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Augsburg

18.08.2014

Die Stadt verwandelt Grünstreifen in Blumenwiesen

Umweltreferent Reiner Erben, Grünamtschefin Anette Vedder und Gärtner Manfred Kern begutachten einen Wildblumenstreifen.
Bild: Annette Zoepf

Augsburg setzt auf bunte Blumenwiesen an Straßen und in Grünanlagen. Das ist nützlich, aber auch aufwendig.

Roter Mohn, blaue Kornblumen und bald auch gelbe Sonnenblumen: Wer in Haunstetten an der Endhaltestelle in die Straßenbahn einsteigt, läuft zuvor an einer bunten, duftenden Wildblumenwiese vorbei. Sie entstand aus einer Samenmischung namens „Sommerzauber“. Angelegt haben sie Lehrlinge und Mitarbeiter des städtischen Grünordnungsamtes.

Die neuen Blumenwiesen in der Stadt gibt es in größerem Umfang seit zwei Jahren. Sie wurden an Straßen und in Grünanlagen in den Stadtteilen angesät. Zuerst war es ein Versuch, noch unter dem früheren Umweltreferenten Rainer Schaal (CSU). Und nicht alle Blühstreifen haben sich bewährt. Doch insgesamt sei das Experiment gelungen, findet der neue Umweltreferent Reiner Erben (Grüne). „Es gibt noch mehr als kurz geschnittenen Rasen“, sagt er. Ein großes Ziel sei, die Artenvielfalt in der Stadt zu erhalten. Dafür seien die Blühstreifen als eine von vielen Maßnahmen gut geeignet.

An elf Stellen wachsen die Blühstreifen

In diesem Sommer wachsen an elf Stellen in der Stadt die bunten Blumenwiesen in unterschiedlichen Mischungen: im Augsburger Osten an der Neuburger Straße und in der Schillanlage, im Westen an der Donauwörther Straße und Neusässer Straße und im Süden an der Königsbrunner Straße und an der Tramwendeschleife bei der Inninger Straße. Weitere Standorte sind an der Auffahrt B 17/Friedrich-Ebert-straße und im Kreisverkehr an der Bürgermeister-Ulrich-Straße. Insgesamt sind es 3800 Quadratmeter mit Blühstreifen. Einen Standort am Klausenberg musste das Grünamt allerdings wieder aufgeben.

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„Im Frühjahr haben uns Leute von dort angerufen und waren begeistert“, erzählt Gartenbautechniker Manfred Kern. Doch dann wurden die Wiesen im Sommer zu üppig. Autofahrer bekamen Probleme mit der Sicht. Deshalb mussten die Blumen an dieser Stelle abgemäht werden. Generell sei die Resonanz in der Bevölkerung aber sehr positiv, sagt Grünamtsleiterin Anette Vedder. Als großen Vorteil sieht auch sie, dass die Wildblumenwiesen viel artenreicher sind als konventionelle Beete oder das übliche Straßenbegleitgrün. Sie locken Insekten und Schmetterlinge an.

Der Aufwand für die Wiesen ist enorm

Doch auch wenn die Blühstreifen gut ankommen, der Aufwand, den das Grünamt dafür betreiben muss, ist relativ groß. Die Kosten für Anlage und Pflege sind rund viermal höher als für die übliche Mahd der Grünstreifen am Straßenrand. Vedder rechnet mit etwa vier Euro pro Quadratmeter inklusive Personalkosten. Das wären knapp 20 000 Euro pro Jahr.

Andererseits sind die neuen Wildblumenweisen gerade auch für die Ausbildung der Gärtnerlehrlinge nützlich. Nur drei Gramm Samen pro Quadratmeter zu säen, sei gar nicht so einfach, sagt Kern. Damit die Menge stimmt, müsse man Tricks anwenden. Nach mehreren fehlgeschlagenen Versuchen seien die Blumensamen mit Kleie vermischt worden. Das klappt.

Den früheren Umweltreferenten Schaal beschäftigen Augsburgs Blumenwiesen nach wie vor. Im Internet erinnert er an seinen Beschlussvorschlag 2009 zur Augsburger Biodiversitätsstrategie. Danach habe es den ersten Blühstreifen im Straßenbegleitgrün 2011 in der Neuburgerstraße gegeben. Die Fläche an der Wendeschleife der Linie 3 gebe es seit 2013. „Schade, dass Augsburg jetzt bei dem deutschen Labelingprozess für naturnahe Grünflächenpflege des Biodiversitätsbündnisses nicht mitmachen darf“, so Schaal. Die Maßnahmen könne man aber finanziell locker auch ohne Fördermittel stemmen. Das Label helfe ja nur beim Dauerstreit darüber, welche Grünflächenpflege richtig ist.

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