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27.02.2008

Die Stars der Puppenkiste sind in die City-Galerie umgezogen

Bei der Augsburger Puppenkiste hat alles beim Karosseriebauer angefangen. Walter Oehmichen wohnte in der Donauwörther Straße. "Nach Feierabend durfte er in der Werkstätte sein Theaterchen, wie er es liebevoll nannte, zusammenbauen", erzählte sein Enkel Klaus Marschall beim Festakt "60 Jahre Puppenkiste".

Von Alois Knoller

Eigentlich hat mit der Augsburger Puppenkiste alles beim Karosseriebauer angefangen. Walter Oehmichen wohnte nach dem Krieg in der Donauwörther Straße. "Nach Feierabend durfte er in der Werkstätte sein Theaterchen, wie er es liebevoll nannte, zusammenbauen", erzählte sein Enkel Klaus Marschall vor 600 Gästen beim glanzvollen Festakt "60 Jahre Puppenkiste" in der City-Galerie. Ehefrau Rose kümmerte sich bei der amerikanischen Militärregierung um die Erlaubnis für die Eröffnung einer Marionettenbühne, die am 26. Februar 1948 stattfand.

60 Jahre Puppenkiste sind laut Marschall 4,12 Millionen Besucher in 90 137 Vorstellungen von 113 Inszenierungen für Kinder und 98 Abendstücken, dazu 1183 Fernsehsendungen, ein Kinofilm "und ungezählte auswärtige Gastspiele". Marschall zollte Respekt der "unglaublichen Energie" seiner Großeltern und Eltern beim Aufbau und Betrieb der Puppenkiste. "Finanziell gab es immer Höhen und Tiefen. Meine Mutter Hannelore Marschall-Oehmichen sagte: Alle zehn Jahre wird das Geld knapp, das legt sich wieder."

Für die nächste Zeit kann sich der Theaterleiter immerhin auf Oberbürgermeister Paul Wengert berufen. "Die Puppenkiste wird weiterhin die Stadt Augsburg als wichtigste Förderin an ihrer Seite haben", versprach er in seinem Gruß. Eingefädelt ist schon mal die nächste Japanreise 2009 zum 50-jährigen Jubiläum der Städtepartnerschaft mit Amagasaki.

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Die Puppenkiste sei ein Musterbeispiel dafür, welche nachhaltige Wirkung hochwertige Kinderkultur über Jahrzehnte hinweg entfalten könne. "Ohne den Kasperl wäre die Welt der Kinder ärmer."

Die Vision der Puppenkiste, 2011 könnte Marionettenspielen zum Pflichtfach an allen Schulen werden, griff der OB humorvoll auf. "Ich wage es nicht zu hoffen, aber wenn es der Fall wäre, dann müsste die Ausbildung für diese Lehrer in Augsburg erfolgen." Klaus Marschall erinnerte prompt an eine weitere Puppenkiste-Vision: "Irgendwann wird der Kasperl OB..."

Was die Augsburger Puppenkiste so drauf hat, konnten die Gäste am späten Dienstagabend auf offener Bühne erleben: schwungvolle Walzerformationen, ein Irish Stepdance für einen Tausendfüßler und die verrückten Alphornbläser, die es irgendwann in den Himmel hebt.

"Sie sehen mich bewegt, berührt, begeistert", grüßte Center-Managerin Katrin Tiesenberg ihre Gäste. Ihre Gefühle werden sich auf zehntausende Besucher übertragen, die in etlichen Kisten im Center die Stars der Puppenkiste bewundern können. Was sie nicht mehr kriegen, ist ein Stück von der mächtigen Geburtstagstorte, die beim Festakt mit Funkenregen angeschnitten und ratzeputz verspeist wurde.

Die Jubiläumsschau in der City-Galerie ist täglich bis 8. März zu sehen.

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