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Serie - Gesundheit

03.11.2019

Die Schaufensterkrankheit: Was steckt da eigentlich dahinter?

Bei der «arteriellen Verschlusskrankheit» schmerzen die Beine beim Gehen - erst im Stehen erholen sich die Muskeln und werden wieder mit Sauerstoff versorgt. In Stadtbergen dreht sich ein Vortrag um dieses Thema.
Foto: Jens Schierenbeck, dpa (Symbol)

Warum und wann Menschen ab 50 kontrollieren lassen sollten, ob die Durchblutung ihres Körpers in Ordnung ist. Und was jeder selbst vorbeugend tun kann, damit die Beine nicht dauernd schmerzen.

Unter der Schaufensterkrankheit können sich viele etwas vorstellen: Schmerzen in den Beinen führen dazu, dass der Betroffene immer wieder stehen bleibt, wie um sich ein Schaufenster anzusehen. Dahinter steckt jedoch meist nicht eine Gehbehinderung, sondern eine Gefäßerkrankung, die Arteriosklerose oder auf deutsch: eine Gefäßverkalkung. Der Chefarzt der Klinik für Gefäßchirurgie am Uniklinikum, Prof. Alexander Hyhlik-Dürr, wird darüber bei der Ärztlichen Vortragsreihe am Montag in Stadtbergen sprechen. Ihm geht es darum, darauf aufmerksam zu machen, dass das Problem nicht erst bei der Schaufensterkrankheit beginnt, sondern schon wesentlich früher.

Warum es sich um eine oft unerkannte Gefahr handelt

„Es ist eine oft unerkannte Gefahr“, sagt Hyhlik-Dürr. Tritt die Schaufensterkrankheit auf, dann ist eine größere Arterie im Bein verstopft. Wird nichts unternommen, dann schmerzen die Beine später auch im Ruhezustand, etwa nachts im Bett. Dann können aber auch bereits andere Arterien im Körper betroffen sein.

Liegt Arteriosklerose im Bereich der Herzkranzgefäße vor, dann besteht ein hohes Herzinfarktrisiko. Ebenso kann ein Schlaganfall drohen. Arteriosklerose tritt laut Alexander Hyhlik-Dürr gehäuft im fortgeschrittenen Alter auf. Man sollte daher ab etwa 50 Jahren und dann alle zehn Jahre die Durchblutung seines Körpers vorsorglich überprüfen lassen. Ein erhöhtes Risiko haben außerdem Raucher, Menschen mit Bluthochdruck und Diabetiker.

Der Puls kann schon einiges verraten

Einen ersten Hinweis gibt das Tasten des Pulses, was der Hausarzt übernehmen kann. Wird der Puls nicht in die Extremitäten weitergeleitet, so deutet das nach Aussage von Hyhlik-Dürr auf Arteriosklerose hin. Angiologen und Gefäßchirurgen können die Durchblutungsstörung durch Ultraschall und andere Diagnoseformen genauer feststellen und lokalisieren.

Gegen Gefäßverkalkung helfen teilweise Medikamente. Sind Arterien aber nahezu oder völlig verstopft, so muss häufig operiert werden. Der Gefäßchirurg dehnt sie auf (eine sogenannte Ballondilatation) oder hält sie durch Stents, winzige Metallgeflechte, offen. Solche Operationen können heute in der Regel schonend im Schlüssellochverfahren durchgeführt werden.

Der Arteriosklerose kann aber auch jeder selbst vorbeugen. Man sollte sich ausreichend bewegen und ausgewogen ernähren. Einen Bluthochdruck oder Diabetes mellitus sollte man vom Arzt einstellen lassen. Auf Nikotin verzichtet man am besten ganz.


Termin: Die Veranstaltung findet am Montag, 4. November, um 19.30 Uhr im Bürgersaal Stadtbergen statt.

Ärztliche Vortragsreihe in Stadtbergen: Unsere bisherigen Beiträge

In Stadtbergen bei Augsburg ist im September die 56. Ärztliche Vortragsreihe der Volkshochschule angelaufen. Referenten der Augsburger Uniklinik und des Bezirkskrankenhauses berichten in für Laien verständlicher Sprache über neue Entwicklungen in Diagnostik und Therapie. Wir berichten stets im Vorfeld der Arztvorträge. Hier die bisherigen Beiträge:

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