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22.07.2010

Die Stadtbücherei braucht mehr Personal

"Die Stadt mogelt sich aus der sozialen Verantwortung", ärgert sich Klaus Döderlein, Leiter der Spichererschule und unermüdlicher Kämpfer für die Neue Stadtbücherei. Die wurde vor einem Jahr eröffnet und sieht sich dem Ansturm von 435 000 Besuchern in den ersten zwölf Monaten nicht mehr gewachsen. Eine Kürzung der Öffnungszeiten ab September soll für das Personal Entlastung bringen.

Dagegen laufen viele Sturm. Auch Kurt Idrizovic. "Die Leute einfach auszusperren, ist der falsche Ansatz." Seiner Meinung nach müsste sieben Tage die Woche von 8 bis 20 Uhr, also auch am Sonntag, geöffnet sein. "Es ist das wichtigste soziale Gebäude der Stadt", sagt der Buchhändler und erwartet vom Kulturreferenten, dass er das Personal im Haus am Ernst-Reuter-Platz aufstockt.

Keine Chance, sagt Peter Grab. Mindestens 140 000 Euro, so der Referent, wären jährlich notwendig, um dies zu leisten. "Die Neue Stadtbücherei hat bereits fünf zusätzliche Mitarbeiter erhalten und wird von vielen Ehrenamtlichen unterstützt." Darüber hinaus sieht Grab in der späteren Öffnung ab 11 Uhr auch Vorteile. "Dann sind die Führungen von Schulen und Kindergärten bereits beendet." Immerhin kamen im ersten Jahr bereits 200 Gruppen.

Bedeutend längere Öffnungszeiten des Hauses fordert jetzt auch die SPD. Natürlich sollten Besucher auch sonntags schmökern können, wünscht sich Fraktionsvorsitzender Stefan Kiefer. Er kann die Diskussion um zu wenig Angestellte nicht nachvollziehen. "Die Stadt hat eine mobile Personalreserve von etwa 100 Personen, warum greift man auf die nicht zurück?" Zehn Mitarbeiter könnte man dort locker auf Dauer entbehren und die Bücherei wäre alle Personalsorgen los.

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Nicht nur an den Öffnungszeiten entzündet sich Streit, viele Besucher bemängeln auch das geringe Angebot. Büchereileiter Manfred Lutzenberger weiß das. Derzeit gibt es 150 000 Printmedien. Zum Vegleich: Die Stadt Ulm verfügt über mehr als die dreifache Menge. Augsburg habe diesbezüglich, so der Leiter, enormen Nachholbedarf. Man versuche, dies zu ändern. In einer Ausweitung der Ehrenamtlichen (derzeit etwa 70 Personen), wie mancher Leser fordert, sieht er keine Lösung. "Für unsere Kernaufgaben können wir sie nicht einsetzen."

Laut Christiane Hempel, die dafür zuständig ist, sind die Helfer längst unverzichtbar in der Medienrücksortierung, der Buchpflege und im mobilen Bücherdienst für Kranke. Sollte demnächst sogar die Sonntagsöffnung zur Debatte stehen, befürchtet Lutzenberger Stress bei den eigenen Mitarbeitern. "Nicht alle sind begeistert, am Samstag und am Abend zu arbeiten", der Sonntag sei im Moment laut Tarifvertrag gar nicht erlaubt.

Dagegen könnte der Vorschlag eines Lesers, in Zukunft nicht mehr bis zu 30 Bücher pro Person abzugeben, bald Realität werden. "Wir diskutieren gerade, ob wir nur noch 20 pro Person abgeben", so Lutzenberger. "Kommentar

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