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Augsburg

24.02.2015

Die Kripo ist Serien-Räubern auf der Spur

Im Juni 2012 wurde Juwelier Hörl überfallen. Waren es dieselben Täter, die im Dezember 2014 das Juweliergeschäft Mayer überfielen?
Bild: Archiv

Im Dezember nimmt die Polizei nach einem Überfall auf einen Juwelier in Augsburg zwei Männer fest. Nun zeigt sich: Sie gehören womöglich einer Bande aus Osteuropa an.

Der Überfall sorgte in der Adventszeit für Aufregung. An einem Dienstag im Dezember hatten zwei Räuber in der Innenstadt das Juweliergeschäft in Herbert Mayer überfallen. Doch sie scheiterten. Nach einer spektakulären Verfolgungsjagd wurden beide Täter gefasst. Nun ist die Kripo bei ihren Ermittlungen weitergekommen. Die Täter gehören demnach vermutlich einer osteuropäischen Bande an, die für zahlreiche Überfälle auf Juweliere verantwortlich sein soll.

Die Täter waren mit Schreckschusspistolen bewaffnet, als sie im Dezember mitten am Tag, gegen 14.30 Uhr, das Juweliergeschäft in der Annastraße betraten. Dann ging alles ganz schnell. Sie bedrohten die Angestellten und nahmen hochwertige Uhren und Bargeld mit. Die Polizei sprach von einer Beutesumme in sechsstelliger Höhe. Doch von ihrer Beute hatten die Männer nichts. Weil sie von einem Angestellten des Juweliers und einem Passanten verfolgt wurden, gelang es der Polizei, die Verdächtigen kurz nach dem Raub festzunehmen. Die Männer schwiegen in den Verhören zunächst eisern. Sie hatten sich offensichtlich vorher abgesprochen, wie sie sich verhalten, falls sie erwischt werden. Sie machten gegenüber den Ermittlern nicht einmal Angaben dazu, wie sie heißen.

Bereits dieses Verhalten deutete daraufhin, dass es sich bei den Männern um Berufskriminelle handelt. Inzwischen ist die Kriminalpolizei nach Informationen unserer Zeitung einen wesentlichen Schritt weitergekommen. Wie es heißt, gehen die Ermittler davon aus, dass sie die Identität der beiden Räuber klären konnten. Außerdem können sie den Festgenommenen womöglich eine Beteiligung an weiteren Raubüberfällen auf Juweliere nachweisen. Unter anderem soll es eine Spur zu einem Überfall auf den Augsburger Juwelier Hörl im Jahr 2012 geben.

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Zwei Fälle - und viele Parallelen

Zwischen dem aktuellen Fall in der Annastraße und der Tat vor fast drei Jahren gibt es erstaunliche Parallelen. Auch damals war es ein Duo, das in das Geschäft kam. Auch damals – es war ein Samstag im Juni – schlugen die Täter am helllichten Tag, gegen 14.30 Uhr, zu. Die Räuber drohten ebenfalls mit Pistolen, erbeuteten vor allem hochwertige Uhren und flüchteten zu Fuß durch die Innenstadt. Damals allerdings entkamen die Männer mit der Beute im Wert von über 100000 Euro.

Die Kripo ging nach dem Überfall im Jahr 2012 unter anderem mit einem Phantombild eines Täters an die Öffentlichkeit und stellte den Fall in der TV-Sendung „Aktenzeichen XY“ vor. Die Ermittler waren schon damals der Ansicht, dass sie es mit aus Osteuropa stammenden Tätern zu tun haben, die einer Bande angehören. Der mehrköpfigen Bande, die den Ermittlungen zufolge seit über zehn Jahren in wechselnder Besetzung Überfälle auf Juweliere begeht, schreiben die Beamten eine Reihe von Überfällen in Deutschland und in der Schweiz zu. Unter anderem in Braunschweig, Dortmund, Frankfurt und Lausanne sollen sie zugeschlagen haben. Auffällig ist, dass einer der im Dezember festgenommenen Männer einem Räuber sehr ähnlich sieht, der im vorigen März bei einem Überfall auf einen Juwelier in Fürth von einer Kamera aufgenommen wurde.

Nach dem Überfall auf das Juweliergeschäft Hörl vor knapp drei Jahren war es den Ermittlern unter anderem gelungen, DNA-Spuren zu sichern. Ob die Spur vom damals mit dem genetischen Fingerabdruck von einem der nun in Haft sitzenden Männer übereinstimmt, ist unklar. Polizeisprecher Siegfried Hartmann wollte zum Stand der Ermittlungen gestern noch nichts sagen. Er kündigte aber an, dass die Polizei demnächst Auskunft dazu geben werde.

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