Newsticker

Macron verkündet zweiten Lockdown für Frankreich
  1. Startseite
  2. Lokales (Augsburg)
  3. Die VR-Bank schließt kleine Filialen

Bilanz

22.05.2015

Die VR-Bank schließt kleine Filialen

In der Augsburger Straße in Gersthofen hat die VR-Bank ihren Sitz. Zehn der 32 Filialen sollen in den nächsten zwei Jahren geschlossen werden.
Bild: Marcus Merk

Es ist eine Reaktion auf die Entwicklung in der Bankenlandschaft. Kündigungen soll es nicht geben

Die VR-Bank Handels- und Gewerbebank nimmt massive Einschnitte in ihrem Filialnetz vor. Ein knappes Drittel der gegenwärtig 32 Geschäftsstellen wird in den kommenden zwei Jahren geschlossen. Betroffen sind zehn Filialen in kleinen Orten. Die Bank ist im Kreis Augsburg und im Kreis Dillingen stark vertreten. Der Service für die Kunden soll in größeren Stellen zusammengefasst werden, sagt Bank-Vorstand Georg Schneider. Aus seiner Sicht ist die Schließung der Filialen kein Rückzug, „sondern angesichts der Verlagerung vieler Geschäfte ins Internet eine Frage der Effizienz beim Aufwand.“ Die beabsichtigte Reduzierung der Filialen sei eine Reaktion auf die allgemeine Entwicklung in der Bankenlandschaft. Schneider sagt: „Wir müssen aus eigener Kraft handeln und dürfen nicht abwarten.“ Man wolle auch weiterhin nah am Kunden sein.

Für die 323 Mitarbeiter der VR-Bank bedeutet die Entwicklung, dass ein Teil von ihnen in andere Filialen wechseln muss. Betriebsbedingte Kündigungen soll es dabei nicht geben, sagt Bank-Vorstand Ulrich Kain. Er betont darüber hinaus, dass die Einschnitte in enger Absprache mit den Betroffenen geführt werden. „Aber auch nach diesen Maßnahmen haben wir weiterhin das dichteste Filialnetz in unserer Region“, so Kain. Die VR-Bank Handels- und Gewerbebank geht nun einen ähnlichen Weg wie die Kreissparkasse Augsburg, die ebenfalls Filialen schließt.

Positive Entwicklung im Geschäftsjahr 2014

Bei der Vorlage des Geschäftsberichts für das Jahr 2014 zogen die Vorstände eine positive Bilanz. „Es geht uns gut, wir können erneut eine positive Ertragsentwicklung verzeichnen“, so Schneider. Die Anleger würden auf die Genossenschaftsbank vertrauen. Dies dokumentiert die Entwicklung der Neukredite. Hier gab es im Geschäftsjahr 2014 einen Zuwachs von 20 Prozent. Die Bilanzsumme sei um drei Prozent auf knapp 1,8 Milliarden Euro gesteigert worden. Rund 85000 Kunden werden betreut. Die Genossenschaftsbank hat 36000 Mitglieder.

Die Beratungsqualität soll auch künftig im Mittelpunkt stehen, hieß es bei der Vertreterversammlung. Neben Online-Banking, bei dem die VR-Bank dem allgemeinen Trend entsprechend einen „enormen Zuwachs verzeichnet“, seien ein persönlicher, konstanter Ansprechpartner wichtig für eine hochwertige Betreuung. Die werde spürbar, „wenn Groß- oder Direktbanken mit ihrem Latein am Ende und nicht wie unsere Mitarbeiter in der Region verwurzelt sind – auch wenn das mal zwei Kilometer weit weg ist“, so Schneider. Der Generalbevollmächtigte der VR-Bank, Jürgen Reinthaler, führt dazu aus: „2014 sind knapp 3,3 Millionen Anmeldungen zum Onlinebanking erfolgt, dabei wurden rund 1,7 Millionen Transaktionen wie Überweisungen getätigt.“ In der größten Geschäftsstelle der VR-Bank Handels- und Gewerbebank in Gersthofen seien zum Vergleich 68000 Transaktionen am Schalter durchgeführt worden.

Erfreulich sei, so führt Kain weiter aus, die Entwicklung der VR-Bank-Stiftung: 2014 konnten erstmalig Erträge verwendet werden. Eine Spende über 3500 Euro kam dem Augsburger Verein für Hospiz- und Palliativversorgung zugute. Für soziale Einrichtungen und Vereine spendete die Genossenschaftsbank darüber hinaus eine Viertelmillion Euro.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren