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Augsburg

10.09.2016

Die Kirche St. Georg ist wieder in Schuss

Mit ihrem neuen weiß-grauen Anstrich hat sich die Kirche St. Georg auch äußerlich verändert. An diesem Sonntag können Interessierte das fertig sanierte Gotteshaus besichtigen.
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Mit ihrem neuen weiß-grauen Anstrich hat sich die Kirche St. Georg auch äußerlich verändert. An diesem Sonntag können Interessierte das fertig sanierte Gotteshaus besichtigen.
Bild: Annette Zoepf

Am Sonntag führt Pfarrer Florian Geis durch sein Gotteshaus. Wer will, kann mit ihm hoch hinauf. Warum die Arbeiten fast eine Million Euro günstiger kamen als die erste Schätzung.

St. Georg in Not“ stand 2008 in großen Lettern auf dem Pfarrbrief geschrieben. Auf 2,5 Millionen Euro schätzten Fachleute damals die Summe, um die Innenstadtkirche wieder instandzusetzen. Statiker hatten das Bauwerk unter die Lupe genommen, nachdem Risse im Gemäuer aufgetaucht waren. Vor allem das Gewölbe und der Dachstuhl waren schwer beschädigt, zum Teil eine Spätfolge des Zweiten Weltkrieges und der Wiederaufbauarbeiten.

Acht Jahre später blickt der heilige Georg von seinem Platz am Altar auf ein fertig saniertes Gotteshaus. Und auch Pfarrer Florian Geis, der sein Priesterjubiläum im vergangenen Jahr inmitten von Gerüsten feierte, atmet erleichtert auf. Die Arbeiten seien nicht nur sehr gut gelungen. Mit rund 1,5 Millionen Euro Gesamtkosten sei die Maßnahme sogar wesentlich günstiger gekommen als kalkuliert. Der Geistliche ist überzeugt, dass daran auch die vielen Gebete der Gemeinde ihren Anteil hatten. Aber nicht ausschließlich: „Wir haben auf unsere Ausschreibung viele Angebote von hervorragenden Firmen bekommen, die unter der Kostenschätzung waren.“

200000 Euro Eigenanteil

Den Löwenanteil der Rechnungen übernahm die Diözese, vier Stiftungen waren mit im Boot. Die Pfarreimitglieder trugen maßgeblich dazu bei, dass die Kirchenstiftung ihren Eigenanteil von 200000 Euro schultern konnte. „Die Georger waren sehr großzügig“, freut sich Geis noch immer über die vielen Spenden.

Gerne erläutert er auch die einzelnen Sanierungsmaßnahmen, in die insgesamt 1,5 Millionen geflossen sind. Da ist zum einen die statische Sicherung des Mauerwerks. Beim Blick auf die Decke entdeckt der Besucher im hinteren Teil der Kirche vier dünne Metallstangen. Sie sollen verhindern, dass die Wände weiter auseinanderdriften. Beim Taufbecken nahe des Eingangs fallen freigelegte Mauerteile auf – der unterste Teil des Kirchturms. „Es wird vermutet, dass es sich hier um das älteste Bauwerk Augsburgs handelt, einen römischen Tempel“, sagt Geis. Bislang war dieses Mauerwerk verputzt. Jetzt hebt es sich von seiner direkten Umgebung ab und korrespondiert mit den freigelegten Pfeilern aus den 1960er-Jahren.

Apropos Farbe: Innen wie außen bekam St. Georg einen neuen Anstrich. Dass die Fassade in Weiß und Grau gehalten ist, freut den Pfarrer besonders. Denn sie entspricht der ursprünglichen Farbgebung, bevor die katholische Kirche im 19. Jahrhundert einen Beigeton erhielt.

Filigrane Einsätze

Jetzt heißt es Treppensteigen. Es geht nach oben in den Dachstuhl, wo Geis das Fingerspitzengefühl der Zimmerer bei der Sanierung lobt. Denn die morschen Balken, von denen es viele gab, durften nur in Ausnahmefällen durch neue ersetzt werden. Wo immer es möglich war, besserten die Handwerker die schadhaften Stellen aus. Teilweise sind die Einsätze sehr filigran.

Beim Weg nach unten schlägt die Turmuhr 12 – und veranlasst Geis, von der Renovierung der Zwiebel und des Turmkreuzes zu erzählen. Dieses musste neu fixiert werden, die Kugel wurde neu vergoldet. Wie etwa bei einer Grundsteinlegung üblich, erhielt die Kugel eine Kupferrolle mit Beigaben. Sollten die Nachfolger des heutigen Geistlichen die Rolle einmal öffnen, finden sie darin Münzen und die Lebensläufe mit Bildern von Pfarrer Geis und seinem Kollegen, Pater Nikolaj Dorner, vor. Ein weiteres Accessoire ist der Prospekt eines Elektromarktes. „Das wird eine Sensation, wenn der in ein paar 100 Jahren entdeckt wird und die Leute sehen, was es damals bei uns gab“, sagt Geis. Und es ist ihm anzusehen, wie gerne er in diesem Moment dabei wäre.

Termine

Am Tag des offenen Denkmals, Sonntag, 11. September, bietet Pfarrer Geis um 15 Uhr eine Führung in der Kirche St. Georg, Georgenstraße 18. Um 16 Uhr kann der historische Dachstuhl besichtigt werden. Ein Dankgottesdienst zum Abschluss der Sanierungsarbeiten wird am Kirchweihsonntag, 16. Oktober, um 10 Uhr gefeiert.

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