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Augsburg

12.07.2019

Die Stadt plant ein neues Baugebiet in der Hammerschmiede

Im Süden der Hammerschmiede ist ein Fläche unbebaut. Dort könnten neue Wohnungen entstehen.
Bild: Michael Hochgemuth

Plus Weil die Nachfrage nach Wohnraum hoch ist, plant Augsburg ein weiteres Neubaugebiet für bis zu 1000 Wohnungen. Doch es gibt Kritik.

Die Stadt Augsburg denkt darüber nach, den Stadtteil Hammerschmiede in Richtung Süden zu erweitern. In Frage kommt dafür ein 16 Hektar großes Areal westlich der Hans-Böckler-Straße. Die Größe entspricht etwa der des Wittelsbacher Parks. Momentan handelt es sich um Ackerland, das mit Ausnahme des Awo-Sozialzentrums an der Marienbader Straße unbebaut ist.

Dass an dieser Stelle einmal gebaut werden könnte, kommt nicht ganz überraschend. Im Entwurf des Stadtentwicklungskonzepts von 2017 ist die Fläche als mögliches Bauland gekennzeichnet. Zwar sei die Umnutzung schon bebauter Flächen das Hauptziel, allerdings sei das Areal schon von drei Seiten aus von Siedlungsgebiet umgeben. In der Vergangenheit war dort schon einmal ein Freibad im Gespräch, zudem entsteht an der Marienbader Straße eine Sozialeinrichtung.

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Wie viele Wohnungen auf dem Areal unterzubringen sind, ist noch offen, weil dies von der Dichte und dem Häusertyp abhängt. Bei einer relativ dichten Bebauung dürften – wenn man andere Neubaugebiete in Augsburg zum Maßstab nimmt – bis zu 1000 Wohnungen realistisch sein. Allerdings sollen externe Fachleute im Auftrag der Stadt zunächst ermitteln, was auf dem Gelände sinnvoll sein könnte, und zwar was Wohnungs- und Haustypen, Grünflächen und Verkehr betrifft. Auch die Bedürfnisse der umgebenden Stadtteile müssten berücksichtigt werden. „Wir wollen keine überhastete Entwicklung“, so Baureferent Gerd Merkle (CSU).

Ziel wäre, so das Stadtplanungsamt, in jedem Fall die Schaffung von hochwertigen Grünflächen, die der ganzen Hammerschmiede zur Verfügung stehen würden. Ein Thema müsste auch der Lärmschutz an der vierspurigen Hans-Böckler-Straße sein, über die das neue Quartier möglicherweise erschlossen wird.

Pläne für neue Realschule in Augsburg

Zudem soll darüber nachgedacht werden, wie das nahe Einkaufszentrum an der Neuburger Straße durch die zusätzlichen Einwohner gestärkt werden kann. Eine Rolle dürfte auch spielen, dass die Stadt überlegt, auf dem Areal eine Realschule im Osten der Stadt zu errichten. Laut Merkle könne im Fall einer Gebietsentwicklung auch die Verlängerung der Linie 1 zur Hammerschmiede, die schon lange in der Diskussion ist, wieder mehr Aktualität bekommen.

23 Prozent des Areals gehören der Stadt Augsburg. Von den anderen Eigentümern ist gemäß einer städtischen Umfrage etwa die Hälfte für eine Entwicklung, einige Eigentümer (18 Prozent der Fläche) sind noch unentschlossen oder äußern sich nicht klar, zwei Eigentümer (fünf Prozent der Fläche) lehnen eine Bebauung ab. Laut Baureferat gibt es bereits einige Investoren und Bauträger, die kaufwillig wären.

Grüne kritisieren die Pläne für ein Baugebiet in Augsburg

Einen Beschluss, tiefer in die Untersuchungen über die Entwicklung des Areals einzusteigen, fasste der Bauausschuss des Stadtrats am Donnerstag nicht. Die Grünen machten Beratungsbedarf geltend. Stadträtin Eva Leipprand verhehlte nicht, dass die Grünen Probleme mit den Plänen haben. Ein Stichwort sei das Thema Flächenfraß. „Und mit Haunstetten Südwest haben wir schon etwas getan, um Bauland zu schaffen“, so Leipprand.

Mit den Überlegungen zur Bebauung der Ackerflächen in der Hammerschmiede rückt die Stadt zunehmend vom bisherigen Leitsatz „Innenentwicklung vor Außenentwicklung“ ab. In der Vergangenheit ließt sich dieses Motto aufgrund der damals noch unbebauten Kasernenflächen relativ strikt umsetzen. Allerdings sind diese Areale inzwischen so gut wie fertig bebaut. Mit Haunstetten Südwest steht in den kommenden Jahrzehnten eine deutlich größere Maßnahme auf bisher landwirtschaftlich genutzten Flächen (180 Hektar) an. Hier sollen einmal 10.000 Bewohner leben und 5000 Arbeitsplätze entstehen. Eine erste Auswahl von neun Entwürfen von Architekten und Stadtplanern aus 25 eingereichten Plänen wird die Stadt demnächst vorstellen.

Neues Gewerbegebiet liegt auf Eis

Momentan auf Eis liegen Pläne, in Lechhausen das Gewerbegebiet „Umweltpark“ zu vergrößern. Zwischen Derchinger und Südtiroler Straße sollen rund 90 Hektar Ackerland als Erweiterungsfläche des Gewerbegebiets vor allem für kleinere und mittlere Firmen dienen. Nachdem es deswegen politische Unstimmigkeiten im Regierungsbündnis gab, ist es still um die Überlegungen geworden.

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12.07.2019

>> Laut Merkle könne im Fall einer Gebietsentwicklung auch die Verlängerung der Linie 1 zur Hammerschmiede, die schon lange in der Diskussion ist, wieder mehr Aktualität bekommen. <<

Wir haben schon verstanden, dass der ÖPNV Ausbau in Augsburg jenseits des 250 Mio Lochs am HBF keine Aktualität hat.

Dann lasst den Menschen ihre Autos - für Job, Familie, Freizeit!

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