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Mordprozess in Augsburg

25.03.2013

Diana P. hatte keine Chance

Ein wegen Mordes angeklagter Koch aus München hat zugegeben, seine wesentlich jüngere Freundin in deren Augsburger Wohnung umgebracht zu haben.
Bild: Peter Kneffel/dpa

Diana P., 20, hatte keine Chance: Der Schnitt durch ihre Kehle mit einem Metzgermesser war tödlich.

Zu diesem Ergebnis kam gestern am zweiten Tag im Mordprozess gegen den Türken Regaib K. die Münchner Rechtsmedizinerin Dr. Inga Sinicina. „Auch wenn der Notarzt danebengestanden hätte, ihr Leben wäre nicht mehr zu retten gewesen“, sagte die Sachverständige. Vater und Mutter des Opfers, die als Nebenkläger auftreten, hatten den Gerichtssaal verlassen, während die Ärztin 45 Minuten lang ihr Obduktionsgutachten erläuterte.

Wie berichtet, hatte Diana P. ihrem Lebensgefährten am Tattag, dem 1. Juli 2012, die Beziehung aufgekündigt und ihm per SMS deutlich gemacht, dass er das gemeinsame Kind, den damals drei Monate alten Sohn, nicht mehr sehen dürfe. K., 37, war daraufhin von München nach Augsburg gefahren und hatte die Frau in der Wohnung in der Kurhausstraße in Pfersee mit einem Messer attackiert. Er stach zunächst, wohl von hinten, dreimal zu, wobei laut Rechtsmedizinerin Leber, Niere und Hauptschlagader verletzt worden waren. Der Schnitt durch die Kehle sei ebenfalls von hinten erfolgt. Diana P. verblutete.

Zeugen aus dem Umfeld des Angeklagten schilderten diesen als „verträglich, hilfsbereit, korrekt und freundlich“. Sowohl sein damaliger Chef an einem Döner-Stand in München als auch seine Schwägerin und sein Bruder wollten am Tattag keinerlei Veränderung im Verhalten bemerkt haben. Sein Chef: „Er war wie immer, als er ging.“ Übereinstimmend schilderten alle Zeugen, dass sich der Angeklagte sehr darüber gefreut hatte, dass er Vater geworden war. „Er war ganz stolz darauf“, erinnerte sich ein ehemaliger Arbeitskollege. Unisono erklärten die Zeugen, sie könnten einfach nicht glauben, dass K. „so etwas getan“ haben könnte.

Während seiner Zeit beim türkischen Militär war der 37-Jährige allerdings bei einer Sondereinheit als Kämpfer gegen die PKK und gegen Terroristen ausgebildet worden. In einem vom Gericht verlesenen Brief aus der Haft an seine ehemalige deutsche Ehefrau schreibt der Angeklagte, Diana habe ihm sein „Hirn weggenommen“. Er bete, „dass sie ins Paradies kommt“. Der Prozess wird am Mittwoch, 9 Uhr, fortgesetzt. (utz)

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