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Die Cityzone hat nur einen beschränkten Nutzen

Kommentar Von Stefan Krog
20.11.2019

Vor allem ist das neue Angebot eine clevere Marketing-Idee, um neue Kunden zu gewinnen. Übersichtlicher wird der Nahverkehr dadurch aber nicht.

Die Nutzung des Nahverkehrs in der Kerninnenstadt kostenlos freizugeben, ist eine innovative Idee. Und sie hat, nachdem bei der Vorstellung vor eineinhalb Jahren die Vermeidung von Parksuchverkehr als etwas bemüht wirkende Begründung herhalten musste (wer parkt sein Auto innerhalb der Innenstadt im Zuge von Besorgungen bitteschön mehrfach um?), an Glaubwürdigkeit gewonnen.

Nutzen ist nicht riesig - und soll es auch nicht sein

Im Endeffekt handelt es sich bei der Cityzone um eine clevere Marketing-Idee. Andere Städte geben den Samstag zur Gratis-Nahverkehrsnutzung frei, um bisherige Nicht-Kunden zu gewinnen. Augsburg beschränkt dieses Angebot nicht auf einen Wochentag, sondern auf ein Gebiet. Der Nutzen ist nicht riesig – soll er aber auch nicht sein. Das Ziel ist, neue Kunden zu gewinnen. Das ÖPNV-Angebot in Augsburg kann sich sehen lassen, wie die Fahrgastzahlen nahelegen. Erwartet werden in diesem Jahr 64 Millionen Fahrgäste, vor fünf Jahren waren es noch 57 Millionen.

Mit ausgelöst hat diese Steigerung die viel gescholtene Tarifreform, deren für einen Teil der Fahrgäste negative Folgen mit der Cityzone etwas geglättet werden. Die Stadtwerke sprechen von einem Nebeneffekt, der aber wohl gar keine so kleine Rolle spielte. Einfacher zu verstehen ist das Tarifsystem dadurch aber nicht geworden. Kommendes Jahr wird die Reform nach zwei Jahren auf den Prüfstand gestellt. Es ist wahrscheinlich, dass sich etwas ändern wird.

Lesen Sie auch: Nahverkehr rund um den Kö wird bald gratis

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20.11.2019

Das sehe ich genauso: nur ein "Gag" des Stadtmarketings. Zielführender wäre es doch, als Testphase alle Straßenbahnen an den Wochenenden gratis fahren zu lassen. Denn die enden - im Gegensatz zur Cityzone - alle an einem Park&Ride und würden tatsächlich Autoverkehr aus der Innenstadt fernhalten. Dies wäre auch ein erster Schritt in Richtung kostenloser ÖPNV, wie ihn DIE LINKE fordert.

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20.11.2019

Dazu passend ein Beitrag in der Zeit zum kostenlosen Busverkehr im gar noch so weit entfernten Pfaffenhofen:

https://www.zeit.de/mobilitaet/2019-09/verkehrswende-nahverkehr-parken-pendler-autofahrer-pfaffenhofen

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20.11.2019

Ich denke nicht, dass der Hinweis auf Pfaffenhofen uns weiter bringt. Bei uns ist eine Verdopplung der Fahrgastzahlen von den Kapazitäten her gar nicht möglich, egal wie niedrig der Preis ist. Dazu bräuchten wir neue Linien und einen dichteren Takt.

Der größte Vorteil der Cityzone liegt darin, dass einige - aber längst nicht alle - Härten der Tarifreform so etwas ausgebügelt werden. Ganz logisch ist das Konzept aber nicht: Welche*r Autofahrer*in testet denn in die City Bus und Bahn, nur weil es gratis ist? Wie kommt er*sie ohne Auto denn da hin? Und wenn die Trams dort künftig voller werden (weil sie ja gratis sind), und man keinen Platz bekommt, wird das vermutlich kein sehr positives Test-Erlebnis.

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