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Augsburg

19.10.2017

Die Lechhauser Kirchweih darf auch mal ruhiger sein

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Im Festzelt Schaller ist es mal voller und mal leerer. Die gleiche Erfahrung machen die Schausteller in der Klausstraße. Das ist noch kein Grund, sich gleich Sorgen zu machen.

Gedränge und Geschiebe wie auf der Wiesn oder ruhige Gemütlichkeit wie auf der Oiden Wiesn –- beides kann man auch bei der Lechhauser Kirchweih erleben. Nur nicht gleichzeitig, sondern an unterschiedlichen Tagen. Das traditionelle Fest entlang der Klausstraße, das noch bis zum 22. Oktober dauert, hat in gewohnter Manier begonnen. Die Festleute und Schausteller nehmen’s, wie es kommt.

Am vergangenen Sonntag, der zugleich Marktsonntag war, konnte man sich nur in den Strom der Besucher einfädeln, die auf dem Weg zum Schaller-Festzelt waren. Gehen, wohin man wollte, das konnte man vergessen. Im Zelt war schon am Nachmittag kaum ein freier Platz zu entdecken. Einen Tag später ergibt sich ein völlig anderes Bild: Die Klausstraße scheint am frühen Abend so leer, als wäre sie von der Polizei geräumt worden. Die Essensstände, Karussells und Schießbuden sind kaum besucht. Das Schaller-Zelt ist nur etwa zur Hälfte besetzt, und man könnte sich überall problemlos dazu setzen.

Wohlverdiente Pause

Aber von diesem Montag erwartet keiner der Fieranten etwas Besonderes. Es gibt offenbar auch keine Besorgnis darüber, dass das Publikum ausbleibt. Lissy Karl, Mitinhaberin des Stands „Süße Spezialitäten“, lacht und sagt: „Was heißt, ob es sich lohnt? Man muss heute nicht so viel arbeiten.“ Nach dem gewiss umsatzträchtigen Sonntag legt sie eine wohlverdiente Pause ein. Ab der zweiten Wochenhälfte erwartet sie wieder mehr Besucher. Und der Seniorennachmittag oder Betriebsausflüge brächten zusätzliches Publikum.

Tina Held, Juniorchefin des Schaller-Zelts, zieht eine positive erste Bilanz: Mit der Eröffnung am Samstag war sie zufrieden, der Sonntag war besser als im vorherigen Jahr. Aber auch am Montag legt hier niemand die Hände in den Schoß: 16 Bedienungen sind an diesem Tag im Festzelt unterwegs, weitere zehn Mitarbeiter hinterm Tresen beschäftigt. An den Wochenenden braucht sie freilich nach eigenen Worten 35 Kräfte.

Pflegeleichtes Publikum

Sie sitzt im Büro, einem Verschlag im hinteren Teil des Festzelts, allerdings tatsächlich mit einer Menge Büroequipment ausgestattet. Hier kann man Plätze reservieren, Essen zum Mitnehmen bestellen und sich auch mal beschweren. Wie sie das Publikum im Zelt beschreibt, scheint es aber eher pflegeleicht zu sein. Viele Stammgäste, die jedes Jahr kommen und immer denselben Tisch reservieren, hauptsächlich Lechhauser. „Und wir freuen uns auch über bekannte Gesichter. Wenn die Leute wiederkommen, dann haben wir etwas richtig gemacht“, fügt sie hinzu.

Auch mit den Anwohnern der Klausstraße gibt es nach ihren Worten keine Probleme. Es sei ja nicht zu ändern, dass die Kirchweih mitten im Wohngebiet gefeiert wird. Unter der Woche wird das Festzelt um 22 Uhr geschlossen, freitags und samstags darf bis 22.30 Uhr gefeiert werden.

Vor wenigen Jahren war einmal im Gespräch, dass die Familie ihr Engagement in Lechhausen beendet. Das sei jetzt aber kein Thema mehr, erklärt Tina Held. Das Schaller-Festzelt ist vor allem vom Plärrer bekannt; außerdem betreibt die Familie auf dem Weihnachtsmarkt auf dem Rathausplatz die „Almhütte“, einen Glühweinstand.

Inzwischen hat die Liveband des Abends, die Ricardo’s, eine Pause eingelegt. Es handelt sich um einen Vater und zwei Söhne, die ursprünglich aus Aystetten kommen. Dominik Hitzler, der Gitarrist und Saxofonspieler, findet das mäßig volle Zelt ganz angenehm. Damit können die Musiker auch mal etwas anderes als die durchgenudelten Hits spielen. Ihr Repertoire reicht von Volkstümlichem über Schlager bis hin zu Rocktiteln. Volksmusik ist hier auf der Kirchweih immer noch beliebt, auch wenn man sie im Radio immer seltener hört.

Feste Gage vereinbart

Wenn es passt, erfüllen die Ricardo’s auch Musikwünsche aus dem Publikum. An diesem Abend würden sie freilich nicht unbedingt AC/DC-Songs spielen. Nach Hitzlers Beobachtung sind vor allem Leute da, die es ruhiger mögen, und dementsprechend ist auch die Verstärkeranlage sehr moderat eingestellt. Der mäßige Besuch bedeutet für das Trio übrigens keinen finanziellen Nachteil: Mit Held sei eine feste Gage ausgemacht.

Die Band gibt es schon seit 30 Jahren. Sie spielt deutschlandweit bei Festen, aber auch privaten Feiern aller Art, aber häufig im Schaller-Festzelt, auch auf dem Plärrer. Besonders erinnert sich Hitzler an den Tag, als der FCA in die Erste Bundesliga aufstieg. Nach dem entscheidenden Spiel strömten die Fans auf den Plärrer, und die Ricardo’s sorgten spontan für Party-Atmosphäre. „Ich bin stolz darauf, dass wir das können“, sagt er. Sollte etwas Ähnliches auch an diesem Tag noch passieren, dann wären die Ricardo’s bereit.

Mehr zur Lechhauser Kirchweih finden Sie im Internet unter www.festzelt-schaller.de 

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