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Integration

04.04.2013

Deutsch vom ersten Tag an

Fast 1000 Asylbewerber haben in den vergangenen Jahren Deutschunterricht von Ehrenamtlichen in Augsburg bekommen.

Sozialministerin will Sprachkurse für alle Asylbewerber. Beim Verein „Tür an Tür“ gibt es sie längst. Dort herrscht Verunsicherung

Sozialministern Christine Hader- thauer (CSU) hat angekündigt, dass es baldestmöglich Deutschkurse für alle Asylbewerber geben soll. Bisher haben Asylbewerber, die noch nicht anerkannt sind, nach bundesrechtlichen Regelungen keinen Anspruch auf staatlich finanzierte Deutschkurse. In Augsburg bekamen sie seit 2008 trotzdem Unterricht, und zwar von Ehrenamtlichen, viele von ihnen Studenten. Die Kurse liefen im Rahmen des Projekts „First Steps“ („erste Schritte“) beim Verein „Tür an Tür“, gefördert vom Europäischen Flüchtlingsfonds (EFF).

Die Kurse sind laut Koordinatorin Margot Laun wichtig, damit Flüchtlinge, die manchmal nicht einmal lesen und schreiben können, die Sprache ordentlich lernen und Kontakte knüpfen können. „Sprache ist eine Brücke zur Gesellschaft“, sagt sie. Und gerade bei Familien mit Kindern sei es wichtig, dass Eltern und Kinder schnell die Sprache erlernen. Auch bieten die Kurse den Menschen Beschäftigung, die keine Arbeit ausüben dürfen.

Der Andrang ist laut Laun groß. Zwischen 2008 und 2012 nahmen 980 Asylbewerber an den Kursen teil, die in verschiedenen Schwierigkeitsgraden abgehalten werden. 90 Dozenten waren ehrenamtlich im Einsatz. Die nächsten Kurse werden am 29. April beginnen, und zwar an einem neuen Ort. „Tür an Tür“ zieht in das frühere Straßenbahndepot nahe der Arbeitsagentur um. Am 8. April beginnt dort die Beratungstätigkeit von „First Steps“.

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Doch es herrscht Verunsicherung, weil weder klar ist, wann die staatlich geförderten Kurse starten, noch wer sie finanziert, wer sie abwickelt und wer Zugang hat. Berufsbezogene Deutschkurse, die es seit 2012 für einige Flüchtlinge gibt, dürfen nämlich nur wenige Bildungsträger abhalten. Für die Zukunft hatte das Sozialministerium jedoch gegenüber unserer Zeitung angekündigt, sich mit ehrenamtlichen Lehrern vor Ort zusammensetzen zu wollen.

Keiner weiß, wie es weitergeht

Margot Laun hat sich bereits bei verschiedenen Stellen erkundigt, wie es weitergehen soll, aber bislang keine Auskunft erhalten. Sie hofft, dass die Kurse, die bis Juli dauern sollen, nicht in der Mitte platzen. Das wäre ungut für die Asylbewerber, aber auch für die Ehrenamtlichen.

Anmeldung für die Deutschkurse am 24. und 25. April von 10 bis 18 Uhr in den neuen Räumlichkeiten von „Tür an Tür“, Wertachstraße 29.

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