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Augsburg

15.11.2019

Die Stadt Augsburg nutzt jetzt auch ein Fahrrad als Blitzer

Lastenrad als Blitzer: Das Messgerät steht auf einem Stativ hinter dem Rad, die Technik steckt in einem grauen Kunststoffkasten.
Foto: Günter Oberhuber

Plus Auf den ersten Blick ist es ein normales Lastenrad. Tatsächlich wird es aber von der Stadt Augsburg neuerdings zur Tempokontrolle genutzt.

Passanten, die am Mittwoch am Unteren Graben in Augsburg unterwegs waren, staunten über ein ungewöhnliches Fahrrad, das dort auf dem Gehweg abgestellt war. Auf den ersten Blick sieht es zwar aus wie ein normales Lastenrad - also wie eines jener Räder mit viel Stauraum, die gerade in Mode sind. Erst auf den zweiten Blick merkte man, dass es ungewöhnliche Technik geladen hat.

Die Lösung des Rätsels: Die Stadt Augsburg nutzt das Rad seit Kurzem für Geschwindigkeitskontrollen. Andreas Bleymaier, der Chef der städtischen Verkehrsüberwacher, teilt auf Anfrage unserer Redaktion mit: "Nach einer zweiwöchigen Pilotphase im August überwacht die Stadt Augsburg seit Anfang November die Einhaltung der Geschwindigkeitsbegrenzungen auch unter Einsatz eines Lastenfahrrads."

Dies erfolge jedoch nur dann, wenn bei einer Gefahrenstelle die örtlichen baulichen Gegebenheiten eine Messung in einem Kraftfahrzeug nicht zulassen, beispielsweise an Eng- und Baustellen.

Kontrolle in Augsburg: Ein Teil der Technik befindet sich in einem Kasten auf dem Rad

Am Unteren Graben am Rand der Augsburger Innenstadt befindet sich aktuell eine Straßenbaustelle. Deshalb werde dort auch das Tempo der Autofahrer kontrolliert, um die Gefahren für alle Verkehrsteilnehmer zu reduzieren, heißt es bei der Stadt. Das Messgerät fällt in Kombination mit dem Fahrrad fast nicht auf. Ein Teil der Technik befindet sich in einem grauen Kasten aus Kunststoff auf dem Rad, das Messgerät steht auf einem Stativ hinter dem Fahrrad.

Die Stadt teilt mit, jeder Blitzereinsatz mit dem Lastenfahrrad unterliege einer "sorgfältigen Einzelfallprüfung" im Hinblick auf das Gefahrenpotential durch zu schnell fahrende Fahrzeuge - und ob Platz- und Verkehrssicherheitsaspekte gegen eine Überwachung mit einem Kraftfahrzeug sprechen. Das Lastenfahrrad wurde neu beschafft. Die Messtechnik musste dagegen nicht neu gekauft werden. Sie wird normalerweise in Fahrzeugen der Verkehrsüberwacher eingesetzt.

Kein normales Lastenrad: Die Stadt Augsburg nutzt dieses Rad neuerdings als Blitzer. Am Mittwoch war es am Oberen Graben im Einsatz.
Foto: Günther Oberhuber

Blitzer schlecht zu sehen: Ist das überhaupt zulässig?

Dass der Blitzer nur schwer zu erkennen ist, ist nach Einschätzung von Michael Weiss, Fachanwalt für Verkehrsrecht in Augsburg, durchaus zulässig. Tempokontrollen aus Autos heraus - oft durch die Heckscheibe eines Fahrzeugs - seien üblich und würden von den Gerichten in der Regel nicht beanstandet. Die Situation mit dem Lastenfahrrad hält er für vergleichbar. Generell könne es sich dennoch lohnen, gegen ein Bußgeld vorzugehen, gerade dann, wenn auch weitere Folgen wie ein Führerscheinverlust im Raum stehen.

Michael Weiss sagt, die meisten Bußgeldbescheide hätten zwar vor Gericht Bestand. Es gebe aber immer wieder Fälle, in denen die Behörden bei der Messung Fehler machen - sei es, weil die Technik nicht korrekt aufgebaut wurde oder die Person, die die Kontrolle durchführt, nicht ausreichend dafür ausgebildet ist. Nach dem Urteil des Oberlandesgerichts Frankfurt, wonach Städte und Gemeinden Geschwindigkeitsmessungen im Straßenverkehr nicht privaten Firmen übertragen dürfen, könne es sich lohnen, auch das überprüfen, sagt Anwalt Weiss. Die Verkehrsüberwachung durch private Dienstleister sei gesetzeswidrig, hatte das Gericht in einem Fall aus Hessen entschieden. Die Stadt Augsburg setzt allerdings generell nicht auf private Dienstleister bei Tempokontrollen.

Lesen Sie dazu den Kommentar: Neuer Lastenrad-Blitzer: Das ist keine Abzocke

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Die Diskussion ist geschlossen.

16.11.2019

Ist doch mal ne schöne Sache. Die Stadt wird dadurch nachhaltiger indem sie Fahrräder statt Autos als mobile Blitzer einsetzt. Sie kann blitzen wo vorher nicht geblitzt werden konnte, da Stellfläche fehlte und für Raser könnte es richtig teuer werden. Gut ein wenig Genugtuung ist auch dabei, wenn Autofahrer mal die "Opfer" von Fahrrädern werden und nicht immer anders herum. Jetzt noch ne richtige Kontrolle von Schulterblick beim abbiegen, Mobiltelefon am Steuer und Wildparkern und Augsburg könnte doch noch die Kurve bei der Mobilitätswende kriegen.

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15.11.2019

Warum muss man das so groß und breit berichten ?
Fehlen nur noch Angaben über Zeit und Ort, wo das Fahrrad aufgestellt ist, dann wird bestimmt kein Schnellfahrer erwischt !

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15.11.2019

Unverschämtheit den Rasern so eine Falle zu stellen. Da kann man ja bald nicht mehr mit 120 durch die Stadt rasen. Das ist bestimmt gegen die Menschenrechte.

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15.11.2019

einfach nicht ans Tempolimit halten ;-)

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15.11.2019

Sauerei!!
Als nächstes tarnt man einen Blitzer noch als Kinderwagen....
Find ich nicht in Ordnung.

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15.11.2019

einfach an das Tempolimit halten ;-)

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15.11.2019

Pervers !!!
Wie weit treibt man das noch ???

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15.11.2019

einfach an das Tempolimit halten ;-)

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