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Kommentar

26.12.2016

Die Augsburger stehen zusammen

Fliegerbombe, Augsburg, Weihnachten 2016, Evakuierung,
2 Bilder
Auch für die Betreuung älterer Menschen war gesorgt.
Bild: Peter Fastl

Augsburg hat eine Bewährungsprobe von riesigem Ausmaß bestanden. Es war ein Tag, der uns Mut machen sollte, meint unser Kommentator Jörg Heinzle.

Es ist geschafft: Die 1,8-Tonnen-Fliegerbombe beim Jakobertor ist von den Sprengmeistern entschärft worden. Augsburg hat eine Bewährungsprobe von riesigem Ausmaß bestanden. Noch nie zuvor mussten in der Nachkriegszeit in Deutschland so viele Menschen wegen einer Weltkriegsbombe ihre Wohnungen verlassen. Rund 4000 Einsatzkräfte haben – trotz Weihnachten – dafür mit großem Engagement gearbeitet. Polizei, Rettungsdienste, Feuerwehr und viele andere Organisation haben bewiesen, zu welcher Leistung sie fähig sind, wenn es darauf ankommt. Für sie alle gilt: Danke!

Oberbürgermeister Kurt Gribl sagte, der erste Weihnachtsfeiertag sei in diesem Jahr auch eine Bewährungsprobe für die Stadtgesellschaft. Jetzt kann man feststellen: Sie ist bestanden. Die Augsburger sind zusammengerückt, haben ihren Nachbarn geholfen und Menschen aus der Schutzzone bei sich aufgenommen. Die Evakuierung lief ruhig, geordnet, unaufgeregt. Die Hilfsbereitschaft war enorm.

So groß, dass die Stadt längst nicht alle Angebote annehmen konnte. Es wird so oft über soziale Kälte und Egoismus geklagt. Dieser Sonntag hat uns allen gezeigt, dass es doch gar nicht so schlecht um unsere Gesellschaft steht, wie manch ein Schwarzseher vermutet. Bei allen Unannehmlichkeiten für die betroffenen Bürger und die – in vielen Bereichen ehrenamtlichen – Helfer. Es war ein Tag, der uns Mut machen sollte.

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Evakuierung
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Evakuierung und Entschärfung: Augsburg im Ausnahmezustand
Bild: Annette Zoepf, Tobias Hase, Stefan Puchner, Bernd Hohlen, Peter Fastl, Ulrich Wagner, Silvio Wyszengrad

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Die Diskussion ist geschlossen.

26.12.2016

Mut machen? Man könnte fast glauben, wir befinden uns in einer tiefen Krise oder gar im Krieg. Die Augsburger Allgemeine übertreibt es langsam mit ihrer Betroffenheitsrhetorik.

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26.12.2016

Vor allem, weil es vergleichsweise einfach ist, bei freiwillig auf einen zukommenden Personen zu vergessen, dass es immer dann spannend wird, wenn die andere Seite nicht auf einen zukommt, sondern man selbst aktiv werden muss. Ich wette, wenn man die Mehrheit gefragt hätte, wäre das Bild nicht so toll. Und dann ist es immer noch sehr einfach, einen Tag im Jahr als Maßstab heranzuziehen, völlig unterschlagend, was einem im Alltag dann doch immer wieder an Selbstsucht und Ignoranz unterkommt.

Nichtsdestotrotz aber immer noch eine super Sache, wenn es noch genug Leute gibt, die nicht mit »Ich, ich ich!« aufgezogen wurden. In einem Punkt gebe ich dem Autor nämlich recht: So schlimm steht es dann doch nicht. Die schlechten Beispiele bleiben einem nur tendenziell eher im Gedächtniss. Das gibt dann Schwarzmalerei.

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27.12.2016

Sie haben genau recht.l

Nun eine andere Ansicht m. E, Das Angagement der vielen Helfer wird wieder einmal politisch missbraucht um Wählerstimmen zu ergattern.....

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