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Die Menschen am Oberhauser Bahnhof benötigen gezielte Hilfe

Kommentar Von Fridtjof Atterdal
08.01.2021

Plus Die Augsburger haben das Herz am rechten Fleck. Doch wer sich nicht erkundigt, was die Bedürftigen am Helmut-Haller-Platz wirklich brauchen, kann viel falsch machen.

Das Problem mit Spendern am Helmut-Haller-Platz zeigt zweierlei: Zum einen, dass die Augsburger das Herz am rechten Fleck haben. Denn dass so viele Menschen Lebensmittel und Sachspenden zusammenpacken und damit zu Drogen- und Alkoholsüchtigen fahren, ist alles andere als selbstverständlich. Es ist ein weiteres Beispiel, dass Augsburg in Notzeiten zusammenrückt und auch die Ärmsten nicht aus dem Blick geraten.

Wer Selfies mit Drogensüchtigen postet, nimmt ihnen die Würde

Doch zeigt die aktuelle Situation ebenso, dass eine gut gemeinte Aktion auch schief laufen kann. Es hat den Anschein, dass manche Spender nicht wirklich geprüft haben, ob die Süchtigen ihre Gaben überhaupt brauchen oder ob sie damit nun eingespielte Abläufe und Bemühungen der Helfer vor Ort durcheinander bringen. Wer glaubt, die Menschen beschenken zu müssen und ihnen jede Eigeninitiative abnimmt, behandelt sie wie Kleinkinder. Und wer sich dann noch mit ihnen zum Selfie aufstellt und seine gute Tat in den sozialen Medien postet, nimmt ihnen die Würde.

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