit dem Wirtschaftsreferat in Verbindung setzen, um die Ideen zu realisieren."

Treffpunkt gewünscht

Auch die momentan leer stehende Verkaufsfläche in der Hermann-Köhl-Straße war ein Thema beim Stadtteilforum. Was aus dem ehemaligen Edeka werden soll, ist bisher noch unklar. Der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Univiertel, Thorsten Schacht, schlägt vor: "Wir brauchen einen Treffpunkt für die Bürger." Stefan Leuninger von der GMA versprach, sich den Leerstand in nächster Zeit einmal vorzunehmen.

Leuninger lobte das hohe Kaufkraftpotenzial im Stadtteil, das sich aus den Anwohnern, Pendlern und Studenten zusammensetze. Um in Zukunft noch mehr Kunden von außerhalb anzulocken, müsse aber zuerst der schlechte Ruf des Univiertels verbessert werden, ist Schacht sicher. "Man läuft hier nicht gern durch die Straßen." Vor allem der Europaplatz erinnere an eine Wüste und sehe schmuddelig aus. "Die Arge hat sich mit dem Tiefbauamt in Verbindung gesetzt", so Schacht. Die Menschen hier seien bereit, ihren Platz selbst umzugestalten.

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