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19.04.2013

Die Kunst des rechten Tons

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2 Bilder
Jehye Lee, Mozart-Preisträgerin des Jahres 2009.
Bild: Christina Bleier

Auftakt-Konzert desViolin-Wettbewerbs

Für einen Wettbewerb, der Leopold Mozart im Namen führt, ist es beim „Festakt zum Auftakt“ sicherlich geboten, hinreichend Mozart zu präsentieren. Eine Leopold-Sinfonie also zu Beginn und ein Amadeus-Konzert zum Abschluss des Programms, dazu der Auftritt der Mozart-Preisträgerin des letztmaligen Wettbewerbs. Wenn während der Festlichkeit im Rathaus sich dann noch ein Handy im Auditorium meldet mit den Anfangstönen der „Kleinen Nachtmusik“, dann ist Mozart wirklich Genüge getan.

Welch hohe musikalische Kompetenz für Mozart-Sohn und -Vater in der Stadt zu Hause ist, machten Augsburgs Philharmoniker unter ihrem Chefdirigenten Dirk Kaftan gleich zu Beginn deutlich mit Leopolds „Neuer Lambacher“ Sinfonie. Schwung-, ja druckvoll der Eröffnungssatz, transparent das Geflecht der Stimmen im Andante, konturscharf das finale Allegro.

Auf Leopold sodann Strawinskys Kammerorchester-Stück „Dumbarton Oaks“: Man erinnerte sich, dass dieselbe Programmfolge letzten Herbst auch zur Eröffnung des Augsburger Mozartfests erklang. Pointierter aber, als damals die Bayerische Kammerphilharmonie, jetzt das städtische Orchester: Dirk Kaftan formte die drei Sätze zu regelrechten Charakteren, die an keiner Stelle neoklassische Blässe trugen, sondern in leuchtend warmen Farben auftraten. Quirlig der Beginn mit seiner stark durchbrochenen, jedoch flüssig dargebotenen Lineatur; wuchtig schreitend der dritte Satz mit seinem Spiel der Rhythmen und Metren.

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Vom Violin-Wettbewerb des Jahres 2009 ist der Aplomb des Geigentons, mit dem Jehye Lee damals vortrat, noch gut im Gedächtnis. Dieser runde, kompakte, nie jedoch überladene Ton ist nach wie vor das Markenzeichen der Koreanerin. Gewiss eine gute Ausgangsposition für den Violinpart von Wolfgang Amadeus Mozarts Sinfonia Concertante KV 364. Und doch hätte man dem Vortrag von Jehye Lees weniger Burschikosität, stattdessen mehr Elastizität und sprachlich-gestische Finesse gewünscht. Ihre Konzertpartnerin, die ausgezeichnete Bratschistin Ayane Kozasa, drang im Andante im Vergleich mit Lee ein Stück weit tiefer in die trauerdunklen Gründe der Musik vor. Als Zugabe eines von Mozarts Duos für Violine und Viola.

Zwischen den musikalischen Programmpunkten die obligatorische Festakt-Suite aus Begrüßung, Danksagung, Festrede. Als Laudatorin explorierte Bayerns Justizministerin Beate Merk den Wert der Violinmusik, nicht ohne dabei den Topos „Musik und Politik“ zu streifen und hinzuweisen auf das beiderseitige Bemühen, „den richtigen Ton zu treffen“. Den hatte Oberbürgermeister Kurt Gribl im Blick, als er von Augsburg als „weltoffenem Mozart-Zentrum“ schwärmte.

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