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Augsburg

20.08.2020

Die neue Intensivstation an der Uniklinik wird noch später fertig

Ursprünglich sollte der neue Intensivtrakt schon Ende 2018 in Betrieb gehen. Doch der Zeitplan war nicht zu halten. Nun gibt es eine weitere Verzögerung.
Bild: Klaus Rainer Krieger

Plus Die Intensivstation mit 136 Betten entsteht im Anbau West des Uniklinikums. Bis zur Eröffnung wird es dauern: Es ist die zweite Verschiebung im Zeitplan.

Die Uniklinik Augsburg will ihre Kapazitäten in der Intensivmedizin deutlich ausweiten. Im Anbau West soll eine große, neue Station mit 136 Intensivbetten entstehen. Doch das Angebot verzögert sich. Die Eröffnung muss nun zum zweiten Mal verschoben werden.

Ursprünglich sollte der neue Intensivtrakt schon Ende 2018 fertig werden, zu dem Zeitpunkt, als das Augsburger Großkrankenhaus zum Uniklinikum wurde und aus kommunaler Trägerschaft in staatliche Regie überging. Dieser Zeitplan war jedoch nicht einzuhalten. Der Vorstandsvorsitzende und Ärztliche Direktor, Professor Michael Beyer, sagt: "Die Lage am Bau ist schon länger extrem angespannt." Als nächster Fertigstellungstermin wurde der Herbst 2021 angepeilt. Nun spricht Beyer von einer "wahrscheinlichen Inbetriebnahme" im Jahr 2022. Als Grund nennt er Probleme mit einem beteiligten Planungsbüro. Deshalb hätten neue Planer beauftragt werden müssen.

Die Intensivbetten an der Uniklinik reichen zum Teil nicht aus

Beyer betont, dass Intensivpatienten in einem Interimsbau gut versorgt werden können. Die Intensivbetten sind über der Notaufnahme untergebracht. "Wir sind sehr froh über den Entlastungsbau." Im Anbau West soll jedoch ein Engpass beseitigt werden. Die 100 bestehenden Intensivbetten am Uniklinikum reichten zum Teil nicht aus.

Allein mit neuen Plätzen werden die Probleme aber wohl nicht gelöst werden können. Zusätzlich ist mehr Personal nötig. Für den Betrieb zusätzlicher Intensivbetten ist neben einer speziellen apparativen und technischen Ausstattung auch qualifiziertes und erfahrenes pflegerisches und ärztliches Personal nötig. Beyer sagt, "die Finanzierung von mehr Pflegekräften wäre gesichert, aber es sind nicht ausreichend Kräfte auf dem Markt".

Wie viel Pflegepersonal pro betriebenem Intensivbett mindestens vorhanden sein muss, ist durch die Pflegepersonaluntergrenzen gesetzlich vorgegeben, danach betreut eine Pflegekraft zwei Intensivplätze. Professor Beyer sagt, tatsächlich sei das Personal am Uniklinikum und an jedem anderen Großkrankenhaus in Deutschland aktuell der limitierende Faktor für die Anzahl der Intensivplätze, die betrieben werden können.

Im Augsburger Uniklinikum gibt es einige offene Stellen

Am Uniklinikum Augsburg sieht man zwar eine leichte Verbesserung im Personalbestand im Vergleich zu den vergangenen Jahren. Dennoch gebe es offene Stellen. Allein im Intensivbereich könnten 50 bis 80 weitere Pflegekräfte eingestellt werden, so Beyer. Um weitere Mitarbeiter zu suchen, werden im Klinikum viele Anstrengungen unternommen. Man versucht, ausländische Fachkräfte zu gewinnen, auch die aktive Ausbildung zur Pflegefachkraft und die Fachweiterbildung zur Pflegefachkraft in der Intensivmedizin sei ein wichtiges Thema, heißt es. Eine Kampagne soll zudem die Attraktivität des Berufs und des Klinikums als Arbeitgeber in den Vordergrund stellen.

Das Klinikum Augsburg im Jahr 2018. Das Krankenhaus der höchsten Versorgungsstufe gehörte zu diesem Zeitpunkt noch der Stadt Augsburg und dem Landkreis Augsburg. Am 1. Januar 2019 ging es dann an den Freistaat Bayern über und wurde zum Universitätsklinikum. Im Wintersemester 2019 werden auch die ersten Medizinstudenten starten.
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Vom Hauptkrankenhaus zur Uniklink - eine Zeitreise in Bildern
Bild: Ulrich Wagner

Während der ersten Welle der Pandemie hat der Bundesgesundheitsminister die Personaluntergrenze bei Intensivbetten vorübergehend per Verordnung ausgesetzt. Das ermöglichte es den Krankenhäusern, mit dem vorhandenen Personal kurzfristig mehr Intensivbetten zu betreiben. Dauerhaft sei es aber nicht möglich, dem Personal diese Mehrbelastung zuzumuten, sagt Beyer. "Wir versuchen gerade, junge Leute für diesen interessanten und hochattraktiven Beruf zu begeistern." Eine schnelle Besserung auf dem Arbeitsmarkt sei jedoch nicht in Sicht.

Lesen Sie auch den Kommentar von Eva Maria Knab: Woran es im Intensivbereich der Uniklinik krankt

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