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Augsburger Zoo

04.04.2015

Die Elefanten sollen es besser haben

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2 Bilder
Elefantenkuh Burma ist 45 Jahre alt. Ihre Mitbewohnerin im Augsburger Zoo, Targa, ist schon 60. Für beide Tiere soll nun eine größere Anlage gebaut werden.
Bild: Anne Wall

Der Augsburger Zoo startet eine große Spendenkampagne für ein neues Gehege. Warum Dickhäuter in Augsburg sonst nicht mehr zu sehen sind.

Targa ist mit ihren 60 Jahren der älteste Zoo-Elefant in Deutschland und einer der ältesten weltweit. Auch Elefantin Burma ist schon 45 Jahre. Damit die beiden nicht die letzten Elefanten in Augsburg werden, braucht der Zoo eine größere Anlage, die moderne Haltungsrichtlinien erfüllt. Das Gehege muss der städtische Zoo selbst finanzieren. Die voraussichtlichen Kosten von acht Millionen Euro kann er nicht alleine stemmen. Deshalb startet eine  Spendenaktion. Die Bevölkerung soll mithelfen, die Zukunft der Augsburger Elefanten zu sichern.

Freilauffläche im Elefantenhaus

Im neuen Gehege werden es die Tiere besser haben. Im künftigen Elefantenhaus ist eine große Freilauffläche mit Sand vorgesehen. „Das ist der beste Untergrund für die Füße und auch zum Spielen gut“, sagt Zoochefin Barbara Jantschke. Derzeit stehen Targa und Burma auf Asphalt. Auch sonst wird es für die Elefanten drinnen viel mehr Platz geben. Vier Boxen lassen sich variabel untereinander und auch zur Freilauffläche hin öffnen. Körperpflege können die Dickhäuter künftig in einem Indoor-Badebecken betreiben. „Asiatische Elefanten brauchen viel Feuchtigkeit und lieben es zu baden“, sagt Jantschke.

Insgesamt bietet die neue Anlage rund fünfmal mehr Platz und damit viel mehr Auslauf und Abwechslung für die Tiere. Geplant sind unter anderem ein zweites Badebecken im Freien und spezielle Futterbäume, die gerade für jüngere Tiere interessant sind. Wenn es mit der neuen Anlage klappt, soll die Augsburger Herde auf bis zu fünf Elefanten anwachsen. Ein Elefantenbulle ist erwünscht.

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Mit dem neuen Gehege wird sich auch die Sicherheit für die Tierpfleger deutlich verbessern. Die Elefanten werden dann in sogenanntem geschützten Kontakt gehalten. Zuletzt musste der Zoo seine beiden afrikanischen Dickhäuter an einen niederländischen Zoo abgeben, um Risiken für die Pfleger zu vermeiden. 2011 hatte die afrikanische Elefantenkuh Sabi einen Betreuer angegriffen und schwer verletzt.

In Augsburg haben die Pfleger derzeit noch direkten Kontakt zu ihren Schützlingen. Andere Zoos setzen auf sichere, aber aufwendige Schutzbarrieren zwischen Tier und Mensch. Jantschke zufolge werden durch die neue Haltungsform auch die natürlichen Sozialstrukturen einer Elefantenherde gefördert.

Kein Zuschuss der Stadt

Die Stadt zahlt keine Baukostenzuschüsse für ihren Zoo. Er muss Investitionen selbst erwirtschaften. Rund eine Million Euro könne man selbst stemmen, sagt Jantschke. Doch damit fehlen immer noch sieben Millionen Euro für die neue Elefantenanlage. Jantschke hofft auf eine Förderung der Europäischen Union mit bis zu 3,6 Millionen Euro. Das geplante Gehege soll Teil eines größeren Umweltbildungskonzeptes werden. Doch auch wenn der Antrag erfolgreich sein sollte und Fördermittel fließen, fehlt immer noch viel Geld. Der Zoo setzt deshalb auf die Unterstützung der Bevölkerung in Augsburg und dem Umland. Im Rahmen einer großen Kampagne werden nun Spenden gesammelt. Eine der ersten Aktionen ist am Karsamstag ein Osterbacken für Zoobesucher im Löwenhaus. Es findet zwischen 11 und 16 Uhr statt. Weitere Aktivitäten sind in Planung, etwa auf der Frühjahrsausstellung afa.

Ganz wichtig ist für den Zoo, dass er mit den Elefanten nicht noch eine weitere große und attraktive Tierart verliert. Wie berichtet, hat Jantschke entschieden, die Giraffenhaltung bisauf Weiteres aufzugeben. Grund: Die notwendige Modernisierung des 30 Jahre alten Giraffenhauses kann nicht finanziert werden.

Besucher sehen die Entscheidung mit gemischten Gefühlen. Jennifer Kammermeier ist enttäuscht, dass es eine Tierart weniger geben wird. „Insgesamt finde ich, dass die Tiervielfalt im Zoo sehr gering geworden ist. Und wenn jetzt auch noch die letzte Giraffe wegkommt, fehlt auf dem Afrika-Panorama etwas.“ Ruth Souchay hält es für richtig, Tanisha an einen anderen Zoo abzugeben, damit sie in Augsburg nicht alleine ist. Sie sei aber von der großen Tiervielfalt im Augsburger Zoo positiv überrascht. (mit bee)

Umfassende Informationen für Spender gibt es auf einer neuen Homepage im Internet: www.elefant.zoo-augsburg.de.

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