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Augsburg

02.01.2017

Die Region Augsburg bleibt auf der Überholspur

Auch der abgeschlossene Ausbau der Autobahn war für die Wirtschaftsregion Augsburg wichtig.
Bild: Marcus Merk

Was die Stärke des Wirtschaftsraums Augsburg ausmacht. Und wo jetzt der Hebel angesetzt werden soll.

Die Wirtschaft in der Region Augsburg ist weiter gut in Fahrt. Viele Firmen haben volle Auftragsbücher. Die Arbeitslosenquote im Wirtschaftsraum (3,6 Prozent im November) steht auf einem extrem niedrigen Wert, der zuletzt im Jahr 1980 erreicht wurde. Es passt ins Bild, dass Vertreter der Wirtschaftskammern und der Gewerkschaften auf einer Wellenlänge liegen. Sie sehen die Region aus wirtschaftlicher Sicht gut aufgestellt, wenngleich es einiges zu verbessern gibt.

DGB-Regionsvorsitzender Helmut Jung denkt an die Verdienstmöglichkeiten: „Es muss versucht werden, das Lohnniveau zu erhöhen. Qualifizierte und sozialversicherungspflichtige Vollzeitstellen müssten nicht nur gehalten, sondern auch ausgebaut werden.“ Die guten Arbeitsmarktzahlen ergäben sich auch durch viele Teilzeitstellen. Hinzu komme, dass teils unterdurchschnittlich gezahlt werde: „Daraus resultiert das niedrige Lohnniveau in der Region, das es den Menschen schwer macht, mit ihrem Einkommen ein vernünftiges Auskommen zu erzielen.“

Die Unternehmen sind sehr zufrieden

Aus Sicht der Unternehmen läuft es großteils hervorragend, heißt es. Man dürfe nicht verkennen, dass einzelne Firmen Stellen abbauen: UPM und MAN Diesel&Turbo gehören dazu. Sie sind nach Auskunft der Industrie- und Handelskammer (IHK) jedoch Einzelfälle. „Die Unternehmen aus Produktion, Handel und Dienstleistungen schauen positiv auf das Wirtschaftsjahr 2016 zurück“, sagt Regionalgeschäftsführer Thomas Schörg. Laut der jüngsten Konjunkturumfrage bewerteten 97 Prozent der befragten Betriebe die Geschäftslage als gut beziehungsweise befriedigend. Dies gilt auch für das heimische Handwerk. Ulrich Wagner, Geschäftsführer der Handwerkskammer, verweist auf positive Rückmeldungen: „In der Herbstumfrage haben quer über alle Branchen 90 Prozent der Unternehmen ihre Lage als gut oder befriedigend bewertet, nur zehn Prozent vergaben schlechte Noten.“

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Die Region ist aus Sicht der Kammern gut aufgestellt, was an unterschiedlichen Punkten festgemacht wird. Wagner: „Mit unserem Bekenntnis zur Produktion haben wir letztlich auf das richtige Pferd gesetzt. Ich bin froh, dass wir trotz den Unkenrufen mancher Wissenschaftler so konsequent daran festgehalten haben.“ IHK-Mann Schörg sagt: „Der Forschungsstandort ist durch die Gründung außeruniversitärer Einrichtungen, die Eröffnung des Technologiezentrums und vor allem die Entscheidung der Staatsregierung, das Klinikum in eine Universitätsklinik zu überführen, weiter gestärkt worden.“

Wirtschaft betont die Bedeutung der Verkehrsprojekte

Gleichwohl sehen Wagner und Schörg Herausforderungen für die heimische Wirtschaft. „Höchste Priorität hat bei den Handwerksunternehmen das Thema Fachkräftesicherung. Insbesondere die Stärkung und Attraktivitätssteigerung des dualen Ausbildungssystems ist den Betrieben ein Anliegen“, erläutert Wagner. Schörg geht es um den Verkehr: „Die guten Voraussetzungen, die die Region mitbringt, müssen weiter verbessert werden und zukunftsfähig bleiben. Dazu gehören als Projekte der Umbau des Augsburger Hauptbahnhofs, der Neubau der Linie 5, die Verkehrsgestaltung der Ackermannstraße in Augsburg. Die Bahntrasse Ulm-Augsburg, die Osttangente und das Güterverkehrszentrum voranzutreiben, sei ebenfalls nötig. Für Gewerkschafter Jung darf der Beschäftigte nicht außer acht gelassen werden. Ihm liegt die soziale Komponente am Herzen: „Herausforderungen für die Region sehe ich in der Integration von gering Qualifizierten und Flüchtlingen auf dem Arbeitsmarkt. Zudem muss es gelingen, bezahlbaren Wohnraum zur Verfügung zu stellen.“

Und warum sollen sich Firmen neu ansiedeln? Wagner sagt: „Firmen können auf ein ausgezeichnetes Netzwerk zurückgreifen. Es gibt keine wirtschaftlichen Monostrukturen oder die Dominanz von wenigen Großunternehmen.“ IHK-Regionalgeschäftsführer Schörg führt an: „Weil hier tolle Unternehmen angesiedelt sind, die in der Region verwurzelt und mit ihren Produkten und Dienstleistungen national wie international erfolgreich sind.“

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