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Heuschnupfen

21.05.2015

Die neue Wunderwaffe gegen Pollen steht in Augsburg

Pollen aus Bäumen und Gräsern misst dieser Monitor.
Bild: Silvio Wyszengrad

Ein Gerät, das Luft ansaugt, und dann Auskunft über den aktuellen Pollenflug gibt. Das soll Allergikern und Forschern helfen. In Augsburg steht nun eines von zwei Geräten weltweit.

Rund zwölf Millionen Deutsche leiden während der Pollensaison an akuten Allergien, angefangen beim Heuschnupfen bis hin zum lebensbedrohlichen allergischen Schock. Für Allergiker sind tagesaktuelle Informationen über den Pollenflug wichtig, um die richtige Medikamentendosis zu nehmen. In Augsburg gibt es jetzt einen neuen vollautomatischen Pollenmonitor. Er liefert Daten mit einer Verzögerung von nur einer Stunde. In Kürze werden sie im Internet abrufbar sein.

Die innovative Pollenflugerfassung wird vom Universitären Zentrum für Gesundheitswissenschaften am Klinikum Augsburg (Unika-T) am Bayerischen Landesamt für Umwelt betrieben. Weltweit gebe es bislang nur zwei Geräte dieses Typs, sagt Professorin Claudia Traidl-Hoffmann, Lehrstuhlinhaberin für Umweltmedizin. Das zweite Gerät des Typs BAA500 der Firma Hund steht in München.

Bisher wurde der Pollenflug über sogenannte Burkhard-Fallen erfasst. Die manuelle Auswertung der Pollen über Mikroskop ist jedoch personell und zeitlich aufwendig. „Ergebnisse liegen erst nach einigen Tagen vor“, sagt Traidl-Hoffmann. Der neue Pollenmonitor liefert dagegen aktuelle Daten. Er bestimmt und registriert aus angesaugter Umgebungsluft vollautomatisch allergologisch relevante Pollen etwa von Birke, Erle und Hasel mit einer Genauigkeit von mehr als 90 Prozent. Birkenpollen gelten als einer der Hauptverursacher von Allergien. Allein im Stadtgebiet von Augsburg stehen über 5000 dieser Bäume.

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Forscher untersuchen die Pollenbelastung in Augsburg

Rund 30 Prozent der Bevölkerung leiden an Allergien. Für Betroffene sollen die aktuellen Informationen des Pollenmonitors fürs Stadtgebiet Augsburg bis in sechs Wochen im Internet abrufbar sein. Parallel startet im Augsburger Zentrum für Gesundheitswissenschaften ein neues Forschungsvorhaben, das in den kommenden Jahren die Pollenbelastung in der Stadt Augsburg untersuchen wird.

Ziel ist nicht nur, Allergikern bessere Informationen bereitzustellen und Vorhersage-Modelle zu entwickeln. Es geht auch um vorbeugende und therapeutische Maßnahmen, um die Behandlung von Patienten zu optimieren. Umweltmedizinerin Traidl-Hoffmann will beispielsweise genau erforschen, welchen Zusammenhang es zwischen der Pollenkonzentration in der Luft und den Symptomen bei Allergikern gibt.

Das Landesamt für Umwelt (LfU) unterstützt die Aktivitäten der Augsburger Mediziner. Umwelt und Gesundheit seien auch am LfU ein großes Thema, sagt Präsident Claus Kumutat. Das Amt betreibt beispielsweise das Lufthygienische Landesüberwachungssystem Bayern mit über 50 Stationen, um Schadstoffe zu messen.

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