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Die vielen Corona-Bußgelder sind ein Indiz für eine mangelnde Strategie

Kommentar Von Jan Kandzora
07.04.2021

Plus In Augsburg wird im Schnitt bald jeder 30. Bürger einmal von Polizei oder Ordnungsdienst bei einem Corona-Regelverstoß erwischt worden sein. Die hohe Zahl wirft Fragen auf.

Hält die Entwicklung an, werden Polizei und Ordnungsdienst in Augsburg bald insgesamt 10.000 Corona-Verstöße aufgenommen haben. Das heißt, sie haben im Schnitt jeden 30. Augsburger einmal bei einem Verstoß gegen die Corona-Regeln erwischt – oder zumindest einen solchen aus ihrer Sicht bestehenden Verstoß notiert. Eine doch beträchtliche Zahl, zumal die Pandemie noch nicht vorüber ist und die Corona-Bußgelder manchmal bizarr hoch sind. Man kann die Entwicklung, wenn man will, als Hinweis dafür sehen, dass die Bevölkerung teils renitent ist oder die Ordnungsbehörden eben genau hinschauen, vielleicht ist die Zahl aber auch ein Indiz für eine mangelnde Konstanz und Verständlichkeit der Corona-Strategie.

Corona-Regeln sind auch in Augsburg oft zu komplex

Man musste und muss sich jedenfalls schon bemühen, um bei der mittlerweile 12. „Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung“ jederzeit zu wissen, was wann wo erlaubt oder verboten ist. Es war und ist leicht, sich in dem umfangreichen und stetig verändernden Regelwerk zu verheddern und eine Ordnungswidrigkeit zu begehen, auch wenn man gar nicht vorhatte, groß Regeln zu brechen. Auch dürfte die Komplexität, Überzogenheit und mangelnde innere Logik einiger Regeln dazu beitragen, dass manch einer sich nicht so recht dran gebunden fühlt, selbst auf die Gefahr hin, mal ein Bußgeld zu kassieren.

Es ist eine Entwicklung, die in den kommenden Wochen angesichts absehbar steigender Temperaturen anhalten dürfte. Gutes Wetter treibt die Menschen nun mal auf die Straßen und öffentlichen Plätze, auch wenn dort Einschränkungen herrschen sollten, etwa eine Maskenpflicht, deren Sinnhaftigkeit und Nutzen im Freien man ohnehin hinterfragen darf. Um eine flächendeckendere Akzeptanz der Maßnahmen zu erreichen, bräuchte es für die hoffentlich bestehende Endphase der Pandemie Stringenz, Logik und Augenmaß – und nicht die x-te Verschärfung eines nun seit einem halben Jahr andauernden Lockdowns.

Lesen Sie den zugehörigen Artikel: Corona-Krise: Zahl der Bußgelder in Augsburg geht deutlich nach oben

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09.04.2021

>> Corona-Regeln sind auch in Augsburg oft zu komplex <<

Vielleicht sind viele Menschen einfach zu wenig gebildet?

So was darf dann schon mal zu schwierig sein und auf Grund sozialer Benachteiligung nicht verstanden werden:

https://www.bundesgesundheitsministerium.de/fileadmin/Dateien/5_Publikationen/Gesundheit/Flyer_Poster_etc/Corona/AHA-Formel_Blau-Gruen_barr_V2.pdf

Der Mob hat derweil in den Parks freie Bahn...

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09.04.2021

Ich meine es hat weniger mit Bildung zu tun, sondern mit aktueller Information.

Wo findet man die tägliche alles umfassende Corona Information, " was gilt heute in Augsburg? "

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08.04.2021

Solchen Meschen wie Hr. Knadzora verdanken wir einen ständigen Lockdown.

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08.04.2021

Könnten Sie auch erklären warum?

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