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Augsburg

05.02.2017

Die Tage des Pfarrheims St. Martin sind gezählt

Das Pfarrheim von St. Martin (rechts) in der Zirbelstraße in Oberhausen-Nord ist bald Vergangenheit.
Bild: Annette Zoepf

Gebäude in der Zirbelstraße weicht bald dem Neubau des St.-Vinzenz-Hospizes. Für das Sechs-Millionen-Euro-Projekt liegt jetzt die Baugenehmigung vor.

Das Pfarrheim St. Martin im Norden von Oberhausen ist leer geräumt. Doch entgegen dem ursprünglichen Zeitplan steht das Gebäude an der Zirbelstraße in diesen Wintertagen noch. Der geplante Abriss kann erst erfolgen, wenn die bislang für Kirche und Gemeinderäume gemeinsame Strom- und Wasserversorgung getrennt ist. „Wenn wir das Okay von den Stadtwerken bekommen, können wir mit dem Abbruch beginnen“, sagt Christine Sieberth.

Dass diese Worte von der Geschäftsführerin des St.-Vinzenz-Hospizes kommen, hat seinen Grund: Die rund 2800 Mitglieder starke katholische Martinsgemeinde gibt ihr Pfarrheim auf, damit auf dem Grundstück der Neubau des Hospizes entstehen kann. Sieberth geht davon aus, dass die Bagger in den nächsten Wochen anrollen und Rodungsarbeiten auf dem Grundstück erfolgen. Neben Sträuchern und Hecken werden auch einige Bäume weichen. Die Genehmigungen hierfür lägen vor, zudem seien Ersatzpflanzungen vorgesehen. „Wir wollen auch für unsere Gäste, deren ebenerdige Zimmer alle nach draußen führen, einen Garten anlegen“, sagt die Geschäftsführerin.

Zimmer für bis zu 16 Gäste

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Der Neubau des Hospizes ist aus Sicht des Trägervereins notwendig, um der steigenden Nachfrage nach Plätzen gerecht zu werden. Am derzeitigen Standort können maximal neun schwer kranke beziehungsweise sterbende Menschen betreut werden. Der Neubau sieht Zimmer für bis zu 16 Gäste, Räume für haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter sowie einen (teilbaren) Saal für bis zu 100 Personen vor. „Im Frühjahr fangen wir damit an, denn die Baugenehmigung liegt jetzt vor“, freut sich Sieberth. Der Trägerverein geht von rund sechs Millionen Euro Gesamtkosten und einem Zuschuss der Diözese von rund zwei Millionen Euro aus. Der Rest muss durch Eigenmittel sowie Spenden und Stiftungsgelder aufgebracht werden.

Hinter dem Hospiz und seinem Trägerverein liegen aufreibende Jahre. Der ursprüngliche Plan, das stark nachgefragte Pfarrheim Heiligste Dreifaltigkeit in Kriegshaber abzureißen und dort das Hospiz zu errichten, war vor zwei Jahren am Widerstand der Gemeinde gescheitert. Auch bei den Martinern hat sich in den vergangenen Monaten eine gewisse Wehmut breitgemacht. Doch die Aussicht, durch einen Anbau beim Pfarrhaus moderne Ersatzräume zu bekommen, tröstet sie über den Verlust des bisherigen Begegnungszentrums hinweg. Zumal das Pfarrheim zuletzt renovierungsbedürftig und für die kleiner gewordene Gemeinde auch überdimensioniert war.

Für Anbau gibt es noch keinen Zeitplan

Während das Hospiz nach dem aktuellen Zeitplan im Sommer 2018 in Betrieb gehen könnte, gibt es für den geplanten Anbau laut Pfarrer Karl Mair noch keinen exakten Zeitplan. „Wir halten aber an dem Vorhaben fest.“ St. Martin ist nicht die einzige katholische Gemeinde in Oberhausen, die derzeit ohne Pfarrzentrum auskommen muss. Haus Emmaus, in dem sich viele Jahre lang das gesellschaftliche Leben von St. Peter und Paul abspielte, und der benachbarte ehemalige Kindergarten sind mittlerweile komplett abgerissen. Auf dem Grundstück sollen Wohnungen entstehen.

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