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Freizeit

30.01.2020

Die Ernickes sorgen im Fasching für volle Säle

Wichtige Helfer, auch wenn sie nicht im Rampenlicht stehen: Seit zehn Jahren stemmen Moritz und Katja Ernicke den Kartenvorverkauf für die Büttensitzungen der Kolpingsfamilie St. Ulrich und Afra.
Bild: Annette Zoepf

In den Büttensitzungen der Kolpingsfamilie St. Ulrich und Afra steckt eine ausgefeilte Logistik. Dazu zählt der Kartenvorverkauf. Auf was die Verantwortlichen dabei achten müssen

Wenn die Kolpingsfamilie St. Ulrich und Afra im Pfarrsaal Fasching feiert oder ein Theaterstück spielt, ist das Ehepaar Ernicke immer in den Vorraum verbannt. Dabei leisten die beiden einen sehr wichtigen Beitrag zum Gelingen der Veranstaltungen: Sie verkaufen die Eintrittskarten und organisieren den Vorverkauf.

So wird es auch bei den Büttensitzungen zwischen dem 7. und dem 16. Februar sein. Zehn Jahre lang erfüllen Katja und Moritz Ernicke nun schon diese Aufgabe. Immerhin bringen ihnen Besucher auch mal „für die gute Betreuung“ ein kleines Dankeschön mit.

Wie immer finden an zwei Wochenenden sechs Büttensitzungen statt. Beginn ist am Freitag und Samstag jeweils um 19 Uhr, Einlass schon eine Stunde früher. Am Sonntag beginnt die Sitzung um 16 Uhr. Das Programm dauert, einschließlich zweier größerer Pausen, etwa vier Stunden.

Die Ernickes sorgen im Fasching für volle Säle

Dazu gehören das Augsburger Ehepaar Berta und Schorsch (Lissy Linse und Norbert Marterer), das Turamichele (Werner Vogele), das die kommunale wie auch die große Politik aufs Korn nimmt, drei Tanzgarden (Damen, Jugend und Kinder) und Sketche, die teils in neuer, augsburgspezifischer Interpretation gespielt werden.

Die Kolpingsfamilie sorgt auch für die Bewirtung. Laut Spielleiter Werner Vogele hat sie derzeit rund 150 Mitglieder – und alle übernehmen beim Fasching Aufgaben – auf und hinter der Bühne, als Bedienungen, in der Küche. „Wir verstehen uns wirklich als eine Familie“, betont Vogele, „jeder soll seinen Platz finden.“ Der Platz von Katja und Moritz Ernicke findet sich sozusagen am Telefon und am Laptop. Kurz vor Weihnachten versenden sie einen ersten Newsletter an 350 Adressen, um auf die bevorstehende Faschingsveranstaltung aufmerksam zu machen.

Zunächst werden Reservierungen gesammelt, bevor die Plätze vergeben werden. Dann beginnt der Vorverkauf. Karten können im Café der Buchhandlung Pustet abgeholt werden. Was übrig bleibt, wird an der Abendkasse bereitgehalten.

Nach der Erfahrung der Ernickes sind Plätze in der ersten Reihe besonders begehrt, aber auch mehrere Plätze nebeneinander an einem Tisch. „Vielen Leuten ist es am wichtigsten, gemütlich beieinander zu sitzen und miteinander reden zu können“, sagt Moritz Ernicke. Bevorzugt platziert werden Besucher, die schlecht hören oder sehen oder im Rollstuhl sitzen. Die beiden Sonntagssitzungen sind übrigens schon ausverkauft. Es gibt eine Warteliste. „Die Leute freuen sich wie ein Schnitzel, wenn sie noch nachrücken können“, versichert Katja Ernicke. Wenn auch Augsburg bekanntlich keine Faschingshochburg ist, ist in St. Ulrich und Afra noch keine Faschingsmüdigkeit feststellbar.

Manchmal ergeben sich beim Kartenverkauf auch kuriose Erlebnisse. So kehrte einmal ein Mann aus dem Saal zurück und sagte, dass auf dem Platz neben ihm ausgerechnet sein Vermieter sitze. Und mit dem habe er nicht das beste Verhältnis. Also wurden noch alle Hebel in Bewegung gesetzt, um die beiden Herren auseinanderzusetzen. Eine Gruppe hatte einmal den falschen Tag im Terminkalender eingetragen. So blieben ihre Stühle zuerst leer, und einen Tag später mussten sie feststellen, dass sie schon von anderen Besuchern besetzt waren. „Da konnten wir, glaube ich, nicht mehr helfen“, bedauert Katja Ernicke.

Die Ernickes, die auch den Kartenverkauf bei den Theateraufführungen der Kolpingsfamilie managen, sind nach eigener Einschätzung mit dieser Aufgabe ein halbes Jahr lang wöchentlich drei bis vier Stunden beschäftigt. Sie haben ein eigenes Handy nur für Kartenbestellungen. Sprachnachrichten werden automatisch in E-Mails umgewandelt, damit kein Anruf untergeht und niemand behaupten kann, er habe schon früher angerufen. Sind die Ernickes im Weihnachtsurlaub, so sind sie auch dort permanent online.

Und wie kamen sie zu dieser Aufgabe? „Als unsere Vorgängerin das Amt abgeben wollte, habe ich ,hier‘ gerufen“, sagt Katja Ernicke lächelnd.

Restkarten gibt es noch für die Sitzungen an den Freitagen, 7. und 14. Februar, sowie den Samstagen, 8. und 15. Februar, jeweils um 19 Uhr im Pfarrsaal von St. Ulrich und Afra am Ulrichsplatz 16. Karten können telefonisch unter 0821/65075295 oder per E-Mail an karten@kolping-sankt-ulrich.de bestellt werden.

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