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Augsburg

28.02.2018

Der passende Rahmen für einen „Vielseiter“

Tim Schmid (links) im Gespräch mit Florian Lettl über die Kunst des Augsburger „Vielseiters“ im Hintergrund. Der „Vielseiter“ heißt auch die Ausstellung, die derzeit als Würdigung des Künstlers in der Zeuggasse zu sehen ist.
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Tim Schmid (links) im Gespräch mit Florian Lettl über die Kunst des Augsburger „Vielseiters“ im Hintergrund. Der „Vielseiter“ heißt auch die Ausstellung, die derzeit als Würdigung des Künstlers in der Zeuggasse zu sehen ist.
Bild: Annette Zoepf

Die Kunst Wolfgang Lettls beeindruckt schon die Jüngsten der Ausstellung in der Zeuggasse. Sie zählte 1500 Besucher in drei Wochen.

Ein Zeitdokument der besonderen Art zeigt den „Vielseiter“ Wolfgang Lettl wie er leibte, lebte, liebte, malte. In der Zeuggasse 7, wo die aktuelle Ausstellung des Künstlers in den Räumen des ehemaligen Nill Wohnen zu sehen ist, hängen auch frühe Werke aus der Zeit eines kaputten Augsburgs. Sohn Florian Lettl verewigte auf Video die Gedanken des Vaters, in die der Besucher eintauchen darf. „Der Zufall der Zerstörung ist malerisch viel interessanter als die Darstellung der Ordnung“, sagt er begleitend zu seinen Pinselstrichen. Tim Schmid, ein junger Fan des Impressionisten und Surrealisten, verblüfft vor allem mit einer Aussage: „Besonders interessant fand ich, dass auch Bilder aus der Zeit von Augsburg nach dem Zweiten Weltkrieg zu sehen sind.“

Sonnenblumen statt Ruinen

Das war nicht immer so. Florian Lettl, nach dessen Auskunft das früheste gezeigte Bild aus dem Jahr 1945 stammt, weiß: Damals habe niemand Ruinen sehen, geschweige denn kaufen wollen. Sonnenblumen seien zur damaligen Zeit hingegen regelrechte Verkaufsschlager gewesen. Tim aber, der mit seinen Eltern Selma und Michael schon ein zweites Mal in die Ausstellung gekommen ist, liebt vor allem eine italienische Szene. Sein Favorit sind die Fischerboote im Hafen von Manfredonia, wohin es Lettl oft zog.

Warum das Bild Tim so gefällt? Weil das Motiv „nicht ganz wirklich, aber trotzdem erkennbar“ sei, sagt er. Obwohl Tim selbst am liebsten ganz exakt malt und sich an die Realität hält, ist er von den groben Pinselstrichen seines Vorbilds fasziniert. Die Schmids aus Klein-Venedig wollen ihrem Sohn vor allem eines ermöglichen: Sich einen Überblick über die verschiedenen Kunstformen zu verschaffen. Musik, Literatur und Theater gehören da natürlich auch mit dazu.

Ein Spiel entworfen

Innerhalb von drei Wochen kamen laut Florian Lettl bereits 1500 Besucher in die Ausstellung. Weitere drei Wochen, bis zum 18. März, kommen die Bilder noch in den großzügigen Räumen in der Zeuggasse zur Geltung. Clara Lettl, die Enkelin des 2008 gestorbenen Künstlers, hat für Besucher wie Tim ein Spiel entworfen: Es verleitet die Kunstliebhaber zu genauem Hinsehen und Entdecken von Details.

„Gigantisch und ausdrucksstark“, nennt Brigitte Gesswein die Ausstellung. Sie wundert sich, warum die Stadt Augsburg „da nicht mehr draus macht“. Und jedes der Kunstwerke sei harmonisch mit dem passenden Rahmen ausgestattet, sagt sie.

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