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Augsburg

18.11.2018

Die neue Almhütte soll auf dem Plärrer bleiben

Die Doppelbock-Alm feierte auf dem Herbstplärrer Premiere.
Bild: Klaus Rainer Krieger

Die "Doppelbock-Alm" war in der Lokalpolitik umstritten. Wirt Helmut Wiedemann bekam zuerst nur einen halbherzigen Zuschlag. Jetzt kann er wohl dauerhaft bleiben.

Für ihn steht jetzt erst mal eine andere Aufgabe an. Der Plärrer-Wirt Helmut Wiedemann eröffnet an diesem Donnerstag sein „Winterland“ vor der City-Galerie. Er betreibt seit Jahren das Hüttendorf, in dem auch viele Weihnachtsfeiern stattfinden. Neu ist in diesem Jahr ein Rodelhügel, der bei jedem Wetter befahren werden kann – auch ohne Schnee. Trotzdem muss Wiedemann schon jetzt auch ans kommende Frühjahr denken. Bislang war es unklar, ob der Wirt nach der Premiere seiner Almhütte auf dem Herbstplärrer künftig weitermachen wird. Nun aber sieht es nach Informationen unserer Redaktion ganz danach aus, dass seine „Doppelbock-Alm“ dauerhaft auf dem Volksfest bleibt.

Die Frage, wer das dritte, kleinere Zelt auf dem Plärrer betreiben darf, war zuletzt ein Streitthema in der Augsburger Kommunalpolitik. Nachdem der bisherige „Sterndl-Alm“-Wirt Edmund Diebold aufgegeben hatte, wurde das Zelt neu ausgeschrieben. Das Interesse daran war aber sehr überschaubar. Von zwei Bewerbern sprang einer noch ab, so dass am Ende nur Helmut Wiedemann übrig blieb.

Vor allem in der CSU hatte man Zweifel, ob er ein auch finanziell riskantes Plärrer-Engagement wirklich im Kreuz hat. Die CSU sprach sich dafür aus, dass Vergabeverfahren auszusetzen und eine zweijährige Pause einzulegen. Am Ende einer längeren Debatte erhielt Wiedemann dann zwar doch den Zuschlag – aber zunächst nur für zwei Feste. Verbunden mit dem deutlichen Hinweis, dass das dritte Zelt danach eventuell noch einmal ganz neu für Bewerber ausgeschrieben werde.

Längerfristige Perspektive für Festwirt Wiedemann

Inzwischen hat sich die Stimmung gegenüber dem Festwirt aber gewandelt. Aus Stadtratskreisen ist zu hören, dass man Helmut Wiedemann nun eine längerfristige Perspektive geben will. Die Premiere der „Doppelbock-Alm“ im Herbst sei schließlich erfolgreich gewesen. Eine erneute Ausschreibung soll es demnach nicht geben. Sollte Wiedemann keine größeren Fehler begehen, dürfte ihm der Platz auf dem Volksfest erst einmal sicher sein. Der CSU-Stadtrat und Plärrer-Fachmann Günter Göttling bestätigt das auf Anfrage. „Er hat es ordentlich gemacht, deshalb spricht auch nichts dafür, jetzt alles noch einmal neu auszuschreiben“, sagt Göttling.

H. Wiedemann
Bild: Silvio Wyszengrad

Von dieser Perspektive hatte es Helmut Wiedemann abhängig gemacht, ob er sich weiter auf dem Plärrer engagiert. Er hat, wie von der Stadt gewünscht, kein Zelt aufgestellt, sondern eine zweistöckige Holzhütte. Wegen der unklaren Zukunft hat er sie für den Herbstplärrer für rund 150.000 Euro angemietet. Er sagt: „Das konnte ich einmal machen. Aber es macht für mich wirtschaftlich nur Sinn, wenn ich die Hütte kaufe.“ Ein zweites Mal mieten kam für den Festwirt nicht infrage.

Wiedemann hätte sich am liebsten einen längerfristigen Vertrag mit der Stadt gewünscht, etwa über fünf Jahre. Solch einen Vertrag wird er aber nicht bekommen. Der Grund: Kein Schausteller oder Wirt auf dem Augsburger Plärrer hat bislang einen mehrjährigen Vertrag. Würde die Stadt für Wiedemann eine Ausnahme machen, dann kämen wohl bald weitere Forderungen von anderen Plärrer-Beschickern. Bisher läuft es so, dass sich die Betreiber von Karussellen, Buden und Zelten alle jeweils für ein Jahr – also immer für Oster- und Herbstplärrer zusammen – neu bewerben müssen. Dabei soll es auch bleiben.

Offiziell keine Garantien für Standplätze am Plärrer

Garantien für Standplätze gibt es offiziell keine. Allerdings ist auch klar, speziell für die beiden großen Festzelte: Sie sind quasi fest gesetzt, solange die Stadt mit der Arbeit der Gastronomen zufrieden ist. Zuletzt gab es bei den großen Zelten auf dem Plärrer stets nur dann Betreiberwechsel, wenn die alten Wirte aufhörten. Auf solch ein Vorgehen kann nun auch Helmut Wiedemann setzen. Zudem soll er demnächst auch noch eine feste Zusage für den Herbstplärrer 2019 bekommen. Eine entsprechende Beschlussvorschlage für die Stadträte werde derzeit vorbereitet, sagt Ordnungsreferent Dirk Wurm (SPD). Auf Anfrage unserer Redaktion sagt Helmut Wiedemann, dass er unter diesen Vorzeichen die Alm-Hütte kaufen und weiterbetreiben werde. Er setzt auch darauf, die Hütte künftig bei seinem „Winterland“ auf dem Willy-Brandt-Platz nutzen zu können.

Einen Gewinn hat die „Doppelbock-Alm“ auf dem Herbstplärrer nicht eingefahren. Damit hatte Helmut Wiedemann aber auch gar nicht kalkuliert. Ihm sei bewusst, dass er dafür einen längeren Atem brauche. Mit seinem Plärrer-Start zeigte er sich dennoch zufrieden. Der Bierverkauf habe sich gut entwickelt, die Reservierungen ebenfalls. Und er habe viele positive Rückmeldungen von Besuchern bekommen. Darauf wolle er gerne aufbauen, hatte er am Ende des Herbstplärrers angekündigt.

Lesen Sie im Kommentar, warum unser Autor es fair findet, Plärrer-Festwirt Helmut Wiedemann eine längerfristige Perspektive zu geben.

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