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14.04.2016

Die Mutter, das dubiose Wesen

Alexandra Helmig, Autorin des Stückes „Frau Mutter Tier“
Bild: Johanna Link

Eine Uraufführung im Sensemble Theater

Frau Helmig, Ihr Stück „Frau Mutter Tier“ wird im Sensemble Theater uraufgeführt. Worum geht es darin?

Das Thema begleitet mich schon länger. Für das Theaterprojekt „Die deutsche Mutter“ habe ich schon 2008 einzelne Monologe zusammengefasst, die jetzt in das Stück Eingang gefunden haben. Drei Frauen kommen darin vor, die ganz unterschiedliche Typen sind: die chaotische Fulltime-Mutter Ella, die alleinerziehende Tine und Jaggi, die versucht, Karriere und Kind unter einen Hut zu bringen. Ich glaube, jeder findet sich ein Stück weit wieder, auch Männer und Frauen, die selbst keine Eltern sind. Die Mutterrolle ist ja seit Jahren ein Thema in der Gesellschaft. Das Stück wirft einen Blick darauf, aber durchaus mit Selbstironie und einem Augenzwinkern.

Was brennt Ihnen bei diesem Thema auf den Nägeln?

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Es geht darum, wie die Mutterrolle inzwischen ideologisch behaftet ist: Was von Müttern alles verlangt wird, wie sie zu sein haben und wie sie dabei versuchen, selbst nicht auf der Strecke zu bleiben. Das führt zu vielen Absurditäten des Alltags, die ich darstelle, und über die dann auch etwas überhöht reflektiert wird.

Können Sie diese Absurditäten beschreiben?

Meine Ausgangssituation war, dass ich mich selbst auf dem Spielplatz beobachtet habe, wie ich versuche, fünf Gespräche gleichzeitig zu führen – mit anderen Müttern, mit meinen Kindern. Dieser Stimmwirrwarr und die Gespräche sind so komisch, weil man etwa Sätze nicht zu Ende bringt und von einem Thema zum nächsten wechselt.

Wie kann man als Mutter dem Dilemma aus eigenen Ansprüchen und Erwartungen der Gesellschaft entgehen?

Für unsere Mütter war das alles noch einfacher, die wundern sich heute nur, mit welchen Diskussionen wir uns herumschlagen. Ich glaube, man kann nur eine gute Mutter sein, wenn man selbst glücklich ist. Aber ich habe natürlich auch kein Geheimrezept, und es gibt auch gar kein Patentrezept dafür. Jede Frau muss sehen, wie sie selbst mit ihrer individuellen Situation zurechtkommt. All die Ratgeber und Kategorisierungen in Helicopter-, Hockey- und Rabenmütter helfen gar nicht weiter. Interview: Birgit Müller-Bardorff

von „Frau Mutter Tier“ am Samstag, 16. April, um 20.30 Uhr (ausverkauft) mit Kerstin Becke, Dörte Trauzeddel und Lisa Fertner; Regie: Daniela Nering.

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