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28.07.2010

Die letzten Handgriffe - und dann ab ins Mittelalter

Harald Ebert stellt die Bänke auf. Was fehlt, sind nur noch die Besucher. Startschuss ist am morgigen Freitag um 17 Uhr. Fotos: Silvio Wyszengrad, Alexander Kaya (Archiv)

Die Wallanlagen am Roten Tor sind eine hügelige Angelegenheit. Es geht treppauf, treppab, ein Rundweg schlängelt sich entlang der Stadtmauer, vorbei an Büschen und Gestrüpp. In diesen Tagen befinden sich noch mehr Hügel auf dem Gelände: ganze Berge voller Hackschnitzel.

Ursula Stingl von der Interessengemeinschaft Historisches Augsburg zeigt auf solch einen mannshohen aufgeschütteten Haufen. "Hackschnitzel sind sehr wichtig für uns", sagt sie. Sie dienen nicht nur als Untergrund für Bühnen, Stände und Zelte. Damit werden auch Gehwege für die Besucher gestreut. Das Wichtigste sei aber, dass mit dem Material bestehende Wege wetterfest gemacht werden können. Nass ist es in den Rote-Torwall-Anlagen. Die Hackschnitzel liegen bereits an unebenen Stellen des Weges und am Wegesrand. Der Regen der vergangenen Tage hat den Boden aufgeweicht. Tausende Besucher werden in den kommenden Tagen darüber hinweglaufen, rund 45 000 Besucher zählten die Organisatoren bei der Veranstaltung 2008. "Hier werden erstmals Stände von Händlern sein." Ursula Stingl deutet in die Luft - dahin, wo ab Freitag der Stand geöffnet haben wird und jetzt noch nichts steht. Sie wandert zielstrebig den Rundweg entlang. Seit Tagen ist sie auf dem Gelände und betreut mit vielen anderen ehrenamtlichen Helfern des Vereins den Aufbau. Routine hat selbst für sie noch nicht eingesetzt. "Es gibt immer etwas Neues. Immer etwas, was verändert werden muss", sagt sie.

"Kommt hier der Stadthauptmann hin?", will ein Techniker wissen. "Nein, das ist der Platz für die Römer", antwortet sie. Der Zaun für den Turnierplatz wird gerade errichtet, der Sand für das Geläuf ist schon aufgetragen. Die Zelte sind aufgebaut, fehlen nur noch die Gruppen, die dem Lager Leben einhauchen werden. Viel Zeit ist nicht mehr. Deshalb wird von früh bis spät gebohrt und gehämmert.

An der Treppe, die zum weitläufigen Areal der Gastronomie führt, liegt ein Schlauch der Feuerwehr. "Der wird noch ganz nach oben auf den Hügel gezogen. Schließlich müssen sie gewappnet sein, falls etwas passiert", so Stingl. Der Torbogen, der auf das Gelände mit den kulinarischen Ständen führt, wurde um einen auf zwei Meter breiter gemacht. Stingl: "Früher hat es sich hier oft gestaut, wenn viel los war. Jetzt werden die Menschen besser aneinander vorbeigehen können."

Ursula Stingl behält den Überblick. Sobald das Fest beginnt, bezieht sie neben der Info einen Bauwagen. Denn es gibt auch während des Bürgerfestes, das vom 30. Juli bis zum 8. August auf dem Areal stattfindet, genug zu tun. Jeden Morgen wird das Gelände gereinigt. Bevor die Pforten für die Besucher geöffnet werden, findet ein Treffen für Beschicker und Teilnehmer statt. "Dort darf jeder seine Sorgen und Wünsche anbringen", sagt sie. Über ihren Wunsch muss sie nicht lange nachdenken. "Ich wünsche mir 21 bis 24 Grad. Es muss kein Badewetter sein. Und regnen sollte es auch nicht."

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