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Augsburg

25.05.2015

Der lange Weg zum neuen Roncallihaus

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2 Bilder
Das Roncallihaus am Gögginger Klausenberg soll abgerissen und dann ein neues Pfarrzentrum errichtet werden.
Bild: Peter Fastl

 Weil den Architekten keine Budget-Vorgaben gemacht wurden, muss jetzt geprüft werden, was in Göggingen von den Plänen finanzierbar ist. Das neue Gebäude soll Pfarrzentrum und Kirchenverwaltung beherbergen

Von Fridtjof Atterdal

 „Roncallihaus 2.0“ lautet der Arbeitstitel für den Abriss und Neubau des Pfarrzentrums der Gemeinde St. Georg und Michael. Doch bis die Bagger anrollen können, wird wohl noch einige Zeit verstreichen. Denn noch wird geplant und vor allem gerechnet. Kirchengemeinde und Diözese ringen um die Finanzierung und noch längst ist nicht alles in trockenen Tüchern, wie Projektleiter und stellvertretender Vorsitzender der Kirchenverwaltung, Anton Freihalter, auf Anfrage berichtet.

Hintergrund: Es gibt zwar einen Plan, der nach einem Ideenwettbewerb mit sechs Architekten als beste Lösung ausgewählt wurde. Allerdings habe man den Architekten keinerlei finanzielle Rahmen auferlegt, sondern sie frei planen lassen, so Freihalter. Und so werde jetzt Stück für Stück geprüft, was von den Plänen finanziell auch umsetzbar sei. „Jetzt müssen wir schauen, wie wir zusammenkommen.“ Man habe in den Gesprächen mit dem Architekten deutlich gemacht, dass das Projekt auch finanzierbar sein müsse, sonst scheitere es, betont Freihalter. Einsparungsmöglichkeiten sieht er vor allem bei der Ausstattung und der Technik. So sei noch nicht entschieden, was für eine Heizanlage den künftigen energetischen Anforderungen des Hauses gerecht werden könne. Auch bei Beleuchtung oder Bodenbelägen müsse man sehen, was finanzierbar sei.

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Fest stehen nach seinen Worten die Raumerfordernisse. Denn das neue Roncallihaus solle nicht mehr nur als Pfarrzentrum genutzt werden, sondern auch die Verwaltung der deutlich wachsenden Pfarreigemeinschaft beherbergen. Nach den „Raumplanung 2025“ genannten Überlegungen der Diözese, soll die Pfarreigemeinschaft, die derzeit aus St. Georg und Michael, St. Johannes Baptist und Peter und Paul besteht, um die Pfarreien St. Remigius (Bergheim) und Zum heiligsten Erlöser (Inningen) erweitert werden. Für die Verwaltung sind bislang sechs Büroräume mit Nebenräumen vorgesehen. Nach Vorstellung des Architektenentwurfs ist die Nutzung dreiseitig um einen Innenhof organisiert. Links soll die Kirchenverwaltung untergebracht werden, rechts der Saal. Dieser wird dank einer trapezförmigen Raumform abteilbar sein – maximal hätten hier wie heute 250 Personen Platz. Seminarräume werden u-förmig um eine Galerie angeordnet. Der Hof ist nach Westen geöffnet.

Nicht mehr vorgesehen in den Plänen ist eine Bühne. Damit kann das Kleine Volkstheater nach 35 Jahren nicht mehr im Roncallihaus auftreten. Nach den neuen Förderrichtlinien der Diözese könnten Bühnen nicht mehr bezuschusst werden, erläutert Freihalter. Geprüft würde jetzt, ob ein ausfahrbares Podest eingebaut werden kann, auf dem zumindest kleinere Veranstaltungen wie Podiumsdiskussionen möglich wären. Für die Vereine ist die Planung eine Enttäuschung, sagt der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Gögginger Vereine (ARGE), Herbert Götz. „Man hat deutlich gesehen, dass über allem die Belange der Kirche stehen“, kritisiert er. Eine Umfrage unter allen Gögginger Vereinen nach der Präsentation habe ergeben, dass das Haus so unattraktiv sei. „Am meisten Interesse hätten die Kolping-Blaskapelle und das Kleine Volkstheater gehabt, doch die sind auf eine Bühne angewiesen“, so der ARGE-Chef.

Definitiv keinen Platz im Roncallihaus finden wird auch ein Bürgerbüro für den Stadtteil. Die Pfarrei hatte bei der Stadt angefragt, ob Bedarf besteht, und war mit Blick auf eine nötige Standortprüfung vertröstet worden. „Wir hätten das Bürgerbüro gerne mit reingenommen, denn so etwas belebt einen Standort“, so Freihalter. Doch man habe mit den Planungen nicht so lange warten wollen.

Auch ein Restaurant wird es nicht mehr geben. Kellerwirtschaften seien nur schwer zu verpachten und auch die Kegelanlage sei zuletzt selten genutzt worden. Ursprünglich war in den Entwürfen gar kein Keller mehr vorgesehen. Das hatte auf einer Informationsveranstaltung zu Unmut bei der Pfarrjugend geführt, die derzeit rund 180 Quadratmeter Fläche mit ihrem Material für Zeltlager und das Kinderfest belegt. Jetzt ist ein Keller wieder drin.

Bis es losgeht, wird es noch dauern, frühestens Mitte oder Ende 2016 könne man mit Abriss und Neubau beginnen, so Freihalter. Grund seien vor allem die langen Perioden zwischen den Sitzungen der Diözese. Der Bauausschusses der Diözese tagt im November, bis dahin wolle man eine Kostenberechnung mit konkreten Plänen vorlegen. Dann könne der Bauantrag bei der Stadt Augsburg eingereicht werden, so der Kirchenvorstand.

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