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05.06.2009

Die Bühnen auf dem Prüfstand

Auf der Bühne läuft beim Augsburger Theater alles rund in dieser Spielzeit. Hinter den Kulissen aber sieht die Lage nicht ganz so gut aus. Die ohnehin miserablen Arbeitsbedingungen haben sich weiter verschlechtert. Grund: Zu den Sanierungskandidaten "Komödie" und "Großes Haus" gesellten sich zwei weitere Spielstätten, die Kongresshalle und die Freilichtbühne. "Das senkt die Stimmung", sagt Steffen Rohr, Kaufmännischer Direktor des Theaters. Ein Bericht des Rechnungshofes habe nun zusätzlich Öl ins Feuer gegossen. Darin steht, dass das Augsburger Theater als größtes kommunales Haus in Bayern gleichzeitig die schlechtesten Proben-Bedingungen aufweise.

Rohr sieht aber nun politisch so etwas wie einen Hoffnungsschimmer am Horizont aufziehen. Die Probleme werden augenblicklich nicht nur als Probleme zur Kenntnis genommen, sie werden angegangen: Um sich einen Überblick über den Theaterstandort Augsburg zu verschaffen, hat die Stadt eine Studie in Auftrag gegeben. Bis zum Herbst wird das Theater mit seinen Spielstätten von einem Architektenbüro, das zusammen mit einem Bühnen- und Innenausstatter arbeitet, auf Herz und Nieren geprüft: Was braucht das Theater? Welche Bühnen in welcher Größe, welche weiteren Arbeitsräume in welcher Größe?

Vor allem für die weitere Planung dürfte diese Studie entscheidend werden. Schließlich könnte in absehbarer Zeit für die Komödie ein anderes Haus als zweite Spielstätte gesucht werden. Gleichzeitig könnte diese neue Spielstätte als Zwischenlösung für den Fall dienen, dass das Große Haus bei einer Sanierung geschlossen werden muss. Der Theaterbetrieb könne ja, so Rohr, nicht einfach für eine oder zwei Spielzeiten ruhen.

Kosten im zweistelligen Millionenbereich

Die Bühnen auf dem Prüfstand

Ins Gespräch als Ersatzorte für die Komödie wurden schon mehrere Immobilien gebracht. Für die Stadt hieb- und stichfest sollen diese Szenarien mit dem Abschluss der Studie werden. Dann wird nicht nur eine Bestandsaufnahme präsentiert, vielmehr werden auch mögliche Lösungen für die Probleme und deren Kosten vorgestellt. Im Gespräch mit unserer Zeitung schilderte Rohr die Vor- und Nachteile der möglichen Ausweich- oder Zweitspielstätten. Sie sind auf dieser Seite dargestellt. Er betont jedoch, dass er vor Fertigstellung des Gutachtens keine Rangliste erstellen möchte.

Die Sanierung des Großen Hauses wird teuer. Rohr vermutet, sie könnte im zweistelligen Millionenbereich liegen. Und er verweist auf ein vergleichbares Haus, das gerade hergerichtet wird: die Staatsoper Berlin, die in Größe und technischer Ausstattung dem Großen Haus in Augsburg ähnelt. Dort nimmt man aber viel mehr Geld in die Hand: Die Sanierungskosten sind mit 260 Millionen Euro veranschlagt.

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