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Wirtschaft

12.06.2018

Die Fußball-WM wird zum Millionengeschäft

Papa Thomas Nadler aus Auerbach bei Horgau ist großer Fußballfan. Die Begeisterung für die WM wird daher auch bereits beim eineinhalbjährigen Sohn Tobias geweckt. Die WM-Abteilung bei Karstadt bietet dazu das passende Angebot.

Der Handel setzt nicht allein auf Fanartikel. In Supermärkten wird bei immer mehr Produktenfast „weltmeisterlich“ geworben. Und auch die Gastronomie schaut genau hin.

Am Donnerstag beginnt die Fußball-Weltmeisterschaft in Russland. Das Eröffnungsspiel wird in Moskau ausgetragen. 2320 Kilometer liegen zwischen der russischen Hauptstadt und Augsburg. Je näher jedoch der Termin der WM rückt, desto mehr Vorboten des Großereignisses begegnen einem nun auch in Augsburg.

Supermärkte und Lebensmittelgeschäfte haben schon länger damit begonnen, auf die WM einzustimmen. Fast jeder Werbeprospekt beinhaltet Produkte, die mit Fußball und den Übertragungen in Verbindung zu bringen sind. Damit die Artikel direkt dem Verbraucher ins Auge springen, sind sie „weltmeisterlich“ verpackt. Da gibt es die WM-Pasta – Nudeln in den Farben schwarz, rot und gold liegen in einer Tüte. Die Verpackung vieler Süßigkeiten und Knabbereien ziert die Fahne oder ein Ball. Damit nicht genug: An den Kassen liegen kleine Fähnchen und Luftballons. Es sind Indizien, die Aufschluss geben, wie professionell mittlerweile die Vermarktungsstrategie ausgelegt ist.

Nach Auskunft des Handelsverband Bayern (HBE) profitieren neben der Lebensmittelbranche vor allem der Sportartikel- und Elektronikhandel von einer WM. Zahlen des Verbands gehen davon aus, dass in den vier WM-Wochen in Bayern mit Umsatzzuwächsen von 100 bis 200 Millionen Euro zu rechnen sei. Zur Einordnung: Dies wäre nicht einmal ein halbes Prozent der Jahresumsätze des bayerischen Einzelhandels. Auf Augsburg heruntergerechnet, bleibt wohl ein kleinerer Millionenbetrag für die Geschäftswelt hängen.

Die Fußball-WM wird zum Millionengeschäft

In mehreren Abteilungen

Karstadt, das größte Warenhaus in Augsburg, hat auf das sportliche Großereignis reagiert. Es gibt zwei Verkaufsflächen. Geschäftsführer Michael Hartisch sagt: „Die WM ist für uns von großer Bedeutung, deswegen präsentieren wir das Thema und viele WM-Artikel prominent im Erdgeschoß in unserem WM-Shop.“ Je näher die WM rückt, desto konsumfreudiger werden die Kunden, sagt Hartisch: „Die Nachfrage nach Fanartikeln, insbesondere nach den Trikots der DFB-Elf, steigert sich täglich.“ Das Interesse werde noch weiter wachsen, „sobald die Vorrunde startet und die deutsche Mannschaft hoffentlich erfolgreich ist“. Bei Karstadt begegnen die Kunden der WM zudem im Restaurant. Hier sind einzelne Speisen auf das Fußball-Fest abgestimmt. „Die Aktion kommt gut an.“

Für den Handel bedeutet eine WM eine finanzielles Zusatzgeschäft. Diese Rechnung muss nicht zwingend für die Gastronomie gelten. Gerade bei deutschen Spielen ist es eher so, dass die wahren Fans daheim bleiben und nicht zwingend in ein Speiselokal, heißt es. Public Viewing, also das gemeinsame Fußballerlebnis in Biergärten und Lokalen, gewinnt aber von Turnier zu Turnier an Bedeutung. „Gerade bei den deutschen Spielen ist überall jede Menge los“, sagt Leo Dietz, der das Lokal „Peaches“ in der Maximilianstraße betreibt. Der Kreisvorsitzende des heimischen Hotel- und Gaststättenverbands drückt insofern auch im Namen der Kollegen der deutschen Elf die Daumen, dass es für den amtierenden Weltmeister ein erfolgreiches Turnier in Russland werden wird.

Bewusst kein Fernsehen

Nikos Mparkas betreibt ein griechisches Lokal in der Altstadt, in dem ohne Reservierung normalerweise kein Platz zu bekommen ist. Das könnte bei der WM jetzt mitunter anders aussehen, sagt der Gastronom: „Ich denke, da wird jetzt eher mal ein Plätzchen frei sein.“ Er verzichte ganz bewusst darauf, einen Fernseher aufzustellen. „Für die Gäste, die ins Lokal kommen, ist es genussvoller“, sagt Mparkas.

Ein Termin der deutschen Elf wird sich im städtischen Leben auf alle Fälle bemerkbar machen: Deutschland spielt am Samstag, 23. Juni, um 20 Uhr gegen Schweden. Es ist der letzte Tag der Augsburger Sommernächte, des großen Stadtfestes. Zehntausende Besucher werden am Abend in der Innenstadt erwartet, die feiern wollen – unabhängig vom Spielausgang.

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